Regionaltangente West

Die ersten Änderungswünsche

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In einer Woche werden die Pläne zur Regionaltangente West öffentlich im Bolongaropalast vorgestellt. Zwei Ortsbeiräte befassen sich aber schon heute damit. Die Grünen im Westen haben schon zwei Änderungswünsche.

Vor der öffentlichen Vorstellung der Pläne für die Regionaltangente West (RTW) am kommenden Dienstag, 26. Januar, im Kapellensaal des Bolongaropalasts (18 Uhr) hat die Fraktion der Grünen im Ortsbeirat 6 (Frankfurter Westen) darauf hingewiesen, zwei Punkten noch einmal verstärkte Aufmerksamkeit zu widmen: Fraktionschef Thomas Schlimme möchte zum einen, dass der vorgesehene Haltepunkt am Industriepark Höchst südlich des Mains näher ans Tor K 801 verlegt wird und dass zum anderen beim Weiterbau in Richtung Süden eine Planung westlich der Bundesstraße B 44 favorisiert wird, der kein Bannwald zum Opfer fallen müsste.

Derzeit ist vorgesehen, dass der Haltepunkt am Industriepark Höchst östlich des Parkplatzes eingerichtet wird. Fahrgäste aus dem Industriepark müssten erst den Parkplatz überqueren. „Dies stellt eine Verschlechterung gegenüber der heutigen Busanbindung dar“, findet Schlimme. In den ursprünglichen Planungen, die auch im Flächennutzungsplan festgehalten sind, war ein Trassenverlauf näher am Industriepark vorgesehen.

Südlich des Kelsterbacher Knotens will Schlimme, dass die Variante östlich der B 44 verworfen wird, weil sie im besonders geschützten Bannwald verläuft: „Es wäre besser, die Alternativplanung westlich der Bundesstraße ohne Bannwaldinanspruchnahme zu realisieren“, sagt Schlimme. Die B 44 führt von Frankfurt über Neu-Isenburg nach Ludwigshafen.

Verkehrsdezernent Stefan Majer (Grüne) will den aktuellen Stand der Planungen am kommenden Dienstag zusammen mit Vertretern der RTW-Planungsgesellschaft in Höchst öffentlich vorstellen (wir berichteten). Das Verkehrsdezernat berichtet über sie zudem am heutigen Dienstag in der Sitzung des Ortsbeirats 7 (Hausen, Industriehof, Praunheim, Rödelheim, Westhausen). Auf der Grundlage dieser Planungen soll in diesem Jahr das Planfeststellungsverfahren für die Regionaltangente West eröffnet werden. Die Schienenverbindung soll von Bad Homburg beziehungsweise dem Gewerbegebiet Praunheim-Nord über Eschborn, Sossenheim und Höchst weiter zum Flughafen, nach Neu-Isenburg und nach Dreieich führen. Durch die Gabelungen im Norden und im Süden der Trasse sind zwei Linien vorgesehen, die jeweils halbstündlich verkehren und sich im gemeinsamen Abschnitt zwischen Eschborn und Neu-Isenburg zu einem Viertelstunden-Takt ergänzen sollen.

Vorgesehen sind 21 Haltepunkte, darunter im Frankfurter Westen das Gewerbegebiet Sossenheim, der Höchster Bahnhof und der Halt am Industriepark Höchst. In Frankfurt ist zudem der Halt Praunheim-Nord geplant, eine Weiterführung in Richtung Nordwestzentrum dagegen derzeit nicht in den Plänen enthalten. Zehn der Haltestellen gibt es bereits, weil die Züge der RTW als Hybrid zwischen Straßen- und S-Bahn zum Teil auf bereits bestehenden Bahnstrecken verkehren sollen. Ein Knackpunkt im Frankfurter Westen ist dabei der Übergang vom Höchster Bahnhof über eine Rampe auf die Höhe der Leunastraße und die Führung der Strecke über die Leunabrücke auf die südliche Mainseite.

Im Gegensatz zu den bisher existierenden S-Bahn-Linien des sternförmigen RMV-Netzes soll die RTW-Linie nicht durch den City-Tunnel unter der Innenstadt von Frankfurt laufen, sondern den Stern der S-Bahnlinien im Westen tangential schneiden. Dafür sind neue Gleise zwischen Höchst und dem Flughafen erforderlich. Noch nicht abschließend geklärt ist bislang, ob dafür ein Häuserzug an der Leunastraße parallel zum Luciuspark abgerissen werden muss und ob die Leunabrücke imstande ist, zusätzlich eine Gleistrasse aufzunehmen.

Die Regionaltangente West ist eines der zentralen Verkehrsprojekte, die das Land Hessen in sein Zehn-Punkte-Programm für den Ausbau des Schienennetzes in der Rhein-Main-Region aufgenommen hat. Bund und Land übernehmen deshalb einen Großteil der Investitionen von 327,6 Millionen Euro. Die Stadt Frankfurt beteiligt sich bislang mit 4,25 Millionen Euro an den Planungen. Im Juli vergangenen Jahres gab die RTW-Planungsgesellschaft bekannt, dass die EU die Planung des Projekts mit 7,6 Millionen Euro fördert. Damit konnte das Planfeststellungsverfahren angestoßen werden, und der Frankfurter Magistrat hat im Dezember die Erstellung einer Vorplanungsvorlage beschlossen.

Der Ortsbeirats 6 tagt heute ab 17 Uhr im Bolongaropalast, Bolongarostraße 109, der Ortsbeirat 7 ab 19.30 Uhr im Gemeindesaal der Kirchengemeinde St. Raphael, Ludwig-Landmann-Straße 365. Die Pläne werden am Dienstag, 26. Januar, ab 18 Uhr im Bolongaropalast vorgestellt.

(hv)

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