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09.03.2018 Hahn Air Sportpark Dreieich Hessenliga Saison 2017/2018 SC Hessen Dreieich gegen Spvgg. 03 Neu-Isenburg, Derby Damien Letellier (17, Spvgg. 03 Neu-Isenburg) gegen Jörn Kohl (3, Hessen Dreieich) *** Foto: A2/Hartenfelser

Fußball

Erste Standortbestimmung

Am heutigen Freitag geht es mit drei Spielen schon wieder los in der Hessenliga. Unter anderem empfängt Aufsteiger FC Eddersheim die Spvgg. Neu-Isenburg.

Zum Auftakt der Fußball-Hessenliga steigt wieder der von Verbandsfußballwart Jürgen Radeck (Ortenberg) ersonnene „Derby-Spieltag“. Gleich im Sommer sollen die engsten Nachbarn in Hin- und Rückspiel binnen eines Monats zweimal gegeneinander antreten und so jeweils die Aussicht auf viele Zuschauer haben.

Was zuletzt zwischen Borussia Fulda und dem TSV Lehnerz besonders gut funktionierte, wo tausende Schaulustige die stadtinternen Duelle verfolgten. Doch die Borussia hat sich aus der Hessenliga zurückgezogen und ihre Senioren-Abteilung dem TSV angegliedert, der sich dann in SG Barockstadt Fulda-Lehnerz umbenannt hat. Daher werden nun im Spiel beim KSV Baunatal nicht gerade Derby-Gefühle aufkommen.

Die zweite Neuschöpfung in der Hessenliga ist der FC Gießen, der aus der Eingliederung der Fußball-Abteilung des VfB Gießen in den SC Teutonia Watzenborn-Steinberg und einer ebenfalls erfolgten Umbenennung entstanden ist. Wenn der am Samstag den SC Waldgirmes im Gießener Waldstadion empfängt, kann man bei zehn Kilometern Entfernung zwischen beiden Orten schon von einem Derby sprechen. Auch zwischen dem FSC Lohfelden und Regionalliga-Absteiger Hessen Kassel funktioniert die Sache mit den kurzen Wegen.

Und die beiden Aufsteiger aus der Wetterau haben es auch nicht allzu weit – am Sonntag muss der FV Bad Vilbel zum Auswärtsspiel gegen Türk Gücü Friedberg knapp 30 Kilometer nach Ober-Rosbach fahren. Das ist in etwa so weit wie von Neu-Isenburg nach Eddersheim sowie von Griesheim nach Ginsheim, wo am heutigen Freitag bereits gespielt wird.

Nachdem der Motor zu Beginn noch etwas stotterte ist Peter Hoffmann mit der Vorbereitung nun doch „sehr zufrieden.“ Seit zwei Wochen läuft der Trainingsbetrieb so, wie ihn sich Hoffmann, der die Spvgg. Neu-Isenburg bereits in der 16. Saison trainiert, vorstellt. „Bei 100 Prozent ist noch keine Mannschaft zu Rundenbeginn“, weiß er aus Erfahrung. Im Hattersheimer Stadtteil erwartet die Spielvereinigung heute an der Eddersheimer Staustufe gleich eine echte Herausforderung (19.30 Uhr). Der Mannschaft von Trainer Rouven Leopold, die mit den Alzenauern Anthony Wade und Christopher Krause sowie Anli Mus (Rot-Weiss Frankfurt) drei echte Verstärkungen an Land zog, ist auch in der Hessenliga eine gute Rolle zuzutrauen. Zumal Torjäger Turgay Akbulut (52 Tore in der vergangenen Punktrunde) gehalten wurde. „Von den einzelnen Spielern her ist Eddersheim sicherlich sehr stark. Aber auch wir haben eine gute Mannschaft. Die Neuzugänge wie Jörn Kohl und Carlos McCrary steigern unsere Qualität, dazu ist Aljoscha Atzberger wieder topfit. Wir haben keine Angst und fahren nach Eddersheim, um dort zu gewinnen“, unterstreicht Hoffmann.

Mittlerweile gestaltet sich auch der Spielplan ein wenig freundlicher. Ursprünglich wären die „03er“ mit vier Auswärtsspielen hintereinander in die Saison gestartet. Inzwischen wurde das Gastspiel bei Buchonia Flieden vom 15. August auf Anfang Dezember verlegt. Und auf das ursprünglich spielfreie Wochenende am 11./12. August haben die Neu-Isenburger nun das Heimspiel gegen Regionalliga-Absteiger Hessen Kassel vorgezogen, das zunächst für Anfang September unter der Woche angesetzt war. „Kassel ist auf uns zugekommen, die fahren natürlich lieber samstags nach Neu-Isenburg als unter der Woche. Und wir haben nun Anfang August unser erstes Heimspiel. Und dann gleich gegen einen Titelaspiranten“, zeigt sich Hoffmann zufrieden.

Beim FV Bad Vilbel war zuletzt in der Vorbereitung etwas der Wurm drin. „Die Ergebnisse waren nicht immer gut, aber das hat seine Gründe“, sagt Trainer Amir Mustafic. Kleinere Verletzungen habe es gegeben und es habe etwas an Konzentration gemangelt. Zwar gab es bei einem Turnier in Frankfurt-Oberrad auch ein 7:0 gegen Türk Gücü Friedberg, aber da trat der Mitaufsteiger nur mit einer Rumpfelf an. „Wir werden bald wissen, wo wir ungefähr stehen“, gibt sich Mustafic vor dem Nachbarschaftsduell betont gelassen.

Bei Türk Gücü Friedberg hat man schon einen Vorgeschmack bekommen, was das Niveau der neuen Spielklasse angeht: Im Hessenpokal unterlag das Team von Trainer Mustafa Fil am vergangenen Samstag beim Ligarivalen Rot-Weiß Hadamar mit 2:4. Ansonsten gab man sich in der Vorbereitung mit Gegner aus niedrigeren Klassen ab. Das 4:0 gegen den Verbandsligisten SV Zeilsheim zum Auftakt war das beeindruckendste Resultat.

Dass Türk Gücü vielleicht noch etwas hinterherhinkt, hängt natürlich mit den zeitlichen Auswirkungen der Aufstiegsrunde zusammen. Dazu kommt, dass zahlreiche Spieler abgewandert sind. Torhüter Kamber Koc „floh“ zum Beispiel vor der starken internen Konkurrenz, Sebastian Weigand wie Selim Aljusevic vor dem höheren Aufwand und den Samstagsspielen. Torjäger Baris Özdemir zog es noch vor den Aufstiegsspielen zum ambitionierten Verbandsligisten Hanauer SC.

Die Neuzugänge kamen erst nach und nach hinzu, und so ist in Friedberg allen klar, dass man der Mannschaft etwas Zeit geben muss. Was nicht heißen soll, dass man gegen Bad Vilbel nicht auf einen Sieg aus wäre. In der vergangenen Saison hat das inklusive Pokal ja auch drei Mal geklappt.

(rst,leo)

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