+
Drahtloses Internet an Frankfurts Schulen ist bald keine Vision mehr. Dann können mehr Schüler etwa an Tablets arbeiten.

Internet

Einigung im Streit um WLAN an Frankfurter Schulen

  • schließen

Und sie bewegen sich doch: Nach monatelanger Auseinandersetzung haben sich CDU und SPD auf die Modalitäten geeinigt, wie Frankfurts Schulen mit drahtlosen Internet-Anschlüssen versorgt werden sollen.

Es waren der CDU-Fraktionschef Michael Prinz zu Löwenstein und Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD), die um den aus ihrer Sicht richtigen Weg zum „Wireless Local Area Network“, kurz WLAN, für die 165 Frankfurter Schulen lange rangen. Die Auseinandersetzung endete im gestern tagenden Koalitionsausschuss mit einem Kompromiss. Demnach können 14 Schulen mit der Weber-Lösung arbeiten. Diese sieht vor, dass jeder Schüler einen eigenen Account erhält, über den er Zugriff auf ein pädagogisches Netz erhält. In dieser Variante können die Schüler der Pilotschulen mit den Laptops und Tablets auch auf die Ressourcen des pädagogischen Netzes zugreifen – und damit digitale Schulbücher und Videosequenzen ansehen oder Aufgaben und Arbeitsblätter in der Schul-Cloud bearbeiten.

Alternativ können weitere 15 Schulen über einen privaten Provider ein offenes WLAN beantragen, sie können den Anschluss aber auch vom städtischen Amt 16 (Amt für Informationstechnologie) legen lassen, wenn sie ein entsprechendes pädagogisches Konzept vorlegen. Das Modell des offenen WLAN über private Betreiber geht auf die Initiative von Michael zu Löwenstein zurück.

In dem Pilotprojekt soll nun geklärt werden, welche der beiden Methoden sich als vorteilhafter erweist. Der Kompromiss bedeutet, das nun mehr Schulen schneller ans Netz gehen können. Gleichwohl kam am nun nach langem Ringen erzielten Kompromiss auch Kritik aus dem Römer: „Diese Lösung war bereits vor den Sommerferien im Gespräch“, hieß es. Löwenstein kommentierte das Ergebnis mit den Worten: „Es freut uns, dass eine konstruktive Lösung zustande gekommen ist, die allen interessierten Schulen zugute kommt.“

Auch Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) wertet die Einigung als großen Erfolg: „Ich bin froh, dass es jetzt endlich losgehen kann.“ Die ersten Schulen werden in den Osterferien ausgestattet. Für die Einrichtung von WLAN an allen Frankfurter Schulen sind knapp acht Millionen Euro veranschlagt.

Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) dankte Bildungsdezernentin Sylvia Weber und IT-Dezernent Jan Schneider (CDU), dass sie das wichtige Projekt für Schulen endlich gemeinsam auf den Weg bringen. Damit würden die Voraussetzungen für ein zeitgemäßes Lehren und Lernen mit digitalen Medien im Unterricht geschaffen. Dezernent Schneider ist „sehr froh, dass das Pilotprojekt nun von 14 auf 29 Schulen erweitert wird und damit deutlich mehr Schulen als bisher geplant eine WLAN-Ausstattung erhalten werden“. Die drei Modelle spiegelten die verschiedenen Bedürfnisse der Schulen wider. Am Ende würden die unterschiedlichen Varianten geprüft und die Erfahrungen in die weitere Ausstattung der Frankfurter Schulen mit drahtlosem Internet eingebracht.

Die Bandbreite der möglichen Einsatzszenarien von WLAN im Unterricht reicht von der Programmierung von Webseiten über den drahtlosen Zugriff auf eLearning-Anwendungen, die Gestaltung einer digitalen Schülerzeitung, die Erstellung von Filmen und Präsentationen mit Hilfe von Tablets, die Aufnahme und Überprüfung von Bewegungsabläufen im Sportunterricht bis hin zu interaktiver Lern- und Therapiesoftware bei Förderschulen. Die Erfahrungen aus dem Pilotprojekt fließen in die Planung für die stadtweite WLAN-Ausstattung der Schulen ein.

Auch Personaldezernent Stefan Majer (Grüne) zeigte sich „erleichtert“, dass es endlich zu einer Einigung gekommen ist. Er unterstützt die gefundene Lösung mit der Bereitstellung von zusätzlich insgesamt fünf neuen Stellen ab 2019.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare