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Auf dem Pausenhof der Außenstelle der Salzmannschule wird alles für die Container der KGS vorbereitet.

Niederräder wollen Standort und Konzept wissen

Eltern fordern klare Ansagen für Niederräder Gesamtschule

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Jüngst hat sich die Koalition im Römer darauf geeinigt, dass in Niederrad anstatt einer Integrierten eine Kooperative Gesamtschule eröffnet. Die Eltern im Stadtteil sind enttäuscht, richten sich mit einem offenen Brief an die Politiker und fordern eine Garantie, dass die Schule 2017 eröffnet.

„Das Desaster droht sich zu wiederholen.“ Mit diesen Worten richten sich die Eltern, deren Kinder die Frauenhofschule in Niederrad besuchen, in einem offenen Brief an die Politiker der schwarz-rot-grünen Koalition im Römer. Mit Desaster spielen die Elternbeirätinnen Katja Irle und Janette Wider in ihrem Schreiben auf die nicht ausreichenden Anmeldungen für die in Niederrad geplante Kooperative Gesamtschule an, die aus diesem Grund im Sommer nicht starten konnte. „Aus diesem gescheiterten Versuch hätten die Verantwortlichen lernen müssen“, heißt es weiter. Doch das sei nicht passiert. „Anstatt Planung, Bau und Konzeption der Schule voranzutreiben, hat die Römerkoalition die Zeit mit machtpolitischen Spielchen vergeudet.“ Wie wir berichteten, scheiterte der Versuch von Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD), für Niederrad doch eine Integrierte Gesamtschule (IGS) durchzusetzen, an der CDU.

Viele Eltern hätten sich aber, so sind sich Irle und Wider sicher, eine IGS – alle Kinder, egal welchen Bildungszweig sie besuchen, werden in einer Klasse unterrichtet – gewünscht. Aber entscheidender sei nun: Die Eltern wollen eine Garantie, dass die Schule im Sommer 2017 auch eröffnet wird. Sie wollen „klare Ansagen“ über den Standort, die Größe des Gebäudes und das pädagogische Konzept. Sie wollen wissen, ob ihre Kinder nach kurzer Zeit wieder umziehen müssen – „am Ende an einen Standort zwischen Autobahn und Kläranlage“. Sie wollen wissen, ob es eine Kantine und eine Turnhalle gibt, ob der Pausenhof groß genug ist. „Wir fordern Ihre verbindliche Zusage spätestens Anfang des kommenden Jahres, dass die geplante KGS im Sommer 2017 auch tatsächlich eröffnet wird“, schreiben die Eltern. „Sollten klare Aussagen fehlen, wird sich niemand für diese Phantom-Schule entscheiden.“

Immerhin versprach Sylvia Weber am Montagabend im Bildungsausschuss, wo das Thema ebenfalls diskutiert wurde, dass die KGS – die drei Bildungszweige werden getrennt voneinander unterrichtet – im kommenden Jahr eröffnen wird (wir berichteten). Von den Containern auf dem Pausenhof der Außenstelle der Salzmannschule in der Goldsteinstraße – dort soll die Gesamtschule zunächst eröffnen – ist allerdings noch nicht sonderlich viel zu sehen. Lediglich die Fundamente stehen. In wenigen Wochen sollen, laut Bildungsdezernat, die Holzmodule aber aufgestellt werden, so dass die Bauten ab Februar 2017 zu sehen sind. Ab März soll dann der Innenausbau beginnen. Die Baugenehmigungen liegen alle vor. Zudem prüft das Dezernat derzeit weiterhin Grundstücke auf ihre Tauglichkeit. Im Dezember soll es einen runden Tisch in Niederrad für die neue Schule geben. Webers Sprecher Rüdiger Niemann sagt: „Spätestens bis dahin wollen wir den endgültigen Standort der KGS kennen und verkünden.“

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