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War gestern in Frankfurt und ist im Juni wieder hier: Deutschlands Eiskönigin Katarina Witt.

Stadtgeflüster

Eiskönigin düst von Termin zu Termin

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Als hätte ich in Korea nicht genug Sushi gehabt“, sagt Katarina Witt scherzhaft.

Als hätte ich in Korea nicht genug Sushi gehabt“, sagt Katarina Witt scherzhaft. Sie sitzt in den Katakomben der Festhalle, wo wenige Stunden später die Premiere von „Disney on Ice“ beginnt, und isst den rohen Fisch. Als Expertin war die Eiskunstlauflegende bei den Winterspielen in Pyeongchang.

Beim Gold-Paarlauf von Aljona Savchenko und Bruno Massot fieberte sie mit. „Ich war schon bei ihren ersten Olympischen Spielen dabei und habe es ihnen dieses Mal ganz besonders gewünscht“, sagt Katarina Witt, die fast auf den Tag genau vor 30 Jahren ihre zweite Olympiagoldmedaille gewann. „Gefühlt erinnert sich jeder daran“, erzählt sie. Und das wünscht sie Savchenko und Massot auch: „Dass in 30 Jahren die Fans auf sie zukommen und ihnen sagen, dass es sie sehr bewegt hat. Dann wissen sie um so mehr, was sie Einmaliges geschaffen haben.“

Nun düste Katarina Witt mit einem Umweg über Monaco nach Frankfurt. Sie blieb aber nicht lange in der Mainmetropole. „Es geht endlich nach Hause“, sagte die 52-Jährige. Ins Fürstentum war sie übrigens gereist, weil sie an den „Laureus Awards“ teilgenommen hat. Ausgezeichnet werden Sportler für außergewöhnliche Leistungen des Vorjahres. 2018 war Tennisspieler Roger Federer der große Gewinner.

Vergleichbar erfolgreich war Katarina Witt, die so ziemlich alles erreicht hat: Sie war zweimal Olympiasiegerin im Eiskunstlauf, Welt- und Europameisterin in dieser Disziplin, sie ist Schauspielerin und Moderatorin, und seit vier Jahren ist Katarina Witt auch noch Markenbotschafterin von „Disney on Ice“, einer Schau, die noch bis Sonntag in der Festhalle gastiert und mit sechs Shows gut 30 000 Zuschauer anlocken soll.

Dass sie diese Aufgabe übernommen hat, kam so: „,Disney on Ice‘ wollte wieder zurück nach Deutschland kommen, und da haben sie sich gedacht, dass es perfekt passen würde, mich zu involvieren.“ Klar, was lag näher? Da passt es auch, dass der Lieblings-Disney-Film von Witt „Die Eiskönigin“ ist, die auch Teil der Show ist. Katarina Witt ist es allerdings nicht. Sie flog gestern gleich zurück nach Hause.

Was steht auf der To-do-Liste einer so erfolgreichen Frau? „Nüscht mehr“, antwortet Witt und lacht. „Ich habe das Glück, dass ich mir Ziele und Träume schon in sehr jungem Alter erfüllen konnte“, führt sie aus. Nach ihrer aktiven Laufbahn genieße sie den Luxus, das anzunehmen, was ihr passt, oder viele Dinge einfach abzusagen, weil sie diese nicht interessieren. „Ich bin jemand, der im Moment lebt.“

Aber über einen Mangel an Betätigung kann sie sich nicht beklagen. „Ich habe viele verschiedene Aktivitäten, unter anderem bin ich Botschafterin für die Postcode-Lotterie und kümmere mich sehr aktiv um meine Katarina-Witt-Stiftung, wo wir Kindern mit körperlicher Behinderung helfen.“

Das nächste Mal ist Deutschlands Eiskönigin im Juni wieder in Frankfurt, wenn sie das Startzeichen zum JP.-Morgan-Lauf gibt. „Das ist eine magische Stimmung, die dann in der Stadt herrscht – und alles noch für den guten Zweck“, sagt Witt, die 2011 beim Sportpresseball zur Legende des Sports gekürt wurde.

(es)

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