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Ganz Frankfurt ist im Eintracht-Fieber: Fan-Kneipen ausgebucht, Trikots ausverkauft

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Von: Thomas J. Schmidt

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So stimmt sich Frankfurt auf den Europa-League-Kracher gegen West Ham ein.

Frankfurt - Am Donnerstag (05. Mai) entscheidet sich, ob Eintracht Frankfurt ins Finale des Europapokals einzieht. Ein Unentschieden gegen West Ham genügt, ein Unentschieden im eigenen Stadion. Die Fans sind im Fieber. Zum Beispiel Mario Hunscha, Vorsitzender es EFC Sossenheim. "Ich fühle ein Kribbeln ohne Ende", sagt er. "Und es geht allen so." Der 64-Jährige begleitet die Eintracht seit Jahrzehnten. "Erste Liga, zweite Liga, ich habe alles mitgemacht. Wir sind bei jedem Auswärtsspiel. Aber", sagt Hunscha, "so etwas wie das jetzt gibt es ganz selten." Das Spiel sei für das Waldstadion das wichtigste Spiel "seit Jahrzehnten". "Es wird eine super Stimmung!" Und alle feuern die Mannschaft an, damit sie ins Finale einzieht.

"Wir freuen uns auf einen tollen Europapokal-Abend und eine grandiose Stimmung. Wir wollen mit unseren Fans im Rücken ins Endspiel einziehen", sagt Eintracht-Sprecher Bartosz Niedzwiedzki. Das Stadion sei mit 48 000 Zuschauern restlos ausverkauft. "Alle Tickets waren innerhalb kürzester Zeit vergriffen, die Nachfrage war enorm", so Niedzwiedzki. West Ham United erhielt als Gastverein 2400 Tickets.

Eintracht Frankfurt: Vor West-Ham-Match brummt das Geschäft in den Fan-Shops

In den Eintracht-Fan-Shops der Stadt brummt das Geschäft. Besonders gut gehen weiße Trikots und T-Shirts. Im Fan-Shop im MyZeil waren die Trikots am Dienstag bereits ausverkauft. Fan Konrad Renke begnügte sich deshalb mit einem T-Shirt. "Ich habe erfahren, dass wir alle in Weiß kommen sollten", erklärt der Banker die Wahl. "Ich möchte im Fan-Block nicht als einziger anders gekleidet sein."

Die Aufforderung nach weißer Kleidung kommt von den Ultras. Auf ihrer Homepage beschweren sie sich über die Polizei, die zuletzt wegen einiger Pyrotechnik die Lautsprechanlage der Ultras abgeschaltet hatte. Zu einer Stellungnahme gegenüber der Presse waren sie nicht bereit. Anders als die Polizei Frankfurt, deren Sprecher Thomas Hollerbach erläuterte: "Was im Stadion geschieht, unterliegt zuerst dem Ordnungsdienst der Eintracht." Die Polizei schreite ein, wenn der Ordnungsdienst angegriffen werde oder der Lage nicht Herr werde. "Wenn Pyrotechnik ins Stadion geschmuggelt werden kann, hat der Ordnungsdienst versagt." Dass die Lautsprecheranlage der Fans abgeschaltet wurde, sei gängige Praxis: "Wir wollen, dass unsere Durchsagen Gehör finden. Wir wollen von allen verstanden werden."

Freuen sich auf das Spiel: Gastwirt Michael Walter und Fan Roland Stämmler. Die Eintracht-Kneipe "Zum alten Schlagbaum" ist, wie die meisten Fan-Treffpunkte, bereits lange vor Anpfiff hoffnungslos ausgebucht.
Freuen sich auf das Spiel: Gastwirt Michael Walter und Fan Roland Stämmler. Die Eintracht-Kneipe "Zum alten Schlagbaum" ist, wie die meisten Fan-Treffpunkte, bereits lange vor Anpfiff hoffnungslos ausgebucht. © Leonhard Hamerski

Eintracht Frankfurt: Kneipenwirt erwartet „150 Engländer und 150 deutsche Fans“

Sicherheitsfragen spielen bei dem Rückspiel in Frankfurt eine große Rolle, nicht nur im Stadion. Anthony Thornley, Wirt der britischen Kneipe "The Fox and Hound" im Westend, war bereits Zeuge von Übergriffen. Dennoch: Er hofft auf einen friedlichen Verlauf. "Ich erwarte 150 Engländer und 150 deutsche Fans", sagt er. "Meinem Eindruck nach wollen sie friedlich feiern." Aber weil man nie weiß, was geschehen wird, hat er die Polizei gebeten, bei ihm in der Niedenau Präsenz zu zeigen. Seine Hoffnung ist, dass die Eintracht weiterkommt. "Es ist eine tolle Mannschaft für Frankfurt."

Public Viewing gibt's für dieses Spiel nicht in Frankfurt, und für die Entscheidung, das Spiel mit Freunden in einer Kneipe anzuschauen, ist es wohl auch zu spät: In den Eintracht-Fankneipen ist alles ausgebucht. Michael Walter, Pächter der Eintracht-Kneipe "Zum alten Schlagbaum" in Bornheim, rechnet mit 60 Gästen. "Wo jetzt das Eintracht-Logo hängt, wird die Leinwand herabgelassen", berichtet er. Aber freie Plätze gebe es kaum noch. "Die Tische sind alle reserviert. Aber das ist in der ganzen Berger Straße so."

Frankfurt: Gaststätten vor Eintracht-Knüller oftmals komplett ausgebucht

Auch einige Meter weiter oben, bei Apfelwein Solzer, ist alles reserviert. 230 Plätze gibt's hier, eine Leinwand und zahlreiche Fernsehgeräte.

"Bei uns gibt's auch keinen Platz mehr", sagt Karsten Maaß, Pächter der "Volkswirtschaft" in Bockenheim. Etwa 50 Plätze hat er und viele Stammgäste auch. Sie seien bei jedem Auswärtsspiel da, und jetzt wahrscheinlich auch beim Heimspiel, weil es ja kaum noch Karten gebe. "Erfolg macht sexy. Alle sind jetzt Eintracht-Fans." Er überträgt nur drinnen. Sein Tipp für den Ausgang des Spiels: 3:1.

Reserviert ist auch in der "Kutscherklause" in der Ostendstraße. "Unsere Stammgäste kommen", sagt Wirtin Jennifer Berkenkopf.

Chancen auf eine Reservierung könnte man hingegen im Mega Discostadl haben, Klappergasse 5-7. Dort passen 400 Gäste in den Biergarten, es gibt vier große Bildschirme, und der Stadl öffnet heute um 19 Uhr. Die Entscheidung dazu fiel spontan, nach dem Anruf dieser Zeitung. Man kann Plätze reservieren unter megadiscostadl.de/vips/ (Thomas J. Schmidt)

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