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Erinnerungskissen für trauernde Kinder

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Von: Oscar Unger

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Kissen und Stoffe für eine gute Idee konnte jetzt Jennifer Heller (l.) und Melanie Hinze (beide Johanniter Unfall-Hilfe) von Theresa Nonn (IKEA) entgegen nehmen. FOTO: Johanniter
Kissen und Stoffe für eine gute Idee konnte jetzt Jennifer Heller (l.) und Melanie Hinze (beide Johanniter Unfall-Hilfe) von Theresa Nonn (IKEA) entgegen nehmen. © ikea

Möbelhaus unterstützt Johanniter-Unfall-Hilfe

Wenn geliebte Menschen sterben, bleibt häufig ihre Kleidung im Schrank hängen. Lacrima Rhein-Main näht mit trauernden Kindern Erinnerungskissen aus T-Shirts von verstorbenen Angehörigen. Dank einer großen Spende von Kissen und Stoffen durch IKEA Frankfurt, kann das Projekt jetzt beginnen.

"Die Idee dahinter ist aus Kleidungsstücken der Verstorbenen Kissenhüllen für die Kinder und Jugendlichen zu nähen", erklärt Melanie Hinze, Projektleiterin Lacrima freudig. "Umso mehr freut es uns, dass IKEA uns dabei so großzügig unterstützt."

Dieser Tage präsentierte sie die ersten fertigen Exemplare. "Damit haben die Kinder etwas, das sie an sich drücken können, an das sie sich ankuscheln können, das ihnen Trost gibt und an die verstorbene Person erinnert."

Zwei gefüllte Wagen stehen bei der Ankunft schon am Eingang bereit. Insgesamt 50 Kissen und viele verschiedene Stoffe werden nun nach und nach in Erinnerungsstücke für Kinder und Jugendliche verwandelt. "Sie werden sich wahnsinnig freuen", so die Projektleiterin. "Wir verwenden für die Kissenhüllen die T-Shirts, Pullover oder Trikots der Verstorbenen und kombinieren sie mit den gespendeten Stoffen."

Nach der Spendenanfrage des Regionalverbands Rhein-Main der Johanniter-Unfall-Hilfe mit Sitz in der Berner Straße, hatte sich das schwedische Einrichtungshaus das ganz in der Nähe seine Filiale betreibt, sofort bereit erklärt, dieses Projekt zu unterstützen. "Das klingt nach einer guten und vor allem kreativen Idee für Kinder und Jugendliche, um mit ihrer Trauer umzugehen", so Theresa Nonn, zuständig für das lokale Marketing.

Vor allem Kinder sind mit ihrer Trauer oft allein gelassen, da ihnen die Worte fehlen, um das Erlebte auszudrücken. Sie wollen nicht, dass Mama oder Papa weinen und vermeiden darum das Thema. Noch fehlt ihnen das soziale Netzwerk, um mit den Belangen der Trauer umzugehen. Die Erwachsenen um sie herum meiden das Gespräch mit dem Kind, da sie nichts "aufwühlen" wollen, und andere Kinder können diesen Schmerz, den Verlust nicht nachvollziehen. Das Trauerprojekt Lacrima Rhein-Main der Johanniter-Unfall-Hilfe schließt genau diese Lücke. Lacrima bietet Kindern und Jugendlichen Raum den Verlust eines geliebten Menschen zu betrauern, zu weinen, zu klagen, Wut und Verlassenheit und den Zorn auf alles und jeden zum Ausdruck zu bringen.

In Gruppenstunden können Kinder ihre Trauer gemeinsam mit anderen betroffenen Kindern erleben und sehen, dass sie nicht alleine sind. Auch bieten die Treffen den Familien einen gemeinsamen Ort für ihre Gespräche und durch viele gemeinsame Aktionen lernen sich die Familien gegenseitig in dieser schweren Zeit zu stützen.

Die Johanniter-Unfall-Hilfe hat rund 800 haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern. Gemäß dem Leitmotiv "Aus Liebe zum Leben" fühlen sie sich dem christlichen Gebot der Nächstenliebe verpflichtet. red

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