Erinnerung an KZ-Häftlinge: Künstlerin sucht Helfer für Projekt

Es ist ein Kunstprojekt, das bundesweit für Aufsehen gesorgt hat. Nun wird es weitergeführt, und jeder kann mithelfen. Wie schon im Frühjahr wird Künstlerin Stefanie Grohs Stoffbinden an Bäumen befestigen.

Es ist ein Kunstprojekt, das bundesweit für Aufsehen gesorgt hat. Nun wird es weitergeführt, und jeder kann mithelfen. Wie schon im Frühjahr wird Künstlerin Stefanie Grohs Stoffbinden an Bäumen befestigen. Blau und weiß gestreift sind sie und sollen an die ehemaligen Häftlinge des KZ-Außenlagers Katzbach in den Adlerwerken erinnern. „Mitten unter uns“ ist der Titel der Aktion. 1200 Binden sind aufgehängt worden, auch von vielen Helfern. Die sucht Stefanie Groh nun auch für Samstag und Sonntag, 8. und 9. August.

Jeweils ab 12 Uhr werden dann Stoffbinden zunächst in der Innenstadt und dann am Museumsufer ergänzt und ausgetauscht. Symbolisch wird mit dieser Aktion die Austauschbarkeit der Häftlinge sichtbar: Wer unbrauchbar, krank oder tot war, wurde durch eine andere Person ersetzt.

Zu sehen ist diese Installation noch bis Oktober 2015 am Museumsufer in Sachsenhausen, in der Innenstadt rund um die Zeil und im Gallus, in dem sich auch das ehemalige Konzentrationslager befand.

Wer mitmachen will, kann sich unter im Internet anmelden. Treffpunkt ist dann das Foyer des Historischen Museums, Fahrtor 2 (Altstadt).

In den Adlerwerken existierte von August 1944 bis März 1945 ein Konzentrationslager. Etwa 1600 Häftlinge, überwiegend polnische Männer, waren dort interniert. Sie litten an Hunger, Kälte, Krankheiten, physischer und psychischer Gewalt und mussten schwere körperliche Arbeit verrichten. Diese und allgemein extrem schlechte Bedingungen im Lager trugen dazu bei, dass nur etwa 50 Männer überlebten.

(red)

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