+
Ein Wassergraben verläuft am Kamelgehege des Frankfurter Zoos. Der Tod eines zweijährigen Jungen ist nach bisherigen Ermittlungen ein Unglücksfall gewesen.

Unfall in Frankfurt

Im Zoo ertrunkener Junge wird obduziert

Nach dem tödlichen Unglück im Frankfurter Zoo wird die Leiche des Zweijährigen untersucht. Das Amtsgericht hat die Obduktion angeordnet. Die Staatsanwaltschaft prüft auch, ob es sich um fahrlässige Tötung handeln könnte.

Bisher deutet alles darauf hin, dass der am Freitag ums Leben gekommene zweijährige Zoobesucher ertrunken ist. Doch die Ermittlungen dauern noch an. Während die Polizei versucht, mit Hilfe von Zeugenaussagen das Tatgeschehen zu rekonstruieren, untersuchen Gerichtsmediziner die Leiche des Jungen. Das Frankfurter Amtsgericht hat gestern die Obduktion angeordnet. „Damit soll die genaue Todesursache festgestellt werden“, sagte Sinan Akdogan, Sprecher der Staatsanwaltschaft Frankfurt.

Der Junge hatte am Freitagnachmittag mit seiner Familie den Zoo besucht, war in einen Wassergraben am Kamelgehege gestürzt und dabei wohl ertrunken. Der 1,20 Meter tiefe Wassergraben ist vom Gehweg nur durch einen schmalen Grünstreifen und ein einfaches Drahtseil abgegrenzt. Der Zweijährige starb nach bisherigen Angaben in einem Rettungswagen auf dem Weg ins Krankenhaus.

Ob ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren eingeleitet werde, stehe noch nicht fest, sagte Staatsanwaltschaftssprecher Akdogan. Geprüft werde, ob sich Anhaltspunkte für den Verdacht der fahrlässigen Tötung ergeben. „Denkbar wäre etwa eine Verletzung der Aufsichts- oder der Verkehrssicherungspflicht“, sagte Akdogan. Eine vorsätzliche Tötung könne nach allen bisherigen Erkenntnissen ausgeschlossen werden.

Zoodirektor Miguel Casares hat die Verantwortung für den tödlichen Unfall bisher von sich gewiesen. „Der Zoo ist definitiv sicher“, sagte er am Samstag. Er ließ allerdings noch offen, ob nach dem Unglück die Sicherheitsvorkehrungen in der städtischen Anlage verbessert werden. „Das müssen die Ermittlungen zeigen“, sagte er. Die Zäune seien bewusst niedrig gehalten, damit die Besucher den Tieren möglichst nahe kommen. dg

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare