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Wo heute noch Felder liegen, könnten bald Tausende Menschen wohnen.

Voruntersuchung

Erster Schritt zum neuen Frankfurter Stadtteil

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Auf keinen Fall wolle man die Entscheidung für oder gegen den Bau vorwegnehmen. Darauf besteht die Römer-Koalition, erteilte aber den Auftrag zu untersuchen, was westlich von Praunheim und der Nordweststadt alles möglich ist.

Die Stimme des Planungsdezernenten Mike Josef überschlug sich fast vor Eifer, als er gestern im Stadtparlament für einen neuen Stadtteil zwischen Frankfurt und Steinbach warb. Für den SPD-Stadtrat ist die Lage im Grundsatz klar: Es brauche ein klares Votum für dieses Baugebiet, wolle die Politik die Stadt für alle Bevölkerungsschichten bezahlbar halten.

Ein Bauboom allein nutze in diesem Sinne wenig: „Begehbare Anlageobjekte bringen uns gar nichts“, erklärte Josef. „Wir brauchen Wohnungsbau auf städtischen Grundstücken und denen unserer Stiftungen.“

So eindeutig wie Josef bewerten die Fraktionen im Stadtparlament die Lage weiterhin nicht, die Regierungskoalition aus CDU, SPD und Grünen bleibt vorsichtig. Deshalb stellte sie über den Auftrag, eine „Vorbereitende Untersuchung“ für das Baugebiet durchzuführen, das Wort „ergebnisoffen“. „Auf jeden Fall ist ein erneuter Stadtverordnetenbeschluss nötig, um das Projekt weiterzuführen“, betonte etwa Nils Kößler, planungspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion. „Wir wissen noch nicht, was da als Ergebnis herauskommen wird“, betonte auch Manuel Stock, Fraktionschef der Grünen. Allerdings: „Wir prüfen, weil wir das Gebiet für grundsätzlich geeignet halten.“

Ob das im Detail stimmt, soll die Untersuchung zeigen. Für ein insgesamt 545 Hektar großes Areal soll geprüft werden, wie viel um Autobahn 5 und Stromtrassen herum gebaut werden kann, wie Infrastruktur und Nahverkehr angeschlossen werden können, was mit den Landschaftsschutzgebieten passiert – und was das alles kosten würde. Zudem ist zu prüfen, wie groß die „Mitwirkungsbereitschaft“ für das Vorhaben ist. Anders gesagt: Ob der bislang große Widerstand gegen ein solches Baugebiet überwindbar ist. Dazu soll ein sogenanntes „Consilium“ beitragen, ein Beirat aus Fachleuten etwa für Stadtplanung, Ökologie und Sozialwissenschaften. „Wir werden die Wünsche und Bedürfnisse der Frankfurter einbinden“, versprach Josef.

Die Opposition glaubt daran nicht. Jutta Ditfurth (Ökolinx) bezichtigte die Koalition der „Wachstumsbesoffenheit“, Patrick Schenk (BFF) zweifelte am Vorgehen: „Sie haben doch schon alles fertig geplant.“

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