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Nach Vereinsfusion: Eintracht Frankfurt hat große Pläne für den Westen der Stadt

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Von: Timur Tinç

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Abends werden Schriftzug und Eintracht-Wappen an der Niddahalle auch beleuchtet.
Abends werden Schriftzug und Eintracht-Wappen an der Niddahalle auch beleuchtet. © christoph boeckheler*

Eintracht Frankfurt hat seit der Fusion mit der SG Nied im Sommer bereits die Niddahalle saniert und weitere Pläne für den Standort. In drei bis fünf Jahren soll die Mitgliederzahl wieder auf 3000 wachsen.

Frankfurt - Die Veränderung ist unverkennbar. Wo früher das grüne Wappen der SG Nied neben dem Schriftzug Niddahalle hing, strahlt mittlerweile der rote Adler von Eintracht Frankfurt. Im Mai vergangenen Jahres hatte der größte Verein im Frankfurter Westen mit überwältigender Mehrheit beschlossen, mit der Eintracht zu fusionieren. Der Mutterverein des Fußball-Bundesligisten hatte sich bereiterklärt, die dringend sanierungsbedürftige Sportanlage in der Oeserstraße und alle Verbindlichkeiten der SG Nied zu übernehmen sowie in die Zukunft des Standorts zu investieren. 1,8 Millionen Euro, aufgeteilt auf drei Jahre, angefangen 2021.

„Uns ging es darum, den Betrieb weiter zu ermöglichen und ein breites Sportangebot im Frankfurter Westen zu haben“, betont Michael Otto, geschäftsführendes Mitglied des Eintracht-Präsidiums. Fußball hat es bei der SG Nied nie gegeben und wird es auch als Eintracht nicht geben. Dafür ist im Stadtteil die Alemannia verantwortlich.

Heiko Walldorf leitet den Standort West.
Heiko Walldorf leitet den Standort West. © christoph boeckheler*

Eintracht Frankfurt bekommt 1000 neue Mitglieder von der SG Nied

Von den rund 1500 Mitgliedern, auf die der einst 3000 Mitglieder starke Verein wegen Corona schrumpfte, wechselten rund 1000 zur Eintracht. „Jedes Mitglied musste sich aktiv neu bei der Eintracht anmelden“, erklärt Heiko Walldorf. Der 45-Jährige ist Standortleiter West der Eintracht und war bis Sommer Geschäftsführer der SG Nied. Viele der sogenannten Karteileichen hätten den Schritt nicht machen wollen. Trotzdem hat sich der größte Verein in Frankfurt mit rund 95 000 Mitgliedern zum Ziel gesetzt, in den nächsten drei bis fünf Jahren wieder auf 3000 Mitglieder am Standort West anzuwachsen. Die festangestellten Mitarbeiter des ehemaligen Klubs hat die Eintracht alle übernommen.

Die Halle sieht von innen fast wie ein Neubau aus. Die Wände sind weiß gestrichen worden, Löcher wurden verspachtelt, und auf der Stirnseite prangt ein großes Eintracht-Wappen. Die Heizungsanlage ist neu, und LED-Lichter runden den Glanz ab. Außerdem wurde ein neues Trampolin für 10 000 Euro angeschafft, sodass nun mehr Kinder mitturnen können. „Es sind die kleinen Dinge, die viel ausmachen“, sagt Walldorf.

Die Eintracht

Eintracht Frankfurt ist mit rund 95 000 Mitgliedern der größte Sportverein in Hessen. Die Profifußballabteilung ist im Jahr 2000 in der Eintracht Frankfurt Fußball AG ausgegliedert worden. Der eingetragene Vereine (e.V.) ist mit 67,89 Prozent Mehrheitsgesellschafter der AG. Er hat insgesamt 19 Abteilungen mit über 50 verschiedenen Sportarten. tim

Das größte Projekt steht noch bevor. Der unterkellerte Teil der Halle, der früher mal eine Kegelbahn war, soll zu einer Fechtanlage und einem Dojo für Karate, Judo und Vovinam umgebaut werden. Die Eintracht verfügt dank des Fusionspartmers nun über eine eigene Kampfsportabteilung, die Niko Föller leitet, der ehemalige SG-Vorsitzende. Auch Tischkicker und Darts sollen im Keller ihren Platz finden.

Eintracht Frankfurt baut Präsenz im Westen der Stadt aus

In zwei Wochen wird das Brandschutzgutachten erwartet. „Wir sind gespannt auf die Ergebnisse“, sagt Michael Otto. Bei zu vielen Auflagen könnte es finanzielle Probleme geben. Die Pläne inklusive neuer Umkleiden, Sanitäranlagen und Duschen sind längst ausgearbeitet. Läuft alles optimal, könnte man Ende des Jahres fertig sein.

Neue Heizungsanlage und LED-Lichter, ein frischer Anstrich mitsamt neuem Wappen. Die Niddahalle erstrahlt im neuen Glanz.
Neue Heizungsanlage und LED-Lichter, ein frischer Anstrich mitsamt neuem Wappen. Die Niddahalle erstrahlt im neuen Glanz. © christoph boeckheler*

Das derzeitige Dojo im Untergeschoss könnte dann genauso wie der Kraftraum für Kinderturnen umfunktioniert werden. In den Raum einer anderen, älteren Kegelbahn sollen die Fitnessgeräte kommen. „Auf der Halle liegt derzeit unser Fokus“, sagt Walldorf. Dabei gebe es auch für das Außengelände schon Pläne. Aber alleine die Tennenlaufbahn durch eine Tartanbahn zu ersetzen, würde bis zu einer Million Euro kosten. Auf dem Rasenplatz, wo die Eintracht-Rugby-Abteilung ihr neues Zuhause gefunden hat, bedarf es einer Flutlichtanlage. Derweil laufen gute Gespräche mit den Gaelic-Footballern von Frankfurt Sarsfields, die bereits in Nied trainieren, sich ebenfalls der Eintracht anzuschließen.

Bis auf die Triathlet:innen sind alle SG-Abteilungen gewechselt. Bei größeren Abteilungen wie Handball dauert der Kennenlernprozess länger als zum Beispiel bei der Leichtathletik, deren Abläufe sich so gut wie nicht geändert haben.

Eintracht Frankfurt verteilt Trainings-Equipment an neue Mitglieder

Zwar ruckelt es in der einen oder anderen Abteilung manchmal noch, weil sich die Verantwortlichkeiten verschoben haben. „Aber wo Reibung ist, ist auch Energie“, sagt Walldorf. Durch die professionelleren Strukturen der Eintracht seien die Sportlerinnen und Sportler auch schnell mit neuen Trainingsanzügen und Trikots ausgestattet worden. „Da leuchten bei vielen Kindern die Augen, wenn sie den Adler auf der Brust tragen.“

Die Errungenschaften der Vergangenheit vor dem Eingang in die Turnhalle.
Die Errungenschaften der Vergangenheit vor dem Eingang in die Turnhalle. © christoph boeckheler*

Geschäftsstelle und Eingangsbereich werden demnächst auch umgestaltet. Eintracht-Museumsleiter Matthias Thoma wird die Geschichte der SG Nied darstellen. Zwei Ladesäulen sollen bald auf dem Gelände errichtet werden, und die Fahnenmasten werden aufgestellt, sobald die Baustelle der Deutschen Bahn abgebaut ist. Dann wird der Adler nicht nur über dem Frankfurter Westen strahlen, sondern auch im Wind wehen. *fnp.de und fr.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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