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Endlich fährt die 15 wieder durch

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Von: Stefanie Wehr

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Mittags nach Schulschluss herrscht Hochbetrieb auf der Linie 16, am Buchrainplatz steigen die meisten Fahrgäste aus.
Mittags nach Schulschluss herrscht Hochbetrieb auf der Linie 16, am Buchrainplatz steigen die meisten Fahrgäste aus. © Wehr, Stefanie

Weil Trams teils ausfielen, war die Linie 16 ständig überfüllt

Wer in Oberrad wohnt und auf die Straßenbahn angewiesen ist - das einzige öffentliche Verkehrsmittel, das Oberrad an die Innenstadt anbindet -, brauchte in den vergangenen Wochen oft starke Nerven. Denn es fuhr noch eine von zwei Linien, die 16. Die 15 war wegen Personalmangels seit Ende November gekappt und fuhr nur bis Südbahnhof. Mittags, wenn Hunderte Schüler nach der Schule nach Hause fahren, war die Linie 16, die alle zehn Minuten fährt, deshalb brechend voll. Genauso abends zwischen 17 und 19 Uhr, wenn Berufstätige zurück nach Oberrad fahren. Das Gärtnerdorf gilt bekanntlich als Schlafstadt, etliche Bewohner verbringen dort die Nacht und pendeln des Tags zum Arbeitsplatz.

Damit ist jetzt zum Glück Schluss, viele Fahrer sind wieder gesund: „Von Montag, 23. Januar, an wird die Linie 15 wieder nach Fahrplan auf ihrer Stamm-Strecke verkehren, also auch nachmittags bis Offenbach Stadtgrenze fahren. Dies gilt bis auf weiteres“, teilt die VGF mit.

Die 15 fuhr seit 28. November von Niederrad aus nur noch bis Südbahnhof und nicht mehr bis Stadtgrenze Offenbach. Grund: Die Linie war eine von zwei Straßenbahnlinien in Frankfurt, die wegen des hohen Krankenstands bei der VGF nur noch eingeschränkt verkehrte. Auch die Tramlinie 14 vom Ernst-May-Platz Richtung Mönchhofstraße wurde gekappt und fuhr nur bis zur Haltestelle Zoo. Seit Anfang voriger Woche stellten Fahrgäste am Lokalbahnhof dann verwundert fest, dass dort wie einst eine Straßenbahn der Linie 14 fuhr. Diese ist vorübergehend wieder auf ihrer alten Strecke Richtung Sachsenhausen eingesetzt und endet am Lokalbahnhof, bis einschließlich 19. Februar. Das wurde aber erst gestern, als just eine Anfrage dieser Zeitung erfolgte, offiziell kommuniziert. Bis dahin fand sich ein Hinweis darauf nur im Störungsmelder auf der Internetseite der VGF.

Dass die Straßenbahnlinie 15 Richtung Oberrad fehlte, wurde augenblicklich spürbar, sagen Oberräder Tramnutzer. „Die Bahnen sind zur Mittagszeit voll, vor allem zu Schulzeiten“, warnte auch der Ortsbeirat 5 schon Mitte November. „Angesichts dessen, dass zu befürchten ist, dass die Corona-Zahlen in die Höhe schnellen, wird durch den Entfall der Linie 15 das Ansteckungsrisiko für Schüler in den verbleibenden Bahnen vergrößert“, schrieb das Gremium in einem Antrag an die Stadt, verbunden mit der Frage, ob wenigstens die verbliebene 16 dann öfter fahren könne.

Doch angesichts des Personalmangels war dies keine Option. Die 15 sei gerade deshalb ausgewählt worden, weil sie weniger stark frequentiert sei als die 16, erklärt Klaus Linek, Sprecher der Nahverkehrsgesellschaft traffiq. „Es wurden gezielt Linien reduziert, auf deren Strecke es ein Alternativangebot gibt.“ Die Tramlinie 16 sei Richtung Oberrad zwar voll gewesen, aber nicht übervoll - „wir haben von keinen zurückgelassenen Fahrgästen gehört und hatten auch nur etwa drei Beschwerden erhalten“, so Linek.

Der Bus 79, der in Niederrad zwischen Haardtwaldplatz, Lyoner Quartier und S-Bahn-Station verkehrt, war wegen des Krankenstands im November komplett ausgefallen, fährt aber seit 12. Dezember wieder regulär. Stefanie Wehr

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