Der Unglücksort im Mainfeld.
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Der Unglücksort im Mainfeld.

Niederrad

Wohnungsbrand in Frankfurt: Mann stirbt bei Rettungsversuch – Entsetzen über Todessturz

  • VonSabine Schramek
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Die Trauer und der Schock im Mainfeld in Frankfurt-Niederrad sind groß, Augenzeugen sind traumatisiert. Ein Mann wollte vor den Flammen fliehen und stürzte in den Tod.

Niederrad - Eine verrußte Balkondecke, eine halb verbrannte Deutschlandflagge und ein großes Glas, das mit buntem Kies und einer weißen Kerze gefüllt ist, erinnern mit zwei großen schwarzen aufgemalten Trauerkreuzen an das Unglück im Mainfeld 21 in Frankfurt Niederrad. Die Reste einer großen Blutlache auf dem Asphalt vor der Kerze lassen Anwohner erschaudern.

Im 8. Stockwerk des Hochhauses riecht es scharf nach Verbranntem. Die Wandklappe im Flur, die einen langen dicken Wasserschlauch aufgerollt beherbergt, steht noch offen. Mit ihm hat ein Bewohner vom Treppenhausbalkon aus versucht, die Flammen zu löschen, die am Mittwoch gegen 17.50 Uhr aus einer der Wohnungen loderten. Minutenlang hielt er den Schlauch so, dass das Wasser durch die geöffnete Balkontür in die Wohnung fließen konnte. "Wer weiß, was ohne ihn sonst noch alles passiert wäre", sagt ein Mann am Morgen danach. Immer wieder blickt er ungläubig nach oben.

Brand in Frankfurt: Mann stirbt bei Sprung auf Nachbarbalkon

Die Wohnung mit einem grünen Kranz mit zwei roten und einem gelben Sternchen und getrockneten weißen Hortensienblüten an der Tür ist versiegelt und unbewohnbar. Ein aufgenageltes Brett zeigt Spuren, dass sie von außen aufgebrochen worden ist und zur Spurensicherung wieder verschlossen wurde. Wie, wo und warum das Feuer in der Wohnung ausgebrochen ist, blieb laut Polizei bislang unklar.

Fest steht, dass sich ein 36-jähriger Mann verzweifelt über den Balkon zum Nachbarbalkon retten wollte. Der Abstand war zu groß. Der Mann stürzte in die Tiefe und starb noch vor Ort an seinen Verletzungen, obwohl Notärzte versucht haben, ihn zu reanimieren. "Drei Minuten nach dem ersten Notruf waren Rettungskräfte vor Ort", so ein Sprecher der Feuerwehr. "Die Einsatzkräfte der Feuerwache 41 hatten einen Parallel-Einsatz. Drei Minuten später waren die Kollegen aus Sachsenhausen vor Ort." Für die Augenzeugen der doppelten Tragödie schien die Zeit endlos. "Warum ist der Mann nicht durch die Tür rausgelaufen", fragt sich eine Frau in der Nähe der Gedenkkerze, sie zittert. "Wahrscheinlich konnte er wegen des Feuers nicht zur Wohnungstür gelangen", spricht sie wie zu sich selbst.

Frankfurt: Todessturz in Niederrad schockiert Augenzeugen

Vor Ort sind die Menschen fast verstummt. Der Schock sitzt tief. Auf Facebook haben sich Zeugen ausgetauscht und auch Leute, die die Hintergründe kennen. "Der Mann ist nicht aus dem Fenster gesprungen. Sondern hat sich von einem Balkon auf den nächsten retten wollen und ist leider abgestürzt. Meine Nachbarin und viele andere haben es leider gesehen", schreibt eine Augenzeugin.

"Der Wohnungsbesitzer kam gerade von der Arbeit. Ein Freund von ihm war in der Wohnung, weil Freunde ihn unterstützt haben. Seine Lebensgefährtin vor vier Wochen an Krebs gestorben", heißt es. "Die Freunde haben für ihn gekämpft, damit er die Wohnung nach ihrem Tod behalten kann, und dann passiert so was. Alles weg, alle Erinnerungen verbrannt. Der Freund ist auch tot."

Wohnungsbrand in Frankfurt: Seelsorge hilft den traumatisierten Augenzeugen

Eine Broschüre der Notfallseelsorge hängt im Eingang des 18-stöckigen Gebäudes. Notfallseelsorger haben sich auch um die Menschen gekümmert, die den Absturz des jungen Mannes und das Feuer gesehen haben. "Für die Augenzeugen ist so ein Anblick traumatisierend, die umgehende Betreuung ist sehr wichtig für sie", so der Sprecher der Feuerwehr. Das Feuer in Frankfurt war um 18.20 Uhr gelöscht. Im Einsatz waren 15 Fahrzeuge und 60 Einsatzkräfte vom Rettungsdienst und der Feuerwehr. Bis 19.45 Uhr wurde das Gebäude entraucht. Die Polizei ermittelt weiterhin die Brandursache und die Höhe des Sachschadens.

Eine Radfahrerin bleibt am Trauerlicht stehen und stellt ein Teelicht daneben. "Es ist so furchtbar", sagt sie und schluckt. "Der Mann muss so entsetzliche Angst gehabt haben und konnte sich nicht retten." (Sabine Schramek)

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