Der letzte Cappuccino vor dem Sturm: Marcello Iacino hat das Liebfrauencafé renoviert und eröffnet es heute.
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Der letzte Cappuccino vor dem Sturm: Marcello Iacino hat das Liebfrauencafé renoviert und eröffnet es heute.

Gastronomie

Traditonsreiches Café in Frankfurt öffnet in neuem Look

  • vonAlexandra Flieth
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Kurz vor der Corona-Pandemie hat Marcello Iacino das Café Liebfrauenberg übernommen. Nun empfängt er wieder Gäste – in neuem Ambiente.

Frankfurt – Als Marcello Iacino (39) im Herbst 2019 das Angebot erhielt, neuer Pächter des traditionsreichen Cafés Liebfrauenberg zu werden, sah er das als Chance und Herausforderung. Dass gerade die Herausforderung wegen der Corona-Pandemie größer werden sollte als gedacht, konnte er zu diesem Zeitpunkt nicht erahnen. Dennoch nahm er die durch den langen zweiten Lockdown erforderliche Schließung seines Cafés nicht zum Anlass, zu jammern, sondern nutzte die vergangenen Monate, um "das Café Liebfrauenberg in die Moderne zu führen", wie er sagt.

Eine umfangreiche Sanierung und Renovierung stand an. Viel Arbeit, wie die Fotos dokumentieren, die er mit seinem Handy gemacht hat. Bis zum letzten Moment arbeiteten er und sein Team daran, dem neuen Erscheinungsbild der Räume den letzten Schliff zu verpassen. Am heutigen Donnerstag ab 9 Uhr öffnet das Café Liebfrauenberg in Frankfurt seine Türen. Marcello Iacino und sein Team sind voller Vorfreude und gespannt darauf, was die Gäste zu den Renovierungen sagen.

Café Liebfrauenberg in Frankfurt: Süße Leckereien und Kaffespezialitäten

Vieles ist neu, manches geblieben - wie die alten Kristallleuchter, die durch die Innenraumsanierung neu in Szene gesetzt wurden. Sie hängen von einer goldfarbenen Decke hinab und funkeln im Sonnenlicht. Die einst um die Fenster platzierten roten Vorhänge, durch die das Café früher in seinen Innenräumen recht dunkel wirkte, sind entfernt. Tageslicht durchflutet heute die Räume. Neue Tische und Stühle mit hellen Sitzbezügen in Grün, Grau und einem himbeerfarbenen Ton lassen das Ambiente modern und frisch erscheinen.

Sie sind passend auf den dunkelbraunen Fußboden und den im selben Farbton gehaltenen neuen Tresen mit großzügig gestalteter Kuchentheke abgestimmt. Passanten können schon von draußen aus einen Blick auf die frischen Torten und süßen Leckereien werfen, die Marcello Iacino täglich anbieten möchte. Dazu passend frische Kaffeespezialitäten. Dafür hat er sich eine große italienische Siebträger-Espressomaschine angeschafft, die ihren Platz unweit der Kuchentheke gefunden hat. Und auch eine Speisekarte mit warmen Gerichten, abgestimmt auf die Jahreszeit, gibt es.

Café Liebfrauenberg in Frankfurt: Corona macht Neugestaltung möglich

"Dass das Café umgestaltet werden sollte, stand für mich schon fest, als ich es übernommen habe", beschreibt es der Gastronom. Corona machte es möglich. Dennoch habe es hierdurch auch länger gedauert als zu normalen Zeiten, da die für die Sanierung notwendigen Firmen nicht so schnell zur Verfügung gestanden hätten.

Schon gestern blieben Neugierige vor dem Café in der Nähe der Zeil stehen, um zu erfahren, wann es wieder losgeht. 70 Plätze stellt der Gastronom im Außenbereich auf. "Ich gehe davon aus, dass sich in diesem Sommer das meiste draußen abspielen wird", sagt er. Auch dort soll es, zumindest was Tische und Stühle betrifft, eine Neugestaltung geben. "Das wird aber noch gut 14 Tage dauern, bis wir die Bestellung aus Italien geliefert bekommen", erzählt er weiter. Bis dahin würden noch die früheren Außengarnituren genutzt.

Café Liebfrauenberg in Frankfurt: Inhaber Marcello Iacino kommt aus Gastro-Familie

Marcello Iacino kommt aus einer Gastronomen-Familie. "Mein Vater hat Ende der 1970er Jahre selbst einmal für zwei Jahre im Café Liebfrauenberg gearbeitet", sagt er. "Zu dieser Zeit war ich noch nicht einmal auf der Welt." Mittlerweile betreiben sein Vater Antonio und seine Mutter Gabriele Iacino seit 38 Jahren das Café Mozart in der Töngesgasse. "Nach Abschluss meiner Ausbildung zum Hotelfachmann und einem einjährigen Auslandsaufenthalt in Italien habe ich viele Jahre bei meinen Eltern im Café Mozart gearbeitet", sagt Marcello Iacino. Er arbeitet mit einem festen Team zusammen, das ihm treu zur Seite steht. "Wir sind insgesamt zehn Leute, die zur Wiedereröffnung nach dem Umbau alle da sein werden."

Nur die Aushilfen hätten sich wegen der Corona-bedingten Schließung beruflich neu orientiert, einige wollen aber gerne wieder zurückkommen. Marcello Iacino jedenfalls ist sich sicher: "Wir werden viele Gespräche mit den Gästen führen und darauf freue ich mich."

Das Café Liebfrauenberg, Liebfrauenberg 24, hat montags bis samstags von 9 bis 20 Uhr und sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. (Alexandra Flieth)

Das Cafè Liebfrauenberg war Drehort für einen Film von Frankfurts Kult-Kellner Luigi Orelli.

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