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Bei „Grammgenau“ gibt’s kein Plastik und keine Einwegverpackungen. Ob online oder im neuen Laden: Es geht auch ökologisch. Das Konzept wird hier an einem Infostand anschaulich erklärt.

Neues Konzept

Einkaufen ohne Verpackungsmüll: "Grammgenau" öffnet eine Filiale mit Café

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Das Konzept der Einzelhändlerinnen von "Grammgenau" geht auf. Deswegen expandieren die Frankfurter Unternehmerinnen und machen jetzt einen Laden mit Café in der Adalbertstraße auf.

220,5 Kilogramm Verpackungsmaterial verbrauchten die Deutschen 2016 im Schnitt, meldete das Umweltbundesamt kürzlich. Diesen Abfallberg zu verkleinern, ist die Absicht von Jenny Fuhrmann, Franziska Geese und Christine Müller. Die drei Inhaberinnen von „Grammgenau“ eröffnen am kommenden Donnerstag (7. Februar) ein Geschäft, in dem es keine Verpackungen gibt.

Wer etwas kauft, kann eigene Behälter mitbringen und bekommt seine Ware aufs Gramm genau abgewogen. Ob es sich um Basmati-Reis aus Indien, Dinkel-Reis aus Hessen oder um Kosmetik, Reiniger und Geschirrspülmittel handelt.

Kuchen per Fahrradkurier

„Im März“, sagt Jenny Fuhrmann, „werden wir auch ein Café eröffnen.“ Dort gibt es frische Kuchen, gebacken von einer Frankfurter Konditorin, geliefert per Fahrradkurier. Und selbstverständlich verzichtet auch diese Konditorin so weit wie möglich auf Verpackungen, wenn sie ihre Rohstoffe im Bioladen ordert.

„Die Idee ist uns 2016 gekommen“, sagt Fuhrmann. „Wir haben einen Online-Handel mit Lebensmitteln begonnen.“ Erste Station war das Geschäft „Main Gemüse“ in der Berger Straße im Nordend. „Dort hatten wir ein Lager von zehn Quadratmetern und haben von dort aus die Lebensmittel ver-sendet.“ Oder für die Abholung fertig gemacht.

In dem neuen Laden in Bockenheim in der Adalbertstraße 11 wird jetzt der Online-Handel betrieben. „Die Abholstation in der Berger Straße bei „Main Gemüse“ bleibt bestehen“, sagt Jenny Fuhrmann. Carolin Munte, Inhaberin von „Main Gemüse“, ist sicher: „Für meine Kunden ändert sich nichts.“ Sie wird ihre Ware auch weiterhin ohne Verpackung abgeben, wenn die Kunden es wünschen. „Main Gemüse“ gibt es ja schon zehn Jahre. In den vergangenen zwei Jahren, seit ich mit „Grammgenau“ zusammenarbeite, sind auch viele meiner Stammkunden dazu übergegangen, ohne Verpackung einzukaufen.“ Das gelte aber nicht für das gesamte Sortiment.

Pfand für die Verpackung

Jenny Fuhrmann, Christine Müller und Franziska Geese hingegen sind vollständig gegen Verpackungsmüll. Bei ihnen kann man bei Bedarf Portionsgläser gegen Pfand kaufen und dann zurückgeben oder eben die eigene Verpackung mitbringen. Sogar der Online-Handel kommt ohne Verpackungsmüll aus. „Wir liefern nur innerhalb Frankfurts, die Waren werden vom Fahrrad-Kurierdienst gebracht oder man holt sie nach einer Bestellung im Laden oder bei Main Gemüse ab“, sagt Jenny Fuhrmann. Etwa ein Drittel der Kunden lassen liefern. Was anfangs ein Experiment war, ist in den vergangenen beiden Jahren so gut angelaufen, dass die drei Unternehmerinnen sich nun also vergrößern.

„Das Café starten wir etwa einen Monat später“, sagt Jenny Fuhrmann. Sie müssten auch erst einmal sehen, ob gegebenenfalls noch Mitarbeiter eingestellt werden müssen, denn: Ein Café betreiben, Kunden im Geschäft bedienen und dann noch Waren für den Online-Handel portionieren, ist ziemlich viel auf einmal. „Wir müssen Routinen entwickeln, ehe das Café im März den Betrieb aufnimmt“, so Fuhrmann.

Das Sortiment erweitern die drei. Rund 200 Artikel bieten sie künftig an. Darunter auch die fünf Grundbestandteile für fast alle Reinigungs- und Waschmittel – Apfelessig, Zitronensäure, Natron, Waschsoda und Kernseife kann man dann in der eigenen Küche selber zusammenmischen.

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