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Bereits zum 28. Mal kümmert sich Michael Christof um die Gestaltung von Frankfurts größter Krippe in der Deutschordenskirche. Fotos: Faust

Sachsenhausen: Krippe

Er folgt schon jetzt dem Stern

  • vonAlexandra Flieth
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In Deutschorden startet Weihnachten im Oktober

Mit der wohl größten Weihnachtskrippe, die es in Frankfurt gibt, zaubert Michael Christof seit fast 30 Jahren Kindern und Erwachsenen gleichermaßen glänzende und staunende Augen sowie ein Lächeln ins Gesicht. Auf einer Grundfläche von rund 100 Quadratmetern und einer Höhe von 3,60 Metern tummeln sich, so ist der Plan des Krippen-Konstrukteurs, in diesem Jahr 220 Figuren, die die Weihnachtsgeschichte auf drei Ebenen erzählen. Das sind 20 Figuren mehr als 2019. Und wer meint, Weihnachten ist noch fern, der täuscht sich. Schließlich muss das Werk, das seinen Platz in der Deutschordenskirche in der Brückenstraße 7 hat, geplant und aufgebaut werden.

Bis zu 500 Stunden für Auf- und Abbau

Drei Wochen, so schätzt es Christof, dauert der Aufbau der Krippe. Für den Auf- und den Abbau benötige er rund 400 bis 500 Arbeitsstunden. Seit Beginn dieser Woche steht er täglich 14 Stunden in der Kirche, um dem diesjährigen Werk seine Form zu geben. Dafür hat er eigens Urlaub genommen. Das jährliche Projekt ist seine große Leidenschaft. Die Planungen beginnen meist schon mit dem Abbau der Krippe im Februar eines Jahres. "Da habe ich oft neue Ideen, die ich für die nächste Krippe umsetzen möchte", sagt Christof. Erste konkrete Vorbereitungen für die diesjährige Krippe traf er schon in den Sommermonaten, fertigte neue Häuserfronten aus Holz an, die in die Gestaltung mit eingebunden werden sollen. "Sie dienen als Hintergrund für die bereits vorhandene Stadtmauer", erklärt es Christof.

Doch bis diese neuen Elemente über dem Eingangsportal zur Kirche angebracht werden können, dauert es noch ein wenig. In den ersten vier Tagen des Aufbaus hat er mit der Unterstützung von drei weiteren Helfern, Teile der Holzkonstruktion für den Unterbau der Krippe angebracht. Auch der mit hunderten von kleinen LED-Leuchten bestückte Himmel, der seinen Platz im oberen Abschnitt auf der linken Seite der Eingangstür hat, funkelt bereits am Firmament. Insgesamt sieben Leitern in unterschiedlichen Höhen sind für den Aufbau im Einsatz. Höhenangst darf er da keine haben. "Die Sicherheit steht beim Auf- und Abbau der Krippe an oberster Stelle. Deswegen sind wir immer mindestens zu zweit in der Kirche."

Zwar ist aktuell noch nicht so viel zu sehen, doch jeden Tag kommt etwas Neues dazu, verspricht Christof und zeigt die Räume, in denen die Kisten, die übereinander in die Höhe gestapelt sind, und das Holz für die Weihnachtskrippe gelagert werden. Und es gibt einiges auszupacken. Gerade erst wurden auch 100 Kisten mit frischem Moos geliefert, das in das Gesamtwerk eingearbeitet werden soll. "Es stammt in diesem Jahr aus Dänemark und nicht wie sonst aus dem Spessart", erzählt Christof. Der Sommer sei zu trocken gewesen und frisches Moos von dort nicht zu bekommen, begründet er die Entscheidung, es aus dem skandinavischen Land zu importieren.

Die Krippe wird jedes Jahr etwas größer

Obwohl er bereits zum 28. Mal für die Gestaltung der Krippe in der Deutschordenskirche verantwortlich ist und er das Werk seitdem jährlich umgestaltet und mit neuen Elementen erweitert hat, liegt Michael Christof die diesjährige Ausführung besonders am Herzen. "Die Menschen sehnen sich in den aktuell schwierigen Zeiten nach Liebe, Wärme und Geborgenheit", fasst Christof es zusammen. "Die Krippe in der Deutschordenskirche ist für viele zu einer liebgewordenen Tradition geworden und wir haben die Möglichkeit, sie auch in diesem Jahr umzusetzen und den Menschen Freude zu bereiten", sagt er, dem gerade dieser Aspekt seit jeher sehr am Herzen liegt. So habe es bereits erste Anrufe im Pfarrbüro gegeben, bei denen ganz speziell nach der Krippe gefragt worden sei.

"Ab dem 20. November kann man die Krippe in der Kirche besichtigen, jedoch noch ohne die Heilige Familie und ohne Beleuchtung", erklärt es Christof weiter. Er setzt die Krippe mit insgesamt 4000 kleinen LED-Birnen, 32 Scheinwerfern und 80 LED-Birnen in Gelb ins rechte Licht. Und das ist erstmals am Heiligen Abend zu sehen.

"Traditionell wird die Krippe von Deutschorden zur Kinderchristmette am 24. Dezember beleuchtet. Das wird in diesem Jahr anders sein", so Christof. Wegen Corona sind mehrere Messen am Heiligen Abend geplant, die Kinderchristmette soll entfallen. Bis Februar bleibt das Werk in der Kirche stehen. Nach Heiligabend möchte er für kleine Gruppen bis drei Personen auch wieder Führungen anbieten - nach vorheriger Anmeldung im Pfarrbüro. Alexandra Flieth

Weitere Informationen zu den Gottesdiensten und Messen sowie den Kontakt zum Pfarrbüro gibt es unter www.doffm.de im Internet.

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