Bereits im November wandte sich die Elterninitiative mit der Hortplatzproblematik an den Ortsbeirat.
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Bereits im November wandte sich die Elterninitiative mit der Hortplatzproblematik an den Ortsbeirat.

Hortplätze

Elterninitiative und Stadt wollen weitere Betreuungsplätze in Berkersheim schaffen

  • Andreas Haupt
    VonAndreas Haupt
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Die Hortplätze in Berkersheim sind vergeben. Für die Elterninitiative „Mehr Hortplätze für Berkersheim“ ist klar: Viele Kinder haben keinen Platz bekommen. Aufgeben wollen sie aber nicht beim Versuch, Räume für zusätzliche Hortplätze zu finden.

Die meisten Briefe sind inzwischen verschickt mit der Nachricht, welche Eltern in Berkersheim für ihre künftigen Erstklässler einen Betreuungsplatz bekommen. „Die Eltern sind unglücklich. Denn viele bekamen keinen Brief“, sagt die Berkersheimer Kinderbeauftragte, Tanja Jakob. Noch machten die Kitas, die wie der Schülerladen Dachsburg oder die Internationale Kita Am Neuenberg Hortkinder betreuen, den Eltern Hoffnung. Etwa dass Kinder wegziehen und so noch ein Platz frei wird. „Aber es wurden sogar Geschwister von älteren Kindern, die einen Hortplatz haben, abgelehnt. Das zeigt, wie eng es ist.“

Kein Brief von der Kita

Noch haben Jakob und die Elterninitiative „Mehr Hortplätze für Berkersheim“ keine endgültigen Zahlen, wie viele Kinder zum kommenden Schuljahr keinen Betreuungsplatz bekommen. „Nicht alle Eltern, die sich für einen Platz angemeldet haben, sind in unserem Verteiler“, sagt Jakob. Da aber auch die Erweiterte Schulische Betreuung (ESB) der Grundschule ihre Plätze schon vergeben hat, sei klar, dass im Sommer Hortplätze fehlen, sagt Nicole Seipel, eine Sprecherin der Elterninitiative. „Leider bekommen Eltern, die keinen Platz haben, keine Absage. Aber von mehr als zehn Eltern aus wissen wir, dass sie keinen Platz haben.“

Eltern sollen sich melden

Vor einem Monat hatte die Initiative durch einen Vergleich der frei werdenen Plätze mit den Anmeldungen errechnet: Bei 42 benötigten Betreuungsplätzen bleiben rund 20 Kinder ohne Hortplatz (wir berichteten). „Wir rechnen damit, dass dies auch der aktuelle Stand ist“, sagt Seipel. Zumal den ein oder anderen Platz nun Kinder bekommen, die bereits in der ersten Klasse sind, im vergangenen Jahr aber keinen Hortplatz bekamen. Eltern aus Berkersheim, die keinen Betreuungsplatz bekommen, können zur Elterninitiative per E-Mail Kontakt aufnehmen: hortplatz-berkersheim@gmx.de.

Positiver als die Eltern sieht dies die Stadt: In ihrer Antwort auf eine Anfrage des CDU-Stadtverordneten und Vorstehers des Ortsbezirks 10, zu dem Berkersheim gehört, Robert Lange erklärt Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD): Beide Berkersheimer Horte stellten im neuen Schuljahr „durch Überbelegung mehr Hortplätze“ zur Verfügung. Auch die ESB bekomme zwei zusätzliche Plätze. „Darüber hinaus wurde den Eltern die Möglichkeit der Schulkindbetreuung über Kindertagespflege aufgezeigt“, so Weber in ihrer schriftlichen Antwort. Beim Diakonischen Werk, dessen Fachdienst die Tagespflege organisiert, habe sich aber bislang niemand aus Berkersheim gemeldet.

Ein Hinweis, der aus Sicht der Eltern ins Leere läuft – denn es gebe keine Tagesmütter in Berkersheim, die Schulkinder betreuen, sagen Tanja Jakob und Nicole Seibel. Aufgeben wollen die Eltern jedoch nicht, sagt Seibel. „Wir versuchen weiterhin, Räume zu finden für weitere Hortgruppen, sind auch mit Vermietern im Gespräch.“ Und das Stadtschulamt sei im Gespräch mit der Grundschule, ob es nicht doch eine Möglichkeit gebe, für ein Jahr enger zusammen zu rücken, sagt Rüdiger Niemann, Referent im Bildungsdezernat. Dann entspanne sich die Situation: Im Sommer 2018 soll die Grundschule Berkersheim in ihren Neubau in der Straße In den Gräben ziehen – mit viel Platz für die Erweiterte Schulische Betreuung.

Um über die Betreuungsmöglichkeiten für Schulkinder in der Kindertagespflege zu informieren, lädt der Fachdienst der Diakonie am Donnerstag, 9. März, für 19 Uhr zu einem Infoabend in den Ben-Gurion-Ring 39 ein.

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