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Charly Körbel hat Jan Carlos Keller (12) gleich einmal ein Autogramm gegeben.

Fußballcamp mit Charly Körbel

Eintracht-Hauptsponsor Indeed organisiert Trainingstag für behinderte Kinder

Einmal in die Commerzbank-Arena einlaufen und mit echten Fußballprofis trainieren. Dieser Traum ist für 20 Kinder mit einer geistigen oder körperlichen Beeinträchtigung wahr geworden. Gemeinsam haben sie an einem Trainingscamp der Eintracht teilgenommen.

Die Kinder sind in ihrer Euphorie nicht zu bremsen. Kaum sitzen sie auf ihren Stühlen, schnellen die Finger nach oben. „Wann dürfen wir zum Elfmeterschießen?“, ist mit Abstand die Frage, die allen am meisten auf den Nägeln brennt. Dabei ist der erste Teil des Trainingscamps doch rein theoretisch.

Im Eintracht-Museum bringt Mathias Thoma den Kindern beinahe in schulischer Atmosphäre nahe, wie früher Fußball gespielt wurde. Für wen der lange Zeitstrahl, der die Geschichte der Eintracht erzählt, zu viel Text bedeutet, holt der Museumsleiter ein altes Trikot und einen alten Ball hervor.

Einer der Höhepunkte dieses Nachmittags ist, dass die Kinder Charly Körbel treffen. Die Eintracht-Legende hält mit 602 Spielen den Rekord für die meisten Einsätze in der deutschen Bundesliga. Gemeinsam mit den fußballbegeisterten Kindern hatte Körbel selbst die Ehre, das Maskottchen „Charly“, eine nach ihm benannte Figur, im Eintracht-Museum willkommen zu heißen. Für Miniatur-„Charly“ ist dies das Ende einer langen Reise. Das kleine Lego-Männchen mit der Nummer 12 auf dem Trikot war nämlich auf Weltreise. London, Paris, Tokio, Sydney und São Paulo hat es schon gesehen, bevor es sich nun zur Ruhe gesetzt hat und in die Museumssammlung aufgenommen wurde.

Lange muss aber niemand warten, bis es wirklich ans Elfmeterschießen geht. Ganz hibbelig nehmen die Kinder Tüten entgegen, die randvoll gefüllt sind mit allem, was ein richtiger Profispieler so braucht. Ausgerüstet mit Wasserflaschen und eingekleidet in den schwarz-weißen Eintracht-Trikots, alle mit dem roten Adler auf der Brust, dürfen sie gemeinsam in die Commerzbank-Arena einlaufen. Auch wenn der tosende Beifall ausbleibt, sind die Kleinen fasziniert, am eigenen Leib erfahren zu können, was sie sonst nur aus der Sportschau kennen.

Auch wenn die Kinder nicht in der Arena selbst kicken dürfen, müssen sie nur auf einen Trainingsplatz direkt neben dem Stadion umziehen. Als Trainer stehen ehemalige Fußballgrößen wie Manfred Binz, Uwe Bindewald und Erwin Skela auf dem Platz.

Der kleine Raphael möchte das Tor schon gar nicht mehr verlassen, bevor das Training überhaupt angefangen hat. „Er hat die letzten Tage von nichts anderem mehr geredet“, erzählt seine Mutter Katharina Landini. Die Familie habe erst kurzfristig von dem Projekt erfahren und sich letzte Woche dafür angemeldet. Seitdem sei die Vorfreude immer größer geworden. „Fußballerfahrung hat Raphael bis jetzt nur auf dem Schulhof gesammelt“, sagt sie. Trotzdem sei es immer ein großer Wunsch von ihm gewesen, in einem Verein zu spielen. Ob er wirklich Torwart oder doch lieber Stürmer werden möchte, weiß er noch nicht. Eines steht für den fußballvernarrten Neunjährigen aber fest: „In zwei Jahren werden wir wieder Pokalsieger.“

Das Trainingscamp für Kinder mit geistiger oder körperlicher Behinderung fand gestern zum ersten Mal statt. Organisiert wurde es von Indeed, dem Hauptsponsor der Eintracht. Auf diese Premiere sollen weitere Projekte folgen. Genauere Informationen gibt es über Facebook, Twitter, Instagram und die Website .

Für Charly Körbel ist dieses Camp besonders wichtig. „Fußball ist für alle da. Deswegen legen wir großen Wert auf Fairness, Teamgeist und Vielfalt“, sagt er. Jeder könne Teil einer Mannschaft sein, und darauf aufmerksam zu machen sei Aufgabe dieses Fußballcamps.

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