Hoch, höher, Emil: Bis zu einem Meter hoch springt der Achtjährige mit seinem Mountainbike über Hügel und Wellen. Dafür wünscht er sich eine eigene Anlage im Stadtteil.
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Hoch, höher, Emil: Bis zu einem Meter hoch springt der Achtjährige mit seinem Mountainbike über Hügel und Wellen. Dafür wünscht er sich eine eigene Anlage im Stadtteil.

Rödelheim: Frankfurter Bub fordert Bike-Park

Emil will ganz hoch hinaus

  • Judith Dietermann
    vonJudith Dietermann
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Achtjähriger hat mehrere Standorte im Visier

Emil ist gerne schnell unterwegs. Schnell und manchmal auch ziemlich hoch. Bis zu einem Meter, sagt der Achtjährige, könne er mit seinem BMX-Rad oder dem Mountainbike springen. Wenn es einen entsprechenden Hügel gibt. "Mit drei Jahren habe ich Fahrradfahren gelernt, schon bald habe ich mehr Spaß daran gehabt, querfeldein statt auf Fahrradwegen zu fahren", sagt er. Doch das ist in Rödelheim und sogar in ganz Frankfurt ein echtes Problem, denn eine solche Möglichkeit, sagt Emil, gebe es im Stadtteil nicht. Stattdessen muss er sich von seinen Eltern nach Bad Vilbel oder Schwalbach fahren lassen, wo es entsprechende Bahnen gibt. "Das geht zwar, ist aber auf Dauer doch ziemlich nervig", sagt er.

Öfter Ärger mit den Skatern

Deshalb hat Emil einen großen Wunsch: einen Bike-Park in Rödelheim. "Ich bin mir sicher, dass sich auch andere Kinder und Jugendliche darüber freuen würden", sagt er. Wie auch seine Freunde, denn wenn Emil mit ihnen unterwegs ist, dann mit dem Fahrrad. Im Moment hätten sie nur eine Möglichkeit in näherer Umgebung ihre Tricks zu perfektionieren: im Niddapark, direkt neben der Sportanlage von Blau-Gelb Frankfurt. Dort gibt es eine kleine Bahn aus Beton. Aus Beton, weil sie ursprünglich für Skateboard- und Rollerfahrer konzipiert wurde. Dementsprechend groß ist auch das Konfliktpotenzial. "Die Skater und Rollerfahrer beschweren sich immer, wenn wir mit unseren Rädern die Bahn dreckig machen", sagt Emil.

Auch auf den Treppen zur Unterführung am Rödelheimer Bahnhof fährt Emil gerne mit dem Rad hinunter. Das ginge aber nur dann, wenn wenig los sei. Mittags, wenn Emil normalerweise in der Schule sitzt, oder abends. Allerdings muss ein Achtjähriger schließlich früh ins Bett. "Am Pavillon im Brentanopark gibt es zwischen den Blumenbeeten noch ein paar Stufen, die man herunter fahren kann. Das sind aber nur wenige und hoch sind sie auch nicht", sagt Emil, der mittlerweile größere Herausforderungen sucht.

Mit der Unterstützung seiner Eltern und seines Patenonkels Frank Leibiger hat er sich deshalb auf die Suche nach anderen Möglichkeiten gemacht. Nach Orten in Rödelheim, an denen man einen solchen Bike-Park bauen könnte. Wie auf der Grünfläche unterhalb der Sternbrücke oder im Biegwald, dort wo es schon einmal einen Spielplatz gab. Ein weiterer Platz könnte der alte ADAC-Übungsplatz im Rebstockpark sein. "Das ist auch gar nicht aufwendig und nicht teuer", erklärt Emil, der bereits fleißig recherchiert hat. Denn solch ein Bike-Park bestünde ausschließlich aus Erde, meist der Aushub von Neubaugebieten. Ein Anfahrhügel, eine kleine Steilkurve sowie dazwischen ein paar Hügel und Wellen - das würde schon ausreichen. In Bad Vilbel, erzählt Emil, sei die Bahn sowohl für Anfänger, als auch für Könner und Experten geeignet. So etwas in Rödelheim zu realisieren, das sei sein Wunsch.

Unterstützung vom Patenonkel

Frank Leibiger ist derweil begeistert von dem Engagement seines Patensohns. Zumal er weiß, dass es für Kinder ab sechs Jahren kaum Möglichkeiten in Rödelheim gibt. "Die meisten Spielplätze, wie der Löwenspielplatz im Brentanopark oder der Spielplatz am Blauen Steg, sind für kleinere Kinder gedacht. Für die größeren Kinder und auch für die Jugendlichen gibt es neben dem Bolzplatz im Zentmarkweg eigentlich nichts", unterstützt er Emil.

Gemeinsam habe man auch darüber nachgedacht, die Idee dem Ortsbeirat 7 vorzustellen. Denn die Stadtteilpolitiker sind stets offen für Ideen der Kinder und Jugendlichen im Stadtteil. "Nach der Wahl muss sich der Ortsbeirat ja erst einmal neu bilden, dann ist das sicher eine gute Idee", sagt Emil, der sich über jegliche Unterstützung für sein Projekt freut. judith Dietermann

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