1. Startseite
  2. Frankfurt

Erleichterung und Hoffnung

Erstellt:

Von: Thomas Remlein

Kommentare

SPD-Chef Mike Josef wird am Wahlabend interviewt, nachdem feststand, dass das Quorum erreicht wurde. Die SPD-Basis räumt ihrem Parteichef gute Chancen bei der OB-Wahl ein. FOTO: enrico sauda
SPD-Chef Mike Josef wird am Wahlabend interviewt, nachdem feststand, dass das Quorum erreicht wurde. Die SPD-Basis räumt ihrem Parteichef gute Chancen bei der OB-Wahl ein. © Sauda, Enrico

Die SPD-Basis schaut nach der Abwahl ihres Oberbürgermeisters Peter Feldmann wieder nach vorne

Auch an der SPD-Basis herrscht Erleichterung nach der Abwahl des Oberbürgermeisters Peter Feldmann (SPD). Die Reaktionen entsprächen dem Wahlergebnis, teilte Roger Bohn, Ortsvereinsvorsitzender Niederursel/Nordweststadt mit. Andere Ortsvereinsvorsitzende äußerten sich ähnlich. Sie sehen aber auch Feldmanns Gebaren als Hypothek für den Oberbürgermeisterkandidaten der SPD.

„Wir haben lange darüber gesprochen“, erklärte Bohn. Nur wenige Mitglieder sagen, dass die Abwahl Feldmanns bedauerlich sei. Die Reaktionen entsprächen in etwa dem Wahlergebnis. 95 Prozent der Wähler wollten Feldmann am Sonntag loswerden, nur fünf Prozent stimmten für einen Verbleib des 64-Jährigen im Amt. Überrascht hat die Niederurseler, dass das Quorum für die Abwahl mühelos erreicht wurde. „Aber wir sind auch nicht unglücklich darüber“, betonte Bohn.

Schon früh Position bezogen

Ulrich Labonté, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Bornheim, sagt: „Die Stimmung ist - wie erwartet - ohne Euphorie, aber es herrscht große Erleichterung.“ Der Bornheimer SPD-Ortsverein hatte sich sehr früh geäußert und Feldmann zum Rücktritt aufgefordert. „In dem überwältigenden Ergebnis sehen wir uns bestätigt“, sagte Labonté. Feldmann sei nicht mehr der Oberbürgermeister der SPD; er habe sich weit davon entfernt. Er, Labonté, habe selten erlebt, dass die Partei in einer Frage so geschlossen und stark gewesen sei wie bei der Abwahl Feldmanns: „Josef hat sehr deutlich mit dem Peter gesprochen.“ Damit meinte Labonté den Frankfurter Parteichef Mike Josef. Gleichwohl räumte Labonté ein, dass jeder SPD-Kandidat bei der OB-Wahl „Feldmann im Gepäck hat“.

„Überwiegend gut“: So beschreibt Gregor Amann die Stimmung im Ortsverein Gallus / Gutleut. Die meisten seien froh, „dass der Alptraum vorbei ist“. Es sei richtig gewesen, dass sich die SPD so entschieden habe. Feldmann noch eineinhalb Jahre weiter zu tragen, wäre nicht mehr möglich gewesen, denn: „Er hat nirgendwo mehr Rückhalt in der Bevölkerung.“ Die anstehende Neuwahl des Stadtoberhauptes betrachtet Amann als „offenes Rennen“, auch wenn der SPD-Bewerber „einen Rucksack mit Steinen“ mit sich herumschleppe. Aussichtslos sei es aber nicht. Mit Mike Josef würde die SPD ein gutes Angebot machen.

Mike Josef werden gute Chancen eingeräumt

Stefanie Then, die Niederräder Ortsvereinsvorsitzende, ist ebenfalls erleichtert, „dass wir nach vorne schauen können und nicht ständig auf das leidige Thema angesprochen werden“.

„Wir haben uns kontinuierlich mit der Frage Feldmann beschäftigt“, sagt Sieghard Pawlik, SPD-Ortsvereinsvorsitzender in Sindlingen. Wir sind zu der Auffassung gelangt, dass der Oberbürgermeister gut beraten gewesen wäre, wenn er sich rechtzeitig zu Anfang des Jahres aus dem Amt zurückgezogen hätte.“ Feldmann habe sich als Person sehr verändert, er sei nicht mehr der, der er noch vor zweieinhalb Jahren gewesen sei. Die SPD-Mitglieder hätten bei den OB-Wahlkämpfen unendlich viel für Feldmann getan, sagt Pawlik. Als das Thema Unregelmäßigkeiten aufgekommen sei, hätte Feldmann zurücktreten müssen. Die Neuwahl eines Nachfolgers sieht Pawlik offen, denn: Die OB-Wahl sei schließlich eine Persönlichkeitswahl. Und Mike Josef habe sich mit seiner Arbeit Glaubwürdigkeit erworben.

Auch interessant

Kommentare