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110 Abgeordnete sitzen derzeit im Hessischen Landtag. Am Sonntag entscheidet sich, welche Frankfurter einziehen.

Landtagswahl 2018

Der Endspurt um Mandate in Wiesbaden beginnt

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13 Abgeordnete aus Frankfurt sitzen derzeit im Hessischen Landtag. Wie viele werden es nach der Wahl am Sonntag sein? Wir analysieren Chancen und Risiken.

110 Mitglieder hat der Hessische Landtag in Wiesbaden – 13 davon kommen derzeit aus Frankfurt. Sechs Abgeordnete stellt die CDU, drei die SPD und je zwei Grüne und Linke. Wie viele es in der nächsten Legislaturperiode sein werden, darüber entscheiden am kommenden Sonntag die Wähler mit ihrer Stimme.

Sicher ist jedoch schon jetzt, dass zwei Abgeordnete nicht mehr in die Landeshauptstadt zurückkehren werden. Nach 20 Jahren tritt die frühere hessische SPD-Vorsitzende Andrea Ypsilanti nicht mehr zur Wahl an. Sie wird im April 62 und will sich nun anderen Dingen widmen. Auch der Immobilienberater Ulrich Caspar kehrt Wiesbaden den Rücken. Der 62-Jährige saß insgesamt 14 Jahre im Landtag und will sich künftig mehr um seine Geschäfte kümmern.

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Ursprünglich gab es im Landtag sogar 15 Frankfurter. Doch Willi van Ooyen (Linke) legte im April 2017 sein Mandat nieder, nachdem er 70 Jahre alt geworden war. Nicola Beer (FDP) wechselte im Oktober 2017 in den Bundestag. Für sie rückte Wiebke Knell aus dem Schwalm-Eder-Kreis nach. Auch Bettina Wiesmann (CDU) zog es nach Berlin in den Bundestag, doch für sie rückte der Frankfurter Bodo Pfaff-Greiffenhagen nach.

Pfaff-Greiffenhagen tritt nun auch im Wahlkreis 38 (Bornheim, Nordend und Ostend) an. Als volksnaher, leutseliger Typ stehen seine Chancen, das Direktmandat zu bekommen, gut. Doch seine Konkurrenz ist groß. Auch die SPD-Kandidatin Arijana Neumann sowie der Grünen-Kandidat Marcus Bocklet rechnen sich gute Chancen aus, den Wahlkreis für sich zu gewinnen. Während Neumann, Referentin von Oberbürgermeister Peter Feldmann, noch keine politische Erfahrung auf Landesebene hat, gehört Bocklet dem Landtag seit 2005 an. Bei der Wahl 2009 errang er mit 22,4 Prozent der Stimmen das beste grüne Erststimmenergebnis in Hessen. 2013 konnte der heute 54-Jährige mit 24,0 Prozent den mit Abstand höchsten Stimmenanteil eines Drittplazierten in Frankfurt erreichen. Auf Platz zehn der Grünen-Landesliste ist er aber auf jeden Fall im Landtag – ebenso wie die zweite Grüne, Martina Feldmayer (Wahlkreis 34) auf Platz fünf.

In den Wahlkreisen 36 (Innenstadt), 37 (Süden) und 39 (Osten) haben die CDU-Kandidaten Ralf-Norbert Bartelt, Michael Boddenberg und Boris Rhein die besten Chancen, das Direktmandat zu gewinnen. Boddenberg, der auch Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion ist, hat seit 1999 jedes Mal seinen Wahlkreis gewonnen. Auf der Landesliste der Christdemokraten steht er auf Platz drei. Spannend wird im Frankfurter Süden, wie sich die Fluglärm-Debatte auswirkt. Die SPD-Kandidatin Stefanie Then ist eine ausgewiesene Gegnerin des Flughafenausbaus und rechnet sich dementsprechend gute Chancen gegen den viel bekannteren Boddenberg aus. Im Wahlkreis 34 (Westen) will Uwe Serke (CDU) seinen Sitz gegen Petra Scharf (SPD) verteidigen. Er hat vor fünf Jahren das Erbe des Landtags-Urgesteins Alfons Gerling angetreten und ist als Vorsitzender des Stadtverbands der Vereinsringe sehr präsent, aber noch nicht so fest im Sattel wie sein Vorgänger, der den Wahlkreis fast drei Jahrzehnte dominierte.

Sicher wieder in den Landtag einziehen, werden wohl auch die Sozialdemokraten Turgut Yüksel (Wahlkreis 36) und Gernot Grumbach (Wahlkreis 35: Nordwesten). Vor allem Grumbach muss sich da keine großen Gedanken machen, steht er auf der Landesliste doch auf Platz fünf, sollte er sich nicht gegen seinen CDU-Konkurrenten, den Neuling Veljko Vuksanovic, durchsetzen. Ebenfalls keine neue Aufgabe wird sich Janine Wissler suchen müssen. Die Fraktionsvorsitzende der Linken im Landtag ist die Spitzenkandidatin ihrer Partei. Gute Chancen kann sich auch Ulrich Wilken ausrechnen, zumindest wenn die Linken über fünf Prozent kommen. Nach den neusten Umfragen sieht es danach aber aus.

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