Ein Gymnasium in Rheinland-Pfalz macht's vor: Dort stehen schon große Luftfilter im Klassenraum.
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Ein Gymnasium in Rheinland-Pfalz macht's vor: Dort stehen schon große Luftfilter im Klassenraum.

Corona-Schutz

Erste bis sechste Klassen können aufatmen: Bis zum Winter bekommen Frankfurts Schulen Luftfiltergeräte

  • Julia Lorenz
    VonJulia Lorenz
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Auch Mensen werden ausgerüstet. Schulen an Hauptstraßen genießen Priorität, kündigte Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) an.

Frankfurt -Bis zum Beginn der kalten Jahreszeit, sollen in Frankfurt alle Klassenräume der Jahrgangsstufen 1 bis 6 mit Luftfilteranlagen ausgestattet sein. Das kündigte Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) am Montagabend in der konstituierenden Sitzung des Ausschuss für Bildung und Schulbau. "Wir wollen nach den Herbstferien damit beginnen, die ersten Schulen mit den Geräten auszustatten", sagte die Stadträtin. "Bis Ende Oktober, Anfang November wollen wir damit fertig sein."

Mit dieser Aussage reagierte Weber auf eine Anfrage von Silvia Sassenberg von der Elterninitiative Mühlbergschule. Die Mutter wollte von der Dezernentin wissen, wann die Pavillonanlage im Länderweg, in der die Sachsenhäuser Schule seit viereinhalb Jahren ausgelagert ist, mit Luftfilteranlagen ausgestattet wird. Sie appellierte an die Mitglieder des Ausschusses, die Schule priorisiert zu behandeln, da die Container im Winter schneller auskühlen als herkömmliche Klassenräume in massiven Gebäuden.

Auch Sara Steinhardt, bildungspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion, sprach die Stadträtin auf die Luftfilteranlagen an und machte Druck. "Wir haben schon im Juli darüber im Stadtparlament diskutiert", sagte sie. "Warum müssen die Eltern so lange auf die Geräte warten?" Steinhardt schlug vor, dass die Luftreiniger zuerst in Schulen, die in Containern untergebracht sind, und in solchen an Hauptverkehrsstraßen installiert werden.

"Ich kann leider nicht zaubern"

"Ich kann leider nicht zaubern", sagte Weber. "Aber wir arbeiten mit Hochdruck an dem Thema." Die Dezernentin wies noch einmal daraufhin, dass sich die Stadt dazu entschlossen hat, alle Klassen- und Fachräume sowie die Mensen, die von Kindern der Jahrgangsstufen 1 bis 6 genutzt werden, mit Luftfiltergeräten auszustatten. "Dafür mussten zunächst aber 2500 Räume an 140 Standorten vermessen werden, um herauszufinden, wie viele Geräte wir überhaupt benötigen", sagte die Stadträtin.

Jetzt sei man aber so weit. Die Ausschreibung ist fertig. Allerdings müsse, bevor die Ausschreibung öffentlich gemacht werden kann, noch geklärt werden, ob die Ausschreibungsfrist verkürzt werden kann. "Die Hersteller aber sind gewappnet und können schnell liefern", so Weber. "Deshalb bin ich zuversichtlich, die Geräte schnell in den Schulen aufstellen zu können."

Die Dezernentin versicherte zudem, priorisiert die Schulen mit Luftfiltergeräten auszustatten, die in Containeranlagen untergebracht sind, die nicht gut lüften können oder an vielbefahrenen Straßen liegen.

Finanziert werden die Luftfilteranlagen aus städtischen Mitteln. Auf die Fördertöpfe von Bund und Land könnte die Stadt nicht zugreifen, da diese nur für Geräte in Räumen vorgesehen seien, die nicht gelüftet werden könnten, oder für raumlufttechnische Anlagen, die fest verbaut werden. "Das, was wir machen, geht aber weit über die Förderprogramme hinaus", so Weber. Denn Frankfurt gehe einen Schritt weiter und statte alle Räume aus, auch die, die gut zu lüften sind. "Auch wenn es infektiologisch nicht notwendig ist, macht es dennoch Sinn", sagte Weber. Darüber hinaus wolle die Stadt auch die Fördergelder für die festinstallierten Anlagen beantragen, aber erst in einem zweiten Schritt. "In den kommenden fünf Jahren wollen wir alle Grundschulen mit diesen Anlagen ausstatten."

Zu Beginn der konstituierenden Sitzung wurde Dana Kube (Grüne) einstimmig zur neuen Vorsitzenden des Ausschusses für Bildung und Schulbau gewählt. Zu ihrem Stellvertreter hat das Gremium den FDP-Fraktionsvorsitzenden Yanki Pürsün bestimmt. Neue Schriftführerin ist die städtische Mitarbeiterin Daniela Gottlieb.

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