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Ballgewandt: Eintrachts Noah Schmitt nimmt die Kugel schön herunter, Unterhachings Julian Othmer gerät ob der Fertigkeiten seines Gegenspielers richtig ins Staunen.

Jugendfußball

Eintracht-U19 gewinnt das dramatische Kellerduell gegen Unterhaching nach 0:2-Rückstand

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Die Mannschaft von Frank Leicht hat es selbst in der Hand: Nach dem 3:2 gegen die Spvgg. Unterhaching reicht ihr am letzten Spieltag ein Unentschieden zum Klassenerhalt.

Die Nerven lagen blank im „Abstiegsendspiel“ zwischen Eintracht Frankfurt und der Spvgg. Unterhaching, das im zweiten Abschnitt einen dramatischen Verlauf nahm. Die Gäste führten schon mit 2:0, doch die Riederwälder drehten die Partie und brachten anschließend das 3:2 (0:0) trotz zweier Platzverweise über die Zeit. Unterhachings Abstieg aus der U19-Bundesliga Süd/Südwest steht damit fest, der Eintracht würde beim Rundenfinale schon ein Punkt in Heidenheim reichen, um auch in der kommenden Saison in der höchsten Spielklasse Fußball spielen zu dürfen, da die Konkurrenten 1. FC Nürnberg und SV Wehen Wiesbaden gegeneinander spielen.

Frank Leicht, gezeichnet vom Auf und Ab einer wahnwitzigen zweiten Halbzeit, war nachher voll des Lobes für seine Spieler: „Eine Niederlage hätte für beide den Abstieg bedeutet. Das hat man natürlich im Spiel gesehen, alle waren sehr nervös. Allerdings wussten wir auch, dass Unterhaching irgendwann aufmachen musste, weil sie unbedingt einen Sieg brauchten. Dass wir am Ende so zurückkommen, ist natürlich sensationell. Die Mannschaft hat in dieser Saison noch nie auch nur einen Ein-Tore-Rückstand aufgeholt, aber im richtigen Moment die notwendige Mentalität gezeigt.“

Es dauerte lange, bis ein wenig Spielfluss aufkam. Kurz vor der Pause pfiff der Schiedsrichter den alleine aufs Tor zulaufenden Justin Kabuya zurück, weil zuvor Lukas Rodwald gefoult worden war. So deutlich dieses Vergehen auch zu sehen und zu hören war: Hier hätte Christian Stübing (Weiden) die Vorteilsregel anwenden müssen.

Im zweiten Abschnitt passierte, was Leicht vorhergesehen hatte – Unterhaching erhöhte den Druck, aber auch das Risiko. Und das zahlte sich zunächst aus für die Bayern. Der eingewechselte Niclas Anspach sorgte mit einem Aufsetzer aus 18 Metern für die Gästeführung (53.). Der Treffer zeigte Wirkung. Die Eintracht geriet regelrecht ins „Schwimmen“ und wurde noch einmal kalt erwischt, als Karim Adeyemi von links nach innen zog und Alexander Kaltner bediente, der zum 2:0 einschob (67.). „Zwischendurch war es mal für uns erledigt“, gab Leicht später zu.

Was dann passierte, wird man am Riederwald so schnell nicht vergessen, zumindest wenn am kommenden Samstag Kapital daraus geschlagen werden kann. Der Kunstschuss von Deji Beyreuther zum 1:2 (73.) läutete einen irren Sturmlauf der Eintracht ein, die plötzlich die Zweikämpfe gewann und endlich zielstrebiger spielte. Und das wurde belohnt: Nach Nick Försters Gewaltschuss prallte der Ball vom Innenpfosten zum 2:2 ins Tor (77.). Mit der Roten Karte gegen Miguel Torcuatro wegen einer Tätlichkeit (82.) schienen die Aktien der Eintracht wieder zu sinken, aber nach einem Ballgewinn traf Mischa Häuser eiskalt zum 3:2 (86.). Zwei Minuten später musste Förster wegen Ballwegschlagens mit „Gelb-Rot“ vom Feld, nun begann das große Zittern. In der Nachspielzeit entschärfte Herzig einen Kopfball von Ivan Mihaljevic aus vier Metern und damit war das Spiel tatsächlich gewonnen.

„Wir werden jetzt aber nicht vergessen, dass für uns quasi erst Halbzeit ist. Im nächsten Spiel muss ja auch noch ein Punkt her“, merkte Frank Leicht noch an.

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