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Drei Stufen bleiben übrig, die anderen mussten der neuen Vorfahrt weichen.

Hotel bekommt Vorfahrt

Einmal bitte vors Fleming’s

Noch bevor die Weihnachtsmarkt-Touristen in Frankfurt einfallen, bekommt das Fleming’s am Eschenheimer Turm eine neue Vorfahrt. Das lange angekündigte und endlich angefangene Projekt verbessert die Infrastruktur des Hotels sowohl für Gäste als auch für Taxifahrer. Und nebenbei auch für Radfahrer.

In ungefähr acht Wochen kann Hartmut Schröder einen dicken Haken auf seiner To-Do-Liste machen. Dann ist das Fleming’s Deluxe Hotel in der Frankfurter Innenstadt „ein rundes Projekt“, wie es der Geschäftsführer der Fleming’s Hotel und Management Gesellschaft (HMG) formuliert. Dann nämlich ist fertig, was sich Taxifahrer, Hotelgäste, Radler und die Hotelmitarbeiter seit der Eröffnung des Fleming’s vor acht Jahren wünschen: Eine eigene Zufahrt zum Hoteleingang, die zwar an den regulären Straßenverkehr angebunden ist, diesen aber nicht mehr blockiert .

Bisher ist das Problem nämlich, dass Taxifahrern – um direkt vor das Hotel zu gelangen – nichts anderes übrig bleibt, als mitten auf der stark befahrenen Straße „Eschenheimer Tor“ rechts ranzufahren und die Gäste aussteigen zu lassen. Dies wiederum führt zu verärgerten Fahrradfahrern, denn deren stadtauswärts führenden Radweg blockieren die Taxen mit diesem Manöver. Von dem offiziellen Hotelparkplatz um die Ecke in der Bleichstraße wissen sowohl viele ortsfremde Hotelgäste als auch Frankfurter Taxifahrer gar nichts.

Angekündigt haben wir die neue Vorfahrt in der FNP schon vor gut einem Jahr. Warum die lange Verzögerung? „Es musste überprüft werden, welche Leitungen an dieser Stelle verlaufen. Das haben wir in enger Zusammenarbeit mit der Mainova gemacht. Dann mussten wir uns mit der Stadt abstimmen, mit der Polizei, mit der Unteren Naturschutzbehörde, es mussten Brutzeiten beachtet werden – das sind alles Dinge, die das Ganze ein bisschen verzögert haben“, weiß der Geschäftsführer um die bürokratischen Hürden bei solch einem öffentlichen Bauprojekt.

Vor einer Woche sind die Bagger angerollt; Aufatmen also bei Schröder und den Gesellschafters, denn: „Die Situation war relativ unglücklich, weil die Autos eben gar nicht halten konnten.“ Auch der von einem Partnerunternehmen der HMG angebotene Shuttleservice zu verschiedenen Spots in der Innenstadt und zum Flughafen hat unter der (nicht vorhandenen) Verkehrs-Infrastruktur gelitten. Für die Investition in die neue Vorfahrt hat die HMG einen sechsstelligen Betrag in die Hand genommen.

Ein kurzer Rückblick: Mit dem rund 14 Millionen Euro teuren Anbau, der im Sommer letzten Jahres eröffnet wurde, hat das Fleming’s am Eschenheimer Turm seine Zimmerkapazität verdoppeln können. Heute, ein Jahr später, ist Geschäftsführer Schröder mit dieser Entscheidung „sehr zufrieden“. „Vor allen Dingen dank der zusätzlichen Marktsegmente im Tagungs- und Konferenzbereich haben wir unseren Umsatz innerhalb dieses einen Jahres zwischen Sommer 2015 und Sommer 2016 verdoppeln können!“ Schröder meint die neun neuen Tagungsräume, von denen der Größte 120 Quadratmeter misst. Vorher hatte es nur einen Tagungsraum im Fleming’s gegeben.

Ansonsten kann Schröder nur bestätigen, worüber wir in unserer Mittwochsausgabe schon berichtet haben: Die Mainmetropole profitiere von dem anhaltenden Trend zu Städte- und Kulturreisen, hieß es seitens der Tourismus und Congress GmbH (TCF). Die durchschnittliche Zeit, die Gäste in Frankfurt verweilen, betrage im Moment 1,72 Tage.

Auch im Fleming’s habe die Zahl der Städtereisenden zugenommen. „Das merken wir glücklicherweise auch gerade in diesem Haus aufgrund der Lage – dass man zu Fuß in die Innenstadt und bis an den Main laufen kann, ist schon ein Pfund, mit dem wir wuchern können“, berichtet Schröder, der als Geschäftsführer der HMG frankfurtweit noch für acht weitere Häuser und damit insgesamt 1 300 Zimmer zuständig ist. Neben den Hotels in Frankfurt betreibt die HMG auch Häuser in München und über zwei Tochtergesellschaften in Wien und Zürich, wobei jedes Haus mindestens vier Sterne gemäß der Dehoga-Klassifizierung vorweisen kann.

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