Sandkastenspiele: Beim symbolischen ersten Spatenstich schippten Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld (4.v.l.), Ortsvorsteherin Susanne Serke (3.v.l.) und Dr. Caspar Söling (5.v.l.) vom St. Vincenzstift zusammen mit anderen Projektbeteiligten. FOTO: Maik Reuß
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Sandkastenspiele: Beim symbolischen ersten Spatenstich schippten Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld (4.v.l.), Ortsvorsteherin Susanne Serke (3.v.l.) und Dr. Caspar Söling (5.v.l.) vom St. Vincenzstift zusammen mit anderen Projektbeteiligten.

Vorgänger war baufällig

Erster Spatenstich unter neuen Vorzeichen: Kinderhaus in Frankfurt richtet sich künftig an andere Klientel

  • Holger Vonhof
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Der Ersatzbau für das Kinderhaus Frank in Frankfurt-Sossenheim richtet sich an eine andere Klientel. 

Frankfurt ‒ Das Kinderhaus Frank ist Geschichte, sein Ersatzbau entsteht jetzt am Dunantring 41 a: „Das Haus wird einen anderen Namen bekommen“, sagt Dr. Caspar Söling, Sprecher der Geschäftsführung der Sankt Vincenzstift gGmbH. Die zukünftige Einrichtung hat nämlich nicht nur einen anderen Träger, sondern wendet sich auch an eine andere Klientel. Das frühere Kinderhaus Frank in Frankfurt-Sossenheim musste abgerissen werden, weil es nicht mehr den gesetzlichen Anforderungen entsprochen hatte .

Frankfurt: St. Vincenzstift hat Trägerschaft für Kinderhaus in Sossenheim übernommen

Gestern hat das Sankt Vincenzstift bei Sekt vom Bischöflichen Weingut Rüdesheim den symbolischen ersten Spatenstich auf dem Grundstück zwischen der Wohnbebauung und den Sulzbachwiesen getan. Das Sankt Vincenzstift, auch Träger des Alfred-Delp-Hauses in Oberursel, hatte zum 1. April 2017 die Trägerschaft für das Kinderhaus Frank übernommen und die alte Immobilie abreißen lassen.

Während der Planungsphase für den Neubau, so erklärte gestern Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld auf einem ihrer letzten Termine vor der Abwahl kommende Woche, sei man „von einem erheblichen Nachfragerückgang der bisherigen Zielgruppe“ überrascht worden: „Heute gibt es deutlich weniger schwerst-mehrfachbehinderte Kinder und Jugendliche, und oft entscheiden sich Eltern dafür, ihre Kinder mit Hilfe verschiedener Pflegedienste ambulant zu Hause zu betreuen.“

Also planten das Stift und das involvierte Frankfurter Sozialdezernat um: „Stattdessen hat sich der Bedarf für Betreuungseinrichtungen in Richtung Kinder und Jugendliche mit geistiger Behinderung und Verhaltensauffälligkeiten verschoben“, sagte Daniela Birkenfeld.

Frankfurt-Sossenheim: Wohngruppen sollen in Kinderhaus familienähnliche Strukturen schaffen

Für diese Zielgruppe wird der Neubau mit 24 Plätzen plus zwei Kurzzeitpflegeplätze quasi maßgeschneidert, und - in Frankfurt geht es nicht mehr anders - nach Vorgaben des Passivhausstandards errichtet. Geplant sind insgesamt sechs Wohngruppen auf zwei Etagen; damit sollen familienähnliche Strukturen geschaffen werden. Bauherr ist die Sankt Vincenzstift gGmbH mit Sitz in Rüdesheim am Rhein. Betrieben wird das Haus nach seiner Fertigstellung von deren Tochtergesellschaft Alfred-Delp-Haus aus Oberursel.

„Wir betreten nur mit dem Standort Frankfurt Neuland“, sagte Dr. Söling. „Pädagogisch blicken wir in der Region Rhein-Main auf lange Erfahrungen in der Begleitung und Förderung von Kindern und Jugendlichen zurück, die mit einer geistigen Beeinträchtigung und Verhaltensauffälligkeiten leben. Wir unterstützen sie dabei, ihren Weg zu sozialer Teilhabe zu finden.“

Kinderhaus in Frankfurt: Etabliert im Stadtteil Sossenheim

Susanne Serke, Ortsvorsteherin des Ortsbezirks 6, begrüßte die Initiative des Stifts: „Es ist schön, dass die neue Einrichtung in Sossenheim bleibt - gerade hier, wo ja bisher das Kinderhaus Frank stand, das fest bei den Menschen im Stadtteil etabliert war.“ Die gute Einbindung habe sich nicht zuletzt darin gezeigt, dass Menschen aus dem Stadtteil immer wieder Spendenaktionen zugunsten des Kinderhauses Frank initiiert hätten, etwa die SG Sossenheim.

Kostenträger des Hauses, dessen Bau rund 5,8 Millionen Euro kosten soll, ist das Jugend- und Sozialamt der Stadt. Das Stift trägt einen Eigenanteil an den Baukosten von 20 Prozent; Fördermittel der „Aktion Mensch“ sind angefragt. Holger Vonhof

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