Wer auf das Flohmarkt-Gelände in der Lindleystraße wollte, musste sich vorher mit Namen und Anschrift registrieren.	Foto: Holger Menzel
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Wer auf das Flohmarkt-Gelände in der Lindleystraße wollte, musste sich vorher mit Namen und Anschrift registrieren. Foto: Holger Menzel

Frankfurt: Wiedereröffnung

Erster Flohmarkt-Bummel kommt gut an

  • vonAlexandra Flieth
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In der Lindleystraße wurde erstmals seit dem Lockdown wieder gefeilscht. Die Registrierung und Wartezeiten schreckten Besucher nicht

Viele haben schon sehnsüchtig auf die Wiederaufnahme des Frankfurter Flohmarktes gewartet. Am Samstag war es so weit und erstmals seit Monaten organisierte die Management Gesellschaft für Hafen und Markt (HFM) einen Flohmarkt in der Lindleystraße - "testweise", wie es Michael Lorenz formuliert, bei der HFM unter anderem zuständig für Märkte.

Maximal 250 Besucher gleichzeitig

Mit den weiteren Lockerungen in Hessen ist die Durchführung von Flohmärkten wieder möglich, jedoch nur unter Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln. Was das in nächster Zeit konkret bedeutet, konnten Besucher und Verkäufer in der Lindleystraße sehen und erleben. Wer auf das rund 5000 Quadratmeter große Gelände wollte, der musste sich zuvor registrieren lassen und einen Zettel mit Adresse und Telefonnummer ausfüllen. Um zu kontrollieren, wer und wie viele Besucher über das Gelände bummeln, gab es einen Eingang, der im östlichen Teil der Lindleystraße aufgebaut war, und einen Ausgang in Höhe des Osthafenplatzes. Andere Ein- und Ausgänge auf das Gelände gab es nicht.

HFM-Mitarbeiter und zusätzliche Sicherheitskräfte vermerkten die Eingangszeit auf dem Zettel, der später am Ausgang wieder abgegeben werden musste. Maximal 250 Besucher durften sich zeitgleich auf dem Flohmarkt bewegen. Teilweise kam es daher zu kurzen Wartezeiten am Eingang, die geduldig von den Besuchern abgewartet wurden.

Verließen sie das Gelände, so wurde dies von den Mitarbeitern am Ausgang an die Kollegen des Eingangs kommuniziert und die nächsten Wartenden durften auf den Flohmarkt. Die Einhaltung des Konzeptes, zu denen auch das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes von Besuchern und Verkäufern zählt, wurde streng kontrolliert. Die Akzeptanz für diese Maßnahmen war groß, die Masken saßen bei allen an der richtigen Stelle. Die Freude darüber, dass es wieder einen Flohmarkt gab, war jedem anzusehen.

"Wie geht es dir? Wir haben uns ja so lange nicht mehr gesehen", lautete die Begrüßung an vielen Stellen. Auch wenn "nur" 250 Besucher gleichzeitig auf dem Gelände sein dürfen, so hat sich, trotz der langen Pause, gefühlt fast nichts verändert. Nur dass es nicht so voll war wie früher und es auch weniger Händler gab.

Weniger Stände und größere Abstände

"70 Verkäufer beteiligen sich", schilderte Thomas Kahl, Mitarbeiter der HFM und Flohmarktleitung, bei einem Rundgang über den Markt. "Wir haben eine Reihe weniger, die wir für Stände zur Verfügung stellen können. Dauerbucher-Plätze gibt es aktuell keine", erklärte er weiter. Die Standgröße dürfe auch die maximale Länge von sechs Metern nicht überschreiten.

"Zwischen den Ständen ist jeweils ein Abstand von zwei Metern", erklärte Kahl. Um einen Überblick über die Anzahl der Verkäufer zu haben, sei es notwendig, seinen Stand in der Woche vor dem Flohmarkt direkt im Büro der HFM zu buchen und zu bezahlen. Spontan verkaufen sei derzeit nicht möglich. Platz-Kapazitäten gebe es aber noch.

"Wir hatten alle keine Vorstellung davon, wie viele Händler und wie viele Besucher zum ersten Flohmarkt kommen werden", beschrieb er die Ausgangssituation. Es sei etwas Neues, auf das sich alle einstellen müssten.

"Wir haben uns Gedanken gemachten, ab wann wir die Besucher hineinlassen können", so Kahl weiter. Offiziell eröffne der Flohmarkt um 9 Uhr und gehe bis 14 Uhr. Viele Besucher waren bereits früher da - wie schon vor Corona-Zeiten. Um die Schlange zu entzerren, wurden sie etwas eher hineingelassen - gleich nachdem die Verkäufer ihre Stände aufgebaut hatten.

Thomas Kahl und das Team schauten genau, dass die Regeln eingehalten wurden. Schließlich ist das die Voraussetzung dafür, dass der Flohmarkt in der Corona-Pandemie auch weiter fortgeführt werden kann. Angedacht ist es, dass es alle 14 Tage einen Flohmarkt in der Lindleystraße geben soll. Am zweiten Standort Mainkai lasse sich das Konzept nicht umsetzen. Alexandra Flieth

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