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Er ist gekommen, um zu bleiben

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Von: Judith Dietermann

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Hoch über dem Zentrum: Der neue Centermanager Kai Ehlers (57) steht auf der Brücke, die zur Verwaltung führt.
Hoch über dem Zentrum: Der neue Centermanager Kai Ehlers (57) steht auf der Brücke, die zur Verwaltung führt. © rainer rüffer

Kai Ehlers ist der neue Manager des Nordwestzentrums

Kai Ehlers ist ein Welten-, oder besser gesagt, ein Deutschlandbummler. 33 Mal ist der 57-Jährige in seinem Leben bereits umgezogen, sein jüngster Wohnortwechsel führte ihn von Magdeburg nach Frankfurt. Vom dortigen Einkaufszentrum Florapark ins hiesige Nordwestzentrum (NWZ).

Denn Kai Ehlers ist der neue Centermanager - erst jüngst war bekannt gegeben worden, dass die Hanseatische Betreuungs- und Beteiligungsgesellschaft (HBB) sowohl das Centermanagement als auch die Vermietung des NWZ übernimmt. Nachdem Eigentümer Josef Buchmann im November 2017 das Management erst in die Hände des Branchenriesen ECE und knapp zwei Jahre später in die des Betreibers Unibail-Rodamco-Westfield gelegt hatte, gibt es also schon wieder "einen Neuen" an der Spitze des NWZ. Den dritten binnen knapp fünf Jahren. Und auch den dritten neuen Centermanager. Auf Georg Lackner, der sich im Herbst 2019 in den Ruhestand verabschiedete, folgte Rainer Borst. Und nun eben Kai Ehlers. Der sich zu den Hintergründen des erneuten Management-Wechsels ebenso wenig äußern möchte wie Pina Keffel, seit vielen Jahren verantwortlich für das Marketing des Einkaufzentrums im Frankfurter Nordwesten. "Wir blicken nach vorn", sagt sie nur, während Ehlers lediglich von einer "recht schnellen Übergabe" spricht.

Von Frankfurt noch nicht viel gesehen

Was für den 57-Jährigen aber kein Problem ist, denn auf ein neues Umfeld einstellen, das kann Kai Ehlers gut. Muss man schließlich auch, wenn man schon so oft wie er den Wohnort gewechselt hat. Von seiner neuen Heimat hat er derweil noch nicht viel gesehen. Mitte Juli hat er sein Büro und eine Wohnung direkt im Zentrum bezogen. Und beides seitdem nur für den Gang zur Arbeit oder nach Hause verlassen. "Ich bin hier angekommen, mit dem Auto in die Tiefgarage gefahren, das war es", sagt er und muss selber darüber ein wenig schmunzeln.

Ein Zustand, da ist er sicher, der sich in den kommenden 100 Tagen auch nicht ändern werde. Diese Zeit brauche er, um das 1968 eröffnete Nordwestzentrum und die dort ansässigen 160 Geschäftsinhaber kennenzulernen. Plus die sonstigen Mieter des insgesamt 360 000 Quadratmeter großen Mittelpunktes in der Nordweststadt. Beherbergt das NWZ doch zusätzlich zahlreiche urbane Dienstleistungen wie die Titus-Thermen, den Saalbau, das Bürgeramt, die Stadtteilbibliothek oder die Volkshochschule. Hinzu kommen Wohnungen, Büros, ein Hotel, Arztpraxen sowie eine Tankstelle.

"Dieser Mix ist es, der mich am Nordwestzentrum, so sehr gereizt hat. Es ist zudem ein Grund, warum es zu den erfolgreichsten Einkaufszentren Deutschlands gehört. Andere sollte sich daran ein Beispiel nehmen. Bei seinem Bau vor 50 Jahren war das Nordwestzentrum schon seiner Zeit voraus. Es wurde genau richtig konzipiert", ist Ehlers, der für den Job als Centermanager extra von ECE zur HBB wechselte, überzeugt. Eine Beurteilung, die er zudem auf seine langjährige Erfahrung stützt.

Von Magdeburg an den Main

Seit mehr als 30 Jahren arbeitet er im Einzelhandel, unter anderem war er bei Rewe und Karstadt in Führungspositionen tätig, ehe er 2011 zum ersten Mal als Centermanager arbeitete. Unter anderem in Lüdenscheid, Kassel, Wildau und eben Sachsen-Anhalts Landeshauptstadt Magdeburg. Wo übrigens seine Frau nach wie vor wohnt. "Wir führen eine Fernbeziehung", sagt Ehlers. Kinder haben sie keine.

Ins Nordwestzentrum sei er gekommen, um zu bleiben. Bis zu seinem Eintritt ins Rentenalter. "Lange ist das ja nicht mehr", meint er lächelnd. Bis dahin will er noch engeren Kontakt zu den Mietern haben, die ersten kennen ihn bereits. Was wohl auch daran liegt, dass Kai Ehlers dreimal täglich - morgens, mittags und abends - einen Rundgang durchs Zentrum macht. "Die Mieter, oft Einzelbetreiber, aber auch Ketten, wollen reden. Über betriebliche aber auch alltägliche Probleme. Da muss man Präsenz zeigen", sagt der 57-Jährige.

Das hat er übrigens mit einem seiner Vorgänger gemein: mit Georg Lackner, der 17 Jahre lange die Geschicke des Zentrums leitete. Und regelmäßig dort unterwegs war. Und noch etwas eint die beiden: Sie sind gebürtige Hamburger. Weswegen es für Kai Ehlers noch etwas gibt, mit dem sich anfreunden muss: der Fastnacht. Schließlich findet jedes Jahr am 11. November im NWZ die große Eröffnung der Kampagne statt. "Bisher hatte ich damit wenig zu tun. Ich bin gespannt", wirkt er etwas skeptisch. Noch.

Eine erste Bilanz ziehen und einen Blick in die Zukunft des NWZ werfen will er nach "meinen ersten 100 Tagen". Danach, ist er sicher, werde er auch den Rest Frankfurts erkunden. Vielleicht mit dem Fahrrad - eines seiner Hobbys neben dem Gang ins Fitnessstudio. Zudem ist er sehr kulturinteressiert, er mag die Oper, besucht gerne die Bregenzer Festspiele. "Ich denke, ich kann mich hier wirklich wohlfühlen. Im Nordwestzentrum und in Frankfurt", sagt er. judith dietermann

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