1. Startseite
  2. Frankfurt

Erhaltungssatzung steht Schulbau nicht im Weg

Erstellt:

Von: Friedrich Reinhardt

Kommentare

Ein Schulbau auf dem Grundstück, auf dem heute die Sankt-Christophorus-Kirche steht, ist möglich. FOTO: leonhard hamerski
Ein Schulbau auf dem Grundstück, auf dem heute die Sankt-Christophorus-Kirche steht, ist möglich. © Hamerski

Grünflächen sind nicht gesondert geschützt

Nach einer ersten Einschätzung der Bauaufsicht wäre ein Schulbau auf dem Grundstück, auf dem heute die Kirche St. Christophorus steht, mit der Erhaltungssatzung und dem Bebauungsplan vereinbar. „Die Erhaltungssatzung betrifft die Struktur der Gebäude und Fassaden. Für die Grünflächen macht sie keine Festsetzungen“, erklärt Simone Zapke, Leiterin der Bauaufsicht auf Nachfrage. Eine konkrete Planung, die der Bauaufsicht vorgelegt werden könnten, gibt es allerdings noch nicht. Ein umfängliche Prüfung hat es also nicht gegeben.

Zuletzt hatten Kritiker eines möglichen Schulbaus am Ort der St. Christophorus-Kirche zwischen „Festeburgring“ und „Auf der Platte“ auf die Erhaltungssatzung verwiesen, die für Teile des Grundstücks besteht. Die CDU im Ortsbeirat 10 (Berkersheim, Bonames, Eckenheim, Frankfurter Berg, Preungesheim) beispielsweise fordert, Planungen für eine Schule „umgehend einstellen zu lassen“. Begründung: „Es besteht eine Erhaltungssatzung, die eine Schule nicht zulässt“. Auch Preungesheimer, die fürchteten, die Grünfläche neben dem Kirchengelände könnte bebaut werden, betonten in der Sitzung des Stadtteilgremiums, dass die Erhaltungssatzung einer Bebauung widerspreche.

Die Satzung stammt aus dem Jahr 2009. Darin heißt es: „Die Erhaltungssatzung dient dem Erhalt von Gebäuden, die das historische Ortsbild prägen, und ist auch als Maßstab für neueinzufügende Neubauten zu verstehen.“ Sie gilt aber nicht für die Kirche St. Christophorus selbst. Ihr Geltungsbereich erstreckt sich über der Wohnbebauung an der Straße „Auf der Platte“, die Hausnummer 108 an der Homburger Landstraße und die Hausnummern 2 bis 14 am Festeburgring. Daraus ließen sich laut Zapke keine Beschränkungen für die Bebauung der Grünflächen neben der Kirche folgern. Die zu erhalten, forderten Anwohner.

Auch der Bebauungsplan aus dem Jahr 1974 stehe einem Schulbau auf dem Kirchengelände nicht unmittelbar im Weg. Für die Kirche sei eine Gemeinbedarfsnutzung vorgeschrieben, diese Vorgabe wäre durch eine Schule gegeben, sagt Zapke.

Derzeit prüft die Stadt, ob auf dem Grundstücke am Festeburgring eine vierzügige Integrierte Gesamtschule errichtet werden könnte. Im Zuge eines Sparkurses möchte das Bistum Teile des Grundstücks und die Kirche gegebenenfalls aufgeben. Im Stadtteil regt sich dagegen Protest. Der Erhalt des Kirchengebäudes habe „Priorität“, teilte das Baudezernat mit. msr

Auch interessant

Kommentare