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Für viele Niederräder ein Schandfleck im Stadtteil: Die Baustelle des Luxushotels an der Rennbahn kommt nur im Schneckentempo voran ? Ende 2017 soll sie fertig sein.

Fünf-Sterne-Hotel an der Niederräder Rennbahn

Ende 2017 soll das Hotel an der Noch-Rennbahn eröffnet werden

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Langsam, aber wirklich nur ganz langsam sind an der Baustelle des Fünf-Sterne-Hotels an der Niederräder Rennbahn Fortschritte zu sehen. Die chinesischen Verzierungen am Dach sind nun deutlich zu erkennen. Dennoch hat sich die Eröffnung der Luxusherberge abermals verschoben: Statt im Frühjahr 2017 sollen die ersten Gäste nun erst zum Jahreswechsel 2017/18 empfangen werden.

Wer abends und am Wochenende am Bauzaun des Hotel-Rohbaus an der (Noch-)Rennbahn vorbeispaziert, wird von großen, gefährlich dreinblickenden Hunden angebellt. Sie bewachen die Baustelle. Menschen hingegen sind auf dem Areal nur selten zu erblicken. Wer Glück hat, sieht einen Bauarbeiter hastig über das Gelände huschen oder in dem Außenaufzug in die Höhe fahren. Dennoch: Das Fünf-Sterne-Hotel an der Schwarzwaldstraße macht Fortschritte – langsam, ganz langsam.

„Wir wollen zum Jahreswechsel 2017/18 eröffnen“, sagt Dirk Hempelmann, Sprecher der Huarong-Gruppe, die als Investor und Bauherr der Luxusherberge fungiert, auf Nachfrage dieser Zeitung. Damit verschiebt sich die Inbetriebnahme abermals. Noch im Januar diesen Jahres war die Rede von Frühjahr 2017. Als Begründung für die erneute Verzögerung nennt Hempelmann Umplanungen, die mit dem neuen Betreiber, der chinesisch-amerikanischen Firma Diaoyutai MGM, einhergegangen sind. „Und diese waren wesentlich umfangreicher als zuvor gedacht“, sagt Hempelmann. „Das hat uns zeitlich aufgehalten.“ Die Firma Diaoyutai MGM ist erst seit November 2015 mit an Bord. „Sie wollen natürlich ein Mitspracherecht bei der Gestaltung haben“, sagt Hempelmann. Ganz abgeschlossen seien die Verhandlungen über die Umplanungen immer noch nicht.

Fest steht aber schon jetzt: Das vorgesehene asiatische Ambiente des Hotels mit seinen 215 Zimmern und Suiten bleibt erhalten. „Statt des eher traditionellen Stils, wie geplant, wird es nun eher moderner“, sagt der Sprecher. Zu sehen wird dies im Restaurant und am Interior der Zimmer sein.

Mittlerweile ist die Form des chinesisch-anmutenden Pagoden-Daches mit seinen rot-grünen Verzierungen und den goldenen Drachenfiguren deutlich zu erkennen. Eingerüstet ist der Rohbau aber dennoch. Die Fassade ist längst nicht fertig. „Dafür ist der Trockenbau in den Gästeetagen vollendet“, sagt Dirk Hempelmann.

Ganz selbstverständlich ist es nicht, dass das Hotel tatsächlich dabei ist, konkrete Formen anzunehmen. Schließlich ruhte die Baustelle immer wieder. Zur Erinnerung: 2006 hatte die Huarong-Gruppe mit der Stadt einen Vertrag geschlossen. Die Stadt gewährte Huarong für das etwa 8000 Quadratmeter große Areal Erbbaurecht auf 99 Jahre. Die Investoren zahlten sieben Millionen Euro. 2008 besuchte die damalige Oberbürgermeisterin Petra Roth die Baustelle für einen symbolischen ersten Spatenstich, Ende 2009 sollte die Eröffnung gefeiert werden.

Im Frühjahr 2010 gähnte allerdings am Rande der Rennbahn lediglich eine Baugrube. Die lief immer mal wieder mit Wasser voll, Bauarbeiter waren aber kaum zu sehen. 2011 stand dann etwa die Hälfte des Rohbaus, was folgte war ein monatelanger Baustopp. Verhandlungen mit der Stadt um Änderungen der Baupläne ließen jegliche Hoffnung auf ein schnelles Ende der Bauarbeiten im Keim ersticken. Weiter ging es erst 2012.

Der Zeitplan ist nicht der einzige Aspekt des Projekts, der sich in den zurückliegenden Jahren verändert hat. Auch die veranschlagten Kosten stiegen im Laufe der Jahre. Aus ursprünglich 40 Millionen wurden 60 Millionen Euro. „Die Summe kann natürlich nicht eingehalten werden“, sagt Hempelmann. Wie viel teurer die Luxusherberge wird, könne er allerdings noch nicht beziffern. „Von einer Kostenexplosion wie beim Berliner Flughafen oder ähnlichen Projekten wird aber nicht die Rede sein können.“

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