Obwohl die kroatische Fußballmannschaft im EM 2021 Achtelfinale rausgeflogen sind, feiern die Fans.
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Obwohl die kroatische Fußballmannschaft im EM 2021 Achtelfinale rausgeflogen sind, feiern die Fans.

Trotz EM-Aus

Wilde Fußball-Party von Kroatien-Fans in Frankfurt: Polizei greift ein

  • VonSabine Schramek
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Im Achtelfinale der EM 2021 verliert die kroatische Fußball-Nationalmannschaft gegen Spanien. Trotz des EM-Aus ist den Fans von Kroatien in Frankfurt nach Feiern zumute.

Frankfurt – Mehr als 20 Polizeiautos rasten am Montagabend mit Blaulicht durch Frankfurt. Einsatzwagen, Überfallkommando und behelmte Polizisten waren sofort zur Stelle, als lautes Geschrei vor einem Lokal an der Ecke Berliner-Straße und Fahrgasse gemeldet wurde. Das mega-spannende Achtelfinale-EM-Spiel zwischen Spanien und Kroatien am Montagabend hat die Verlierer nicht fluchen, sondern kräftig feiern lassen. Fahnen werden geschwenkt, es wird gehupt und gesungen. Kein Durchkommen in die Fahrgasse.

Eine kurze Ansprache der Polizei bei der Security des Lokals hat genügt. Die Fußballfans halten die Fahrgasse frei und jubeln feucht-fröhlich auf dem Bürgersteig. Pyro und bengalische Feuer leuchten immer wieder rot auf, während Autokorsos mit kroatischen Flaggen laut hupend durch die Stadt fahren. Was auf den ersten Blick aggressiv wirkt, ist pure Lebensfreude. „Die Leute wollen einfach feiern und das Spiel war so spannend, dass sie sich wie Sieger fühlen“, so eine Polizistin im Einsatz. „Wir achten darauf, dass es nicht zu Ausschreitungen kommt oder die Stimmung kippt.“ Ein schwer angetrunkener Mann, der nicht zu den Fans gehört, torkelt auf der Berliner Straße Richtung Party. Die Polizei trägt ihn zur Seite, da er kaum laufen kann. Wer es beim Feiern zu wild treibt, wird von Beamten herausgenommen und deutlich ermahnt. 

EM 2021: Pyro und Böller in Frankfurt gezündet – friedliche Feier

Die Sicherheitsleute des Lokals ziehen ebenfalls einige Fans raus und sorgen für nicht allzu ausgelassenes Handeln. 20 Minuten lang wird immer wieder Pyro abgefackelt, die Straße taucht in leuchtendes Rot. Als um 22.02 Uhr ein Polenböller kracht, ist Schluss mit lustig. Der Sicherheitsmann vom Lokal tritt den Böller mit dem Fuß aus. Die Polizei stellt sich gleichzeitig auf der Fahrgasse vor der Feiernden auf. Nach einem zweiten Knall werden zwei Männer aus der Horde geführt. Statt zu böllern, heben sich Fans gegenseitig auf die Schultern, singen und tanzen. Bier und Sekt fließen in Strömen in Münder und über Köpfe. Als es kurz darauf anfängt, zu regnen, wird es den Fußballfans offenbar doch zu nass. Nach und nach leert sich die Straßenkreuzung.

Die Berliner Straße wird wieder für den Verkehr geöffnet. Die Straßenbahn konnte trotz Absperrungen und Feiermeute ohne Zwischenfälle die gesamte Zeit unbehelligt fahren. Der angetrunkene Mann liegt reglos an der Straßenbahnhaltestelle Richtung Innenstadt. Drei Polizisten sprechen freundlich mit ihm, helfen ihm auf und setzen ihn ins Trockene auf einen Sitz an der Haltestelle. „So können wir Sie nicht allein hier lassen“, sagt einer der Beamten zu ihm und fragt ihn, ob er Rettungswagen braucht. „Fußball, Fußball“, grölt der Mann, bevor er wieder einschläft. (Sabine Schramek)

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