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Feiern im Frankfurter Nordend: Stadt prüft weitere Schritte

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Von: Julia Lorenz

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Jeden Freitag dasselbe Bild: Massen auf dem Friedberger Platz. Jeder Einzelne verhält sich rechtskonform, als Teil der Menge nervt er Anwohner. Ein Ausweg aus dem Dilemma ist nicht wirklich in Sicht.
Jeden Freitag dasselbe Bild: Massen auf dem Friedberger Platz. Jeder Einzelne verhält sich rechtskonform, als Teil der Menge nervt er Anwohner. Ein Ausweg aus dem Dilemma ist nicht wirklich in Sicht. © Rainer Rüffer

Dezernentin Annette Rinn (FDP) prüft weitere Maßnahmen, um für Ruhe im Frankfurter Nordend zu sorgen. Doch Lösungen sind nicht in Sicht.

Frankfurt – Die Stadt Frankfurt prüft weitere Maßnahmen, um die seit Jahren unter Lärm, Vermüllung und Vandalismus leidenden Anwohner rund um die beliebten Plätze im Nordend, wo freitagabends gefeiert wird, zu entlasten. Das kündigte Ordnungsdezernentin Annette Rinn (FDP) gestern (9. Juni) im Stadtparlament an.

Die Stadträtin wies aber auch darauf hin, dass „die Nutzung des öffentlichen Raums grundsätzlich für jeden Bürger möglich und nicht zu beanstanden“ sei. Deshalb gebe es auch nicht viele „ordnungspolitische Maßnahmen“, die rechtlich möglich sind, da „die sich dort treffenden Personen keine rechtswidrigen Handlungen begehen“.

Frankfurter Nordend: Reinigungstrupps rücken um 22 Uhr an

Das bedeute aber nicht, dass die Stadt nichts gegen die Situation am Friedberger Platz, Luisenplatz und Matthias-Beltz-Platz tun würde: So seien mehr Mülleimer und mobile Toiletten aufgestellt worden, die Polizei sei vor Ort, und um 22 Uhr würden die Reinigungstrupps anrücken, um „das Verweilen ungemütlich zu machen“. Zudem werde weiterhin mit dem Konzept „Ab in die Mitte“ versucht, die Feiernden vom Nordend an die Hauptwache in der Innenstadt zu locken.

„Das funktioniert aber nur gemischt“, so Rinn. „Viele, die im Nordend wohnen, wollen natürlich nicht an der Hauptwache weiterfeiern.“ Deshalb müsse man vor allem versuchen, die Menschen aus dem Umland in die Innenstadt zu locken – „mit einem noch attraktiveren Angebot an der Hauptwache“. Derzeit sei man mit anderen Großstädten im Austausch. „Ein Patentrezept hat aber noch niemand gefunden“, so Rinn.

Feiernde im Nordend: Stadt Frankfurt versucht sie in Richtung Hauptwache zu locken

Der Stadtverordnete Martin-Benedikt Schäfer (CDU) bezeichnete das Konzept des Magistrats, die Feiernden in die Innenstadt zu locken, als „gescheitert“. „Es löst das Problem einfach nicht“, so Schäfer. Der Zustand am Freitagabend im Nordend sei nach wie vor nicht hinnehmbar. „Es wird Zeit, dass das Problem endlich angegangen wird. Wir dürfen die Anwohner nicht noch länger im Stich lassen.“ Seiner Ansicht nach müssten attraktive Angebote geschaffen werden. „Und diejenigen, die sich rücksichtslos verhalten, müssen zur Rechenschaft gezogen werden“, so Schäfer.

Die Stadtverordneten Christoph Rosenbaum (Grüne) und Nathaniel Ritter (FDP) hingegen waren der Meinung, dass das „noch nicht perfekte“ Angebot an der Hauptwache einfach noch Zeit braucht, um angenommen zu werden. (Julia Lorenz)

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