Vor 24 Jahren hat Thorsten Morawietz die Dramatische Bühne mit gegründet. Seitdem ist er als Schauspieler, Regisseur und Texter dabei. In seiner Liebe zur Natur ist das Freilichtfestival im Grüneburgpark begründet. Am Donnerstag beginnen die Vorstellungen. FOTO: Enrico Sauda
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Vor 24 Jahren hat Thorsten Morawietz die Dramatische Bühne mit gegründet. Seitdem ist er als Schauspieler, Regisseur und Texter dabei. In seiner Liebe zur Natur ist das Freilichtfestival im Grüneburgpark begründet. Am Donnerstag beginnen die Vorstellungen.

Theater im Park

Er sorgt für große Dramen im Grüneburgpark

Theater unter freiem Himmel bietet die Dramatische Bühne jeden Sommer auf ihrer Bühne im Grüneburgpark. In diesem Jahr wollen die Macher gemeinsam mit zwei freien Theatern 100 Vorstellungen für Kinder und Erwachsene aufführen. Für alle, die sich nach Kunst und Unterhaltung sehnen.

Westend -Thorsten Morawietz mag Natur und Bäume. Vielleicht ist es das, was ihm jeden Sommer die Kraft für das Freilichtfestival im Grüneburgpark gibt. Vor 24 Jahren hat er die Dramatische Bühne mitgegründet und ist seither als Schauspieler, Regisseur und Texter dabei. "Die Corona-Zeit war und ist nicht nur für unser Ensemble hart, sondern auch für alle anderen Theater und Gruppen, die nicht spielen konnten", sagt er. "Das Jahr war sehr, sehr lang." Deshalb gibt es ab dem 1. Juli die Dramatische Bühne gemeinsam mit dem Freien Theaterhaus Frankfurt und dem freien Theater Landungsbrücken und insgesamt 100 Vorstellungen als "Festival des Freien Theaters".

500 Zuschauer

haben Platz

In den nächsten Tagen wird die Bühne aufgebaut, die Bestuhlung für 500 Zuschauer Corona-sicher und mit viel Abstand ins Grün gesetzt, bevor es am Donnerstag um 20.15 Uhr los geht mit Faust. Insgesamt 14 verschiedene Inszenierungen stehen auf dem Spielplan. Mit dabei ist ein neues Stück: "Moby Dick", das am Samstag mit zwei Vorstellungen des Ensembles Premiere feiert. Morawietz sitzt im Park und schwärmt von der Schiffs-Bühnenkulisse für das neue Stück. "Das passt toll", sagt er. "Zu dieser düsteren Ballade darüber, wie sich Besessenheit und Abhängigkeit in Hass verwandeln." Seine Augen blitzen wissend. Mehr verrät er noch nicht.

Das Ensemble hat eine eigene Art, in Klassiker modernen Witz, Tempo und überraschende Elemente einzubauen. An manchen Tagen gibt es vier Aufführungen. An Wochenenden spielt auch das Ensemble vom Theaterhaus, das gerade mit dem Kinder- und Jugendtheaterpreis "Karfunkel" ausgezeichnet wurde, tagsüber verschiedene Stücke für Besucher ab zwei Jahren, die auch Erwachsene fesseln. Das freie Theater Landungsbrücken bringt "Hass", "Mephisto" und "Bandscheibenvorfall FFP2.0" mit auf die Bühne.

"Dreimal haben wir im Juni schon spielen dürfen", erzählt Morawietz. "In der Katharinenkirche durften wir ,Im Namen der Rose' zeigen. Das war schon sehr bewegend, wieder vor Publikum spielen zu können." Davor war der letzte Auftritt vergangenen Herbst - "einen Tag vor dem Lockdown". Die Zeit dazwischen konnte er durch Förderung Stücke schreiben und inszenieren. "Die Stadt und das Kulturamt unterstützen uns sehr. Trotzdem war es eine lange und öde Zeit mit Minimalbetrieb wie der Rest der Welt. Anderen ging es noch viel schlechter und ich hoffe, dass das Schlimmste in Sachen Corona jetzt vorbei ist." Für den Herbst planen sie ein Festival in der Exzess-Halle zum Thema Corona, der Pest und anderen Seuchen. "Wenn man sich mit der Thematik beschäftigt, ist vieles in den alten Stücken erschreckend ähnlich zu heute", sinniert er und meint vor allem die Verordnungen. Der Auftakt soll dann "Jedermann" sein.

Darsteller freuen sich

auf ihr Publikum

Jetzt geht es aber erst einmal voller Elan in den Park zwischen Sommernachtstraum und Dostojewski, von "Diener zweier Herren" bis "Shakespeare in Love" und "Don Juan". Dass sich die Schauspieler auf Publikum freuen, sei gewiss. "Wir waren alle etwas gedetscht von den letzten Monaten. Jetzt können wir es kaum erwarten, wieder auf der Bühne zu stehen und unser Publikum spüren zu können. Wir haben das gute Gefühl, dass der Sommer wieder ein Stück mehr Normalität bringt und Freude machen kann. Es wäre schön, wenn wir bald einfach nur noch auf diese Zeit von Corona zurückblicken könnten."

Freilichtfestival

Das Programm vom 1. Juli bis zum 26. August im Grüneburgpark ist im Internet unter www.diedramatischebuehne.de/programm/ abrufbar. Hier sind auch Tickets zu buchen.

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