Frankfurter Behörde zeigt Entwürfe

19 Entwürfe: Der Riedberg wird vollendet

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Bald rollen die Bagger zum letzten Mal: Die noch wenigen freien Grundstücke auf dem Riedberg werden bebaut. In einem Auswahlverfahren mussten sich 19 Investoren mit ihren Entwürfen einer Jury stellen. Die Wettbewerbsbeiträge sind bis zum 13. Februar im Stadtplanungsamt zu sehen.

Es ist das Sahnestück im neuen Stadtteil: 43 000 Quadratmeter südlich der Konrad-Zuse-Straße am Rand des Bonifatiusparks. In einer Ausschreibung hat die Hessenagentur Stadtentwicklungsgesellschaft, die den Riedberg entwickelt, Investoren gesucht. „Entscheidend für uns war die städtebauliche Qualität“, sagte Werner Hackermeier, Projektleiter für den Riedberg. „Deswegen haben wir die Investoren nicht nach dem Höchstgebot ausgewählt.“ Vielmehr haben die Agentur und die Stadt entschieden: Sie setzen den Festpreis von 27 Millionen Euro. Investoren, die kaufen wollten, mussten sich einem Architekturwettbewerb stellen.

Sieger wurden die Deutschen Wohnwerte aus Heidelberg, deren Entwurf von KCAP Architekten und Planer stammt. Die Planungen sehen Blocks vor, die an alte Gutshöfe erinnern, und zweistöckige Reihenhäuser mit je eigenständigen Wohnungen im dritten Geschoss.

322 Wohneinheiten entstehen auf dem Grundstück – Hanglage mit

Blick auf die Skyline

. „Uns hat überzeugt, dass die Baufläche sich zum Park hin öffnet, indem das Eckgrundstück gar nicht erst bebaut wird“, sagte Prof. Johann Eisele, Vorsitzender der Jury.

Wäre dies anders, hätten Deutsche Wohnwerte 350 Wohnungen anbieten können – wie all die anderen Bewerber. „Wir haben mit sieben bis acht Kandidaten gerechnet“, sagte Hackermeier. Angemeldet haben sich 21, an Entwürfen eingegangen sind 19. „Das ist viel“, so Hackermeier. „Wir haben den Preis wohl zu niedrig angesetzt.“ 650 Euro pro Quadratmeter Bruttogeschossfläche, insgesamt 43 000 Quadratmeter, die in drei- und viergeschossigen Häusern errichtet werden. Es gibt acht Baufelder für Blockbebauung und Reihenhäuser. Von den Stadtplanern gewünscht war Qualität der Architektur.

Die kostet. Unter 4000 Euro pro Quadratmeter wird keine der neuen Wohnungen zu erhalten sein. Immerhin bietet der Siegerentwurf als einziger überhaupt an, 107 der entstehenden Wohnungen als Mietwohnungen zu vermarkten. Und direkt nebenan an der Konrad-Zuse-Straße, am Eckgrundstück zur Altenhöferallee, baut die ABG geförderten Wohnraum.

Für das neue Grundstück haben sich viele renommierte Investoren und Bauträger beworben. Das Auswahlverfahren wurde streng anonym durchgeführt. „Wir wussten erst nachher, wer der Gewinner ist“, sagte Eisele.

In einem ersten Durchgang wurden sieben der 19 Entwürfe mit allen sieben Stimmen der Jury abgelehnt, weil sie offensichtliche Mängel hatten. Blieben zwölf, die in stundenlangen Beratungen ein zweites Mal begutachtet wurden. Elf der zwölf fielen dann durch, übrig blieb der Entwurf der KCAP Architekten. „Für die Endauswahl haben wir noch zwei der ausgeschiedenen nachnominiert“, so Eisele. Auch in der finalen Auswahl gewannen Deutsche Wohnwerte – vor den Entwürfen von Corpus Sireo aus Frankfurt (Berghof & Haller Architekten) und Bien Ries aus Hanau (Astoc Architekten).

Entscheidend ist oft nur eine Kleinigkeit, um die Jury zu überzeugen. „Man muss genau hinschauen und sich manches erarbeiten“, sagte Eisele. So beim Siegerentwurf: Die Blöcke sind als Wohnblöcke eigentlich nicht groß genug. Aber der Entwurf heißt „Berghöfe“ – und das brachte Eisele auf die Spur, genauer hinzuschauen. „Ein Block hat die Eingänge außen. Hier sind es Innenhöfe, und die Wohnungen werden durch den Innenhof betreten. Dort spielt sich das Leben ab, das ist wie früher bei den Bauernhöfen.“ KCAP Architekten werden noch Arbeit haben, denn fast jeder Block unterscheidet sich von dem anderen, muss individuell geplant werden.

Die 19 Entwürfe können bis 13. Februar im Atrium des Stadtplanungsamts angesehen werden. Kurt-Schumacher-Straße 10, Öffnungszeiten montags bis freitags von 8.30 bis 12.30 Uhr, mittwochs von 13.30 bis 15.30 Uhr. Der Eintritt ist frei.

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