Stadtgeflüster

Emmanuel de Greco ist tot: Frankfurt ist um einen Charakterkopf ärmer

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Die Stadt ist um einen Charakterkopf ärmer. Emmanuel de Greco ist tot. Bekannt wurde der griechische Frisör zum einen durch sein auffälliges, fantasievoll geschmücktes Fahrrad sowie einen 38 Jahre alten roten Mitsubishi, mit dem er durch die Straßen fuhr. Und: Er war stets ebenso auffällig wie stilvoll gekleidet. 

Die Stadt ist um einen Charakterkopf ärmer. Emmanuel de Greco ist tot. Bekannt wurde der griechische Frisör zum einen durch sein auffälliges, fantasievoll geschmücktes Fahrrad sowie einen 38 Jahre alten roten Mitsubishi, mit dem er durch die Straßen fuhr. Und: Er war stets ebenso auffällig wie stilvoll gekleidet. 

Emmanuel de Greco, der mit bürgerlichem Namen Emmanuel Chatzinikolaou hießt, war ein Lebenskünstler alter Schule. Er war auch Tänzer und ausweislich seiner Visitenkarte „Tantriker“. Er spielte als Statist im Kult-Film Alexis Sorbas und soll Aristoteles Onassis auf dessen Yacht die Haare geschnitten haben. Was Dichtung und was Wahrheit ist – uninteressant. Interessant war die Person. „Ich liebe das Leben“, hatte er einmal gesagt. De Greco wuchs als eines von sechs Kindern auf und erlernte schon in Athen das Friseurhandwerk. 1964 kam er nach Frankfurt, arbeitete in verschiedenen Salons, bis er sich 1980 selbstständig machte. Seinen ersten Salon eröffnete er in der Großen Friedberger Straße mit einer Partnerin. 1990 machte er sich jedoch mit einem eigenen Geschäft in der Schäfergasse unabhängig. 

Sicher ist, dass er in Griechenland zur Welt kam. Aber wann, darum machte er immer ein gut behütetes Geheimnis. „Tatsächlich ist er 81 Jahre alt geworden“, lüftet es jetzt Vassilios Floudaras, ein enger und langjähriger Freund des Paradiesvogels. Ursprünglich sollte de Greco kommenden Montag beigesetzt werden. Allein: „Er hat keinen Pfennig und keine Hinterbliebenen“, sagt Vassilios Floudaras. „Aber er hat einen sehr großen ,Fanclub’“, so der Freund. Und den gilt es jetzt zu mobilisieren. Denn für Beisetzung und Grabpflege für 20 Jahren müssen 5 500 Euro her. Deshalb beschreiten Vassilios Floudaras und eine weitere sehr gute Freundin, Dimitra Petsa, Inhaberin der Nibelungenschänke, zwei Pfade. „Geplant ist, dass der Verein ,Street Angels’ ein Spendenkonto einrichten soll“, berichtet Vassilios Floudaras. Und zum anderen wollen die beiden eine Dosen-Aktion starten. „In der Oinotheke wird eine Dose aufgestellt und wer möchte, kann Geld hineinwerfen“, so Vassilios Floudaras weiter. es

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