Elektroräder als neue Lastesel

Lasten aufs Rad – das funktioniert in den Niederlanden ganz gut. Zwei neue Unternehmen wollen auch auf Frankfurts Radwegen mit Lasteneseln unterwegs sein: Cargobike Frankfurt und „Sachen auf Rädern“

Lasten aufs Rad – das funktioniert in den Niederlanden ganz gut. Zwei neue Unternehmen wollen auch auf Frankfurts Radwegen mit Lasteneseln unterwegs sein: Cargobike Frankfurt und „Sachen auf Rädern“ wagen den Sprung – oder Schritt – ins Fahrrad-Transportgewerbe und erhalten dafür von der Stadt je 20 000 Euro.

Während Klaus Grund und Frauke Fischer mit „Sachen auf Rädern“ im April mit ihrem Unternehmen starten – „und dann vor allem im Ostend und in Bornheim unterwegs sein wollen“, wie Klaus Grund sagte, sind Sven Bergen und Patrick Köhler mit Cargobike schon etwas weiter. Immerhin haben sie als Radkuriere schon Erfahrungen gesammelt und bis zu 20 Kilogramm transportiert. „Mit den neuen Dreirädern wird sich die Last jetzt auf bis zu 200 Kilogramm verzehnfachen“, verriet Köhler. Sponsoren für die an die Fahrrad-Taxis erinnernden Lastenräder sind gefunden. Vor allem das Kaffee-Traditionshaus Wacker ist hier zu nennen. „Vielleicht können wir bald die frisch gerösteten Bohnen aus der Rösterei in die Innenstadt-Geschäfte fahren“, freut sich Köhler auf einen sympathischen Auftrag. „Die Lastenräder sind sehr teuer, da sind wir auf Werbepartner angewiesen“, so Köhler.

Natürlich ist es schwer abzuschätzen, wie viele Kilos oder gar Tonnen Kohlendioxid gespart werden, wenn die Geschäftsidee der beiden Firmen erfolgreich ist. Klar scheint jedoch, angesichts der Vielzahl von Kleinlastern, die die Straßen verstopfen und Pakete von Zalando und anderen Internetfirmen bringen, ist es eine gute Idee. Köhler und Sven Bergen von Cargobike denken schon weiter: Ziel von Cargobike ist eine umweltverträgliche Innenstadtlogistik mit Kohlendioxid-neutralen Fahrzeugen. Mittelfristig möchten sie den motorisierten Lieferverkehr im Stadtgebiet auf ein Minimum reduzieren. Dazu sind Zwischenlager erforderlich, die als Verteilerzentren dienen, von denen aus die Radflotte die Sendungen ausliefert.

Wie die Cargoräder von Köhler und Bergen sind auch die – allerdings zweirädrigen – Lastenräder von Klaus Grund und Frauke Fischer mit elektrischem Hilfsantrieb versehen. Die teuren Räder sollen bei Grund morgens geschäftliche Transporte übernehmen, mittags vielleicht Essen ausfahren, abends in der dritten Schicht Waren vom lokalen Einzelhandel zu den Kunden nach Hause bringen. Per Klick im Web, per Anruf oder via App stehen die Transporträder von „Sachen auf Rädern“ bereit.

Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) war von diesen beiden und den anderen Projekten rundweg begeistert. „Es ist doch wichtig, dass sich so junge Leute und junge Unternehmen engagieren“, sagte sie. Schließlich will Frankfurt bis 2050 nur noch halb so viel Kohlendioxid ausstoßen und nur noch Energie verbrauchen, die in Frankfurt gewonnen wurde.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare