Prof. Volker Moosbrugger (von links), die beiden Preisträger Rea Garvey und Prof. Craig R. Smith mit Beate Heraeus
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Prof. Volker Moosbrugger (von links), die beiden Preisträger Rea Garvey und Prof. Craig R. Smith mit Beate Heraeus

Auftakt des Jubiläumsjahres

Erste Geburtstagsparty für Senckenberg

  • VonInga Janovic
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Auch wenn der erfolgsverwöhnte Rocker Rea Garvey schon etliche Preise entgegengenommen hat, der Senckenberg-Preis, den er am Samstag für sein Umweltengagement erhielt, ist ein besonderer.

Auch wenn der erfolgsverwöhnte Rocker Rea Garvey schon etliche Preise entgegengenommen hat, der Senckenberg-Preis, den er am Samstag für sein Umweltengagement erhielt, ist ein besonderer. „Wenn ich Musikpreise bekomme, beschäftigt sich keiner mit meinen Texten“, bedankte sich der Ire für die Laudatio, die der Ozeanograph Prof. Martin Visbeck für ihn gehalten hatte. Der Kieler Meeresforscher war Garveys Texten richtig auf den Grund gegangen. Das größte Kompliment erhielt der Musiker, der mit seinem Projekt „Clearwater“ dafür sorgt, dass Familien in von der Erdölförderung verseuchten Gebieten des Regenwaldes in Ecuador wieder Zugang zu sauberem Trinkwasser bekommen, aber von Ministerpräsident Volker Bouffier: „Sie haben den Höhepunkt des Menschseins erreicht: Sie leben in Hessen.“ Garvey wohnt mit Frau und Tochter in Hadamar.

Im warmen Hawaii ist Prof. Dr. Craig R. Smith zu Hause, der bei der diesjährigen „Senckenberg Night“ den Wissenschaftspreis der Forschungsgesellschaft erhielt. Vor dem hiesigen Winter erschrak er dennoch nicht: Der Meeresforscher ist häufig in der Antarktis. Er beschäftigt sich mit den Lebensgemeinschaften auf dem Grund der Ozeane und analysiert, wie sich diese etwa durch den Tiefsee-Bergbau verändern. Dazu wusste auch der ZDF-Moderator Dirk Steffens eine Anekdote: Für seine Sendung „Terra X“ sei er mit einem U-Boot 800 Meter tief ins Meer getaucht. „Und was haben wir dort als erstes gesehen? Eine Cola-Dose. Der Mensch hinterlässt seine Fußabdrücke sogar an Orten, an die er selbst gar nicht gelangen kann“, so Steffens, der für die knapp 1000 Gäste der Party unter Dinos den Conferencier gab und sie trotz der ja bedrückenden Fakten zum Zustand der Meere, der Artenvielfalt und des Klimas bei vergnügter Laune hielt. Das war ganz im Sinne von Beate Heraeus, Präsidentin der vor 200 Jahren gegründeten Forschungsgesellschaft. „Vieles, was wir von unseren Wissenschaftlern hören, macht Angst. Aber ich möchte Mut machen.“ Das wollten auch Prof. Volker Mosbrugger, Generaldirektor des Senckenberg, und Oberbürgermeister Peter Feldmann, sie machten in ihren Reden klar: Aufgeben gilt nicht. „Wir brauchen die Erkenntnisse, die Sie hier gewinnen, nicht das Leugnen dieses Wissens“, sagte Feldmann in Anspielung auf die Haltung des US-Präsidenten Trump zum Klimaschutz.

Die Party im Museum war der Auftakt für das Jubiläumsjahr. Die Gäste sollten zum 200. ruhig großzügig sein: Es werden Spenden für den Museumsanbau gebraucht. Der BMW-Großaktionär Stefan Quandt hat reichlich geschenkt: 3,5 Millionen Euro gibt er für einen Riesenglobus, der den Besuchern den Eindruck vermitteln soll, sie schauten aus dem All auf ihre Erde. „Ich freue mich auch selbst darauf, das zu sehen“, so Quandt. Demnächst wiedersehen werden sich Zoodirektor Prof. Manfred Niekisch und der Schauspieler Hannes Jaennicke. „Wenn ich für meine Filme etwas brauche, frage ich immer zuerst ihn“, so Jaennicke, der sich für den nächsten Film seiner Reihe „Im Einsatz für. . .“ auf die Spur des Elfenbeins und der Wilderei begeben will.

(ing)

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