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So laufen die Impfungen für Kinder gegen Corona im Frankfurter Bürgerhospital ab

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Von: Katja Sturm

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Kinderkrankenschwester Miriam Kopaczel gibt Ida eine Spritze und Emilia, die zuvor geimpft wurde, hält ihrer Cousine das Händchen. FOTO: sauda
Kinderkrankenschwester Miriam Kopaczel gibt Ida eine Spritze und Emilia, die zuvor geimpft wurde, hält ihrer Cousine das Händchen. © Enrico Sauda

Die Kinderimpfung gegen Corona im Frankfurter Bürgerhospital waren in Windeseile ausgebucht. Kinder bekommen nur ein Drittel der Dosis für Erwachsene gespritzt.

Frankfurt – Ein bisschen nervös ist Ida schon. Dabei hat sich die Elfjährige selbst dafür entschieden, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen. "Ich fühle mich dann einfach sicherer", sagt sie. Zudem hätten sich in ihrer Familie schon alle der Prozedur unterzogen. "Ich bin die Einzige, die sich ständig noch testen lassen muss."

Gemeinsam mit ihrer gleichaltrigen Cousine Emilia und deren Mutter ist die Schülerin ins Bürgerhospital Frankfurt gekommen. Zum zweiten Mal in dieser Woche bot die Klinik am Mittwoch (22.12.2021) eine Impfaktion für Kinder zwischen fünf und elf Jahren an. Ursprünglich war nur ein Tag dafür vorgesehen. Doch als die Nachricht veröffentlicht war, dauerte es gerade mal eine Stunde, da waren sämtliche Termine vergeben. Kurzentschlossen wurde ein zweiter Nachmittag organisiert; der war nach 90 Minuten voll belegt. Im Januar sollen weitere folgen.

Impfungen gegen Corona für Kinder in Frankfurt: Weniger Impfstoff als für Erwachsene

Jeweils etwa 270 Jungen und Mädchen wurden innerhalb von fünf Stunden mit Biontech versorgt. Die Dosis entspreche einem Drittel dessen, was man Erwachsenen verabreiche, erklärt Dr. Kay Latta, Ärztlicher Direktor. In drei Wochen soll bereits die zweite Impfung anstehen. Allerdings, wie Claudia Jacobs, die Leiterin der Organisationsentwicklung, betont, nur für diejenigen, die auch ihre erste Spritze im Bürgerhospital bekamen.

Ida und Emilia sind bestens gerüstet, als sie die Treppen zu der in ein kleines Impfzentrum umfunktionierten Tagesklinik hinabsteigen. Die Kleinere trägt ein rot-goldenes Sweatshirt der berühmten Hogwarts-Zauberschule, die schon Harry Potter stark machte. Beide haben vorsorglich ein Betäubungspflaster auf die Stelle aufgeklebt, an der in ihrer linke Schulter die extra dünne Nadel eindringen soll.

Fachkräfte versorgen Kinder bei der Impfung

Im Untergeschoss werden sie von Mitarbeiterinnen empfangen, die Rentiergeweihe tragen. In den einzelnen Kabinen dient die rot-weiße Weihnachtsmütze, mit oder ohne Zöpfe, als bevorzugte Kopfbedeckung beim medizinischen Personal. Die Kinder sollen sich willkommen und wohlfühlen, von Ängsten, die sie möglicherweise mitbringen, abgelenkt werden und am Ende mit einem guten Gefühl nach Hause gehen. Schließlich wird die Impfung nicht der letzte Arztbesuch bleiben, und sie sollen kein Problem damit haben, wiederzukommen.

Das Personal, das den Schutz vor dem Corona-Erreger vornimmt, besteht ausschließlich aus Fachleuten, die auch sonst mit dem Nachwuchs zu tun haben und einfühlsam mit ihm umgehen. Vier Ärzte und fünf Schwestern sind es diesmal. Dazu kommen fünf Leute für die Administration und zwei Anästhesiespezialisten, die als sogenanntes Apothekenteam die Spritzen aufziehen.

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Frankfurt: Kinderimpfung braucht mehr Zeit als bei Erwachsenen

Pro Behandlung wird mehr Zeit vorgesehen als für ältere Patienten. Die würden einfach tun, was man ihnen sagt, erklärt Latta, während man bei Kindern nie wisse, wie sie reagieren. Die einen benötigen mehr Zuspruch und erst mal einen kleinen Dialog des Arztes mit ihrem Stoffhasen, um das für die Behandlung notwendige Vertrauen zu erwerben. "Wir müssen eine Verbindung herstellen", sagt Latta.

Allein die Frage, auf welcher Seite man pieksen solle, könne schon dabei helfen, Unsicherheiten zu nehmen. Es gebe allerdings auch jene, die alles schnell hinter sich bringen wollen. "Jeder entwickelt seine eigene Art, damit umzugehen."

Falls es doch einen Grund zum Weinen gibt, weil der Arm ein bisschen schmerzt, trösten Schokolade oder Lollis, die auf einem Wagen um die Ecke stehen. Empfohlen wird, nach der Behandlung noch eine Viertelstunde im Innenhof oder einem weiteren Raum zu warten, falls sich jemand in diesem Zeitraum schlecht fühlt.

Fieber nach Impfung von Kindern: Kein schlechtes Zeichen

"Bisher ist noch nie jemand zurückgekommen", sagt Jacobs und schaut in lauter fröhliche und erleichterte Gesichter, als sie sich bei der Gruppe derjenigen umsieht, die die Impfung hinter sich haben.

Was die Nachwirkungen angehe, "fiebern Kinder schneller als Erwachsene", sagt Latta. Aber das müsse einen nicht sorgen. "Das zeigt nur, dass der Impfstoff angekommen ist und das Immunsystem sich mit ihm befasst." nEmilia und Ida haben ihre Impfkabine bereits verlassen. Wie es gewesen sei? "Ganz gut." (Katja Sturm)

Auch am Impfzentrum in Frankfurt werden Kinder geimpft. Termine können online gebucht werden.

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