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Frankfurt: Erst 26 und schon Managerin – Neue Chefin fürs Hessen-Center kommt aus Hamburg

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Von: Gernot Gottwals

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Burcu Cekirdek mit Blick auf die weihnachtlich geschmückte Mall des Hessen-Centers. FOTO: rainer rüffer
Burcu Cekirdek mit Blick auf die weihnachtlich geschmückte Mall des Hessen-Centers. © rüffer

Das Hessen-Center hat eine neue Managerin. Die Hamburgerin ist bereits die dritte Chefin der Ladengalerie in einem Jahr.

Frankfurt – Wie ihre Vorgängerinnen schaut auch die neue Managerin Burcu Cekirdek gerne auf ihren täglichen Rundgängen im Hessen-Center in Frankfurt nach dem Rechten. Im Erdgeschoss, nahe dem Schmuckgeschäft Pandora, wundert sich ein älterer Herr über den barock anmutenden Stuhl, der neben dem Christbaum drapiert ist. „Hier sitzt wohl ein König“, scherzt er. „Eigentlich der Weihnachtsmann“, erklärt die Chefin schmunzelnd. Oder der Herr selbst. Als König Kunde.

Denn mit den Lücken, die sich hier und da in den Ladenzeilen auftun, sieht die Center-Managerin auch neue Chancen. „Im Erdgeschoss und Lichthof des Obergeschosses bei Starbucks werden die Kinder von Santa Claus empfangen, in der Family Lounge im früheren Schuhgeschäft Dielmann lesen wir Geschichten vor und laden ein in die Bastelecke.“ Kreative Ideen, die nötig sind, bis neue Geschäfte einziehen. Denn trotz einer gewissen, durchaus natürlichen Fluktuation führen schwierige Zeiten in der Pandemie und Energiekrise zuweilen zu mehr und längerem Leerstand.

Frankfurt: Zehn Geschäfte im Hessen-Center stehen leer

Fluktuation gibt es aber auch in der Führung: Denn da sich Cekirdeks Vorgängerin Janine Marz nun im Mutterschutz befindet, ist die 26-Jährige bereits die dritte Center-Managerin in diesem Jahr. „Ich komme aus Hamburg, habe unter anderem im Alsterviertel-Center und in Hongkong gearbeitet und zuletzt das Allee-Center in Hamm geleitet. In Frankfurt, wo meine Cousine wohnt, habe ich mich seit meinem Umzug im Oktober schon gut eingelebt“, erklärt sie. 115 Geschäfte auf 39.000 Quadratmetern, davon zehn Leerstände, so die aktuelle Bilanz. Besser haben es da die Kinder. Die können ihre Wünsche an den Weihnachtsmann schreiben. Jeden Samstag werden drei Wünsche ausgelost und von einem der Geschäfte im Zentrum erfüllt. In der Adventszeit tritt zudem ein Gospelchor auf.

Cekirdek verweist auf fünf neue Eröffnungen in diesem Jahr, darunter den Schuhhersteller Gabor im März, den Herrenausstatter Camp David im Mai, die Kerzenwerkstatt Hanabi im August und eine HNO-Arztpraxis. Für den leerstehenden Kaufhof, einst ein bedeutender Ankermieter auf drei Etagen, kann sie Hoffnung für das nächste Jahr machen: „Hier ist eine Flächenteilung mit zeitnahen Umbauten vorgesehen, bevor drei neue Filialisten einziehen werden.“ Auch die aus den Reihen des Ortsbeirates 16 angeregte Stadtteilbibliothek habe sie auf dem Schirm: „Es hat bereits Gespräche gegeben, aber die Verhandlungen laufen noch.“ Mehr könne sie jedoch im Moment noch nicht sagen.

Die Zukunft sieht sie neben dem richtigen Mix aus Kaufhäusern wie P & C, bewährter Gastronomie wie dem Eiscafé Tiziano und einigen Arztpraxen auch im modernisierten Parkhaus mit 1600 Stellplätzen und 68 E-Ladestationen. „Denn wir haben 70 Prozent Stammkunden im Osten Frankfurts und östlich der Bergen-Enkheimer Stadtgrenze.“ Neben Familien kämen auch viele ältere Kunden gerne mit dem eigenen Wagen. Daher fanden sogar Autogottesdienste auf dem Parkdeck Zuspruch, die nächstes Jahr fortgeführt werden sollen.

Frankfurt: Hessen-Center-Chefin glaubt an Einzelhandel „die Kunden wollen raus“

Dass sie das Hessencenter gerne wie eine Marke weiterentwickeln will und dabei auch auf Außenwerbung und verschiedene Medienkanäle setzt, kommt auch durch ihre Ausbildung: Nach ihrem Abitur 2015 studierte sie Brand Management an der University of Applied Sciences studiert. „Ich organisiere gerne, setze meine Menschenkenntnis ein und gehe gerne in Einkaufszentren wegen dem vielfältigen Service, den man überdacht auf überschaubarem Raum findet“, sagt sie.

Für das wie My Zeil und das Skyline Plaza zur Hamburg ECE Group gehörige Hessencenter sei die lokale Stadtteilarbeit wichtig, betont Cekirdek: „Deshalb sind wir auch Mitglied im Gewerbeverein Bergen-Enkheim.“ Wichtig seien jahreszeitliche Events zu Weihnachten, Ostern, Ferienspiele im Sommer und die Außenfläche, etwa einen Foodtruck. „Dass der Online-Handel den lokalen Handel auf Dauer verdrängt, glaube ich nicht. Denn die Kunden wollen raus, die Waren vor Ort selbst sehen und begutachten.“ Wenigstens für die nächsten Jahre möchte Cekirdek Wurzeln in Frankfurt schlagen, auch ihrer Heimatstadt Hamburg bleibt sie verbunden, die sie regelmäßig besucht. (Gernot Gottwals)

In der Corona-Pandemie war das Hessen-Center in Frankfurt stark von den Lockdowns und der Krise getroffen.

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