Eva Kühne-Hörmann und Michael Boddenberg eröffneten gestern das Haus des Jugendrechts Süd.
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Eva Kühne-Hörmann und Michael Boddenberg eröffneten gestern das Haus des Jugendrechts Süd.

Haus des Jugendrechts

Erster Erfolg: Straftaten von Jugendlichen sind rückläufig

  • Thomas J. Schmidt
    VonThomas J. Schmidt
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Minister eröffnen drittes Haus des Jugendrechts in Frankfurt

Vor einem halben Jahr öffnete das Haus des Jugendrechts in Sachsenhausen. Seitdem sind rund 1000 jugendliche Straftäter hier durchgegangen. Gestern wurde das Haus offiziell von den Landesministern Eva Kühne-Hörmann (Justiz) und Michael Boddenberg (Finanzen) eröffnet.

Das Haus liegt in der Aschaffenburger Straße, einer kleinen Sackgasse in Sachsenhausen. Verschiedene Akteure sind in dem Gebäude zusammengefasst: Im zweiten Stock die Jugendgerichtshilfe, eine von der Stadt Frankfurt finanzierte Institution, im dritten und vierten Stock die Polizei und im fünften Stock die Staatsanwaltschaft. Im Erdgeschoss und im ersten Stock ist die Verkehrserziehung untergebracht, was mit dem Haus des Jugendrechts jedoch nichts zu tun hat. Die Wände in den Fluren sind noch weiß, es hängen kaum Bilder. Vieles wirkt, als wären die Polizisten, Jugendhelfer und Staatsanwälte gerade erst eingezogen.

Zweck der Häuser des Jugendrechts - das in Sachsenhausen ist das dritte in Frankfurt: Möglichst wenig Zeit soll zwischen der Straftat und der Strafe vergehen, indem die beteiligten Institutionen gut und schnell zusammenarbeiten. Bis zur Anklageerhebung vergehen oft weniger als zwei Monate, halb so lange wie bei "normalen" Jugendgerichten.

Und genau genommen gibt es bereits vier Häuser des Jugendrechts. Wie Justizministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) erklärte, wurde das Personal in Sachsenhausen zum 1. Januar aufgestockt, ein Haus des Jugendrechts im Osten der Stadt also zumindest potenziell geschaffen. Es sei an Finanzminister Boddenberg (CDU), eine geeignete Immobilie zu schaffen.

Dieser versicherte, sich darum zu bemühen. "Personell ist es kein Problem, da wir Stellen bei der Polizei und der Justiz geschaffen haben", sagte er.

Insgesamt arbeiten in den nunmehr vier Häusern des Jugendrechts 50 Polizisten, wie Polizeipräsident Gerhard Bereswill errechnete. "Davon 14 im Haus des Jugendrechts Süd und 13 im Haus Ost." Hinzu kommen sieben Staatsanwälte, drei für den Süden, vier für den Osten, und acht Jugendgerichtshelfer, vier für jeden der beiden Gerichtsbezirke. Die Letztgenannten werden, anders als Polizei und Staatsanwaltschaft, von der Stadt bezahlt. "Mindestens ebenso wichtig" wie schnelle Strafe, sagte Sozialdezernentin Elke Voitl (Grüne), "sind Unterstützungsangebote, namentlich der Jugendhilfe."

Wohnortprinzip entscheidet

Es geht voran im Jugendrecht. "Seit die ersten Häuser vor zehn Jahren eröffnet wurden", sagte Polizeipräsident Gerhard Bereswill, "sind die Zahlen der Straftaten von Jugendlichen um rund zehn Prozent zurückgegangen." Und das, obwohl die Stadt in diesen zehn Jahren gewachsen ist, inzwischen rund 20 Prozent mehr Jugendliche in Frankfurt leben als 2012. Jugendliche im Sinne des Jugendrechts sind alle von 14 Jahre, wenn die Strafmündigkeit beginnt, bis 21, wenn das Erwachsenenstrafrecht greift. Es gilt zudem das Wohnortprinzip: Nicht wo die Tat begangen wurde, sondern wo der Täter wohnt, entscheidet, ob er eine Vorladung ins Haus des Jugendrechts bekommt.

Das erste Haus stand in Höchst. Es ist für den Frankfurter Westen zuständig. Im Norden gibt es ein Haus des Jugendrechts im Mertonviertel. Das dritte, Sachsenhausen, ist außer für alle Stadtteile südlich des Mains auch zuständig fürs Gallus und Bahnhofsviertel. "Dort gibt es wegen der Drogenszene viele Straftaten", sagt Catarina Marzolo. Sie leitet die staatsanwaltschaftliche Abteilung im Haus. Ihren Aussagen zufolge spielt der Täter-Opfer-Ausgleich eine wichtige Rolle. Kandidat für das Haus des Jugendrechts sind alle, die mit dem Gesetz in Konflikt kommen, ob als Ersttäter oder im Wiederholungsfall, ob sie schwarzgefahren sind oder in Schlägereien und Drogenhandel verwickelt waren.

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