1. Startseite
  2. Frankfurt

Eric Huber ist der perfekte Gastgeber

Erstellt:

Kommentare

Eric Huber von "Erno's Bistro" im Frankfurter Westend ist vom Restaurantführer "Gault & Millau" als Gastgeber des Jahres geehrt worden.
Eric Huber von "Erno's Bistro" im Frankfurter Westend ist vom Restaurantführer "Gault & Millau" als Gastgeber des Jahres geehrt worden. © Enrico Sauda

Der Frankfurter Gastronom aus dem Westend ist vom Restaurantführer "Gault&Millau" ausgezeichnet worden. Sein Geheimnis: Er will seine Gäste einfach nur glücklich machen.

Elisabeth Schmitt gehörte zu den ersten, die Eric Huber gratulierten. Denn der 59-Jährige von Erno's Bistro ist vor Kurzem vom Restaurantführer "Gault&Millau" als Gastgeber des Jahres geehrt worden. Und Elisabeth Schmitt war die Frau von Erno Schmitt, dem Namensgeber des Lokals. Von ihr übernahm Huber Jahre nach Schmitts Tod das Restaurant, das seit 1998 jedes Jahr zudem mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet wird.

"Sie ist 89 Jahre und hat angerufen, um zu sagen, wie stolz sie ist, und um über die schöne Geschichte zu sprechen, die wir zusammen haben", freut sich Eric Huber, der aus dem Elsass stammt. "Für mich ist sie so etwas wie meine deutsche Mama", sagt Huber, der mit 21 Jahren nach Frankfurt kam, um ein wenig Auslandserfahrung zu sammeln. Nun lebt er schon fast vier Jahrzehnte in der Mainmetropole.

"Der Preis ist für mich eine Bestätigung für das Ganze hier", sagt er und blickt sich in dem Lokal um, das im Westend an der Liebigstraße liegt. Vor der Pandemie hatten 30 Gäste Platz. Jetzt sind es 20 bis 22. Die Anzahl will Huber künftig beibehalten. "Das ist entspannter für die Gäste und auch für uns. Das hätte ich früher nie gewagt. Aber ich habe eins gemerkt: Weniger ist mehr."

1985 betrat er zum ersten Mal die Räumlichkeiten und es war Liebe auf den ersten Blick. "Als ich hier rein kam, da war ich echt geflasht." Im ersten Jahr arbeitete er für Erno. Nach dessen Tod sagte er zu Elisabeth Schmitt, dass er sich vorstellen könne, das Lokal irgendwann mal selbst zu machen. "Dann haben wir ungefähr neun Jahre zusammen gearbeitet und Ende 1995 zog sie sich aus dem Geschäft zurück", umschreibt er seine Geschichte mit Erno's Bistro.

Es ist eine Erfolgsgeschichte, denn 2001 war Eric Huber "Gault&Millau"-Gastronom des Jahres. Die jüngste Auszeichnung sei für ihn sehr überraschend gekommen. "Die Begründung der Jury, in der finden wir uns vollkommen wieder", sagt der gelernte Sommelier. "Wir alle, die wir hier arbeiten, wir machen das aus Leidenschaft." Und mit Leidenschaft. Ohne die Menschen, um ihn herum, könne er das aber nicht so erfolgreich machen, sagt Huber. "Das ist kein Metier, das du machen kannst, um Geld zu verdienen. Da musst du mit dem Herzen dabei sein. Und wenn du's so machst, dann fügt sich eins zum anderen." So ist es bei Eric Huber und seinem Team.

"Ich will einfach nur Leute glücklich machen und eine tolle Atmosphäre schaffen. Die Gäste sollen entspannen. Es soll zwar locker, aber professionell sein", schildert Erich Huber seine Philosophie. Schließlich gehe es um die Gäste. "Wenn es diese wundervollen Gäste nicht gäbe, dann könnte ich das alles nicht machen. Ich möchte ihnen und mir ein schönes Leben bereiten", erklärt er.

Und das klappt, wie in der Begründung des Restaurantführer "Gault&Millau" für die Auszeichnung zu lesen ist: "Eric Huber gelingt es mit seinem kleinen Team, an fünf Tagen mittags und abends in der perfekten Mischung aus Nähe und Distanz eine Atmosphäre zu schaffen, wie sie an vielen Orten sein könnte - und doch so selten ist."

Der "Gault&Millau" empfiehlt nach eigenen Angaben die 1000 besten Restaurants in Deutschland und rund 100 Restaurants wurden neu aufgenommen, zudem gilt er neben dem "Guide Michelin" als wichtigster Gourmetführer Deutschlands. "Im Moment habe ich die Urkunde noch zu Hause", sagt Huber. "Aber ich bringe sie hierher." Im Lokal seien auch noch die anderen Ehrungen. Aber die habe er alle abgehängt. Huber sagt: "Das sind wir nicht."

Auch interessant

Kommentare