Michael Mayer-Marzona ist Chef der Freiflächenabteilung bei der Nassauischen Heimstätte und freut sich über die gelungene Blumenwiese. FOTO: michael faust
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Michael Mayer-Marzona ist Chef der Freiflächenabteilung bei der Nassauischen Heimstätte und freut sich über die gelungene Blumenwiese.

Sachsenhausen: Frankfurter Naturschutz

Es blüht so schön in der Heimatsiedlung

  • VonStefanie Wehr
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Bunte Insektenwiesen für mehr Biodiversität - Kooperation mit dem BUND

Blaue Wegwarte, weiße Schafgarbe, Kleeblumen und Klatschmohn leuchten auf der Wiese zwischen dem hohen Gras. Der Grünstreifen der Straße "Unter den Kastanien" in der Heimatsiedlung ist auf ganzer Länge zum Blühstreifen geworden, am Rand und um den Spielplatz herum ist der Rasen normal kurz geblieben.

Hummeln fühlen sich hier wohl

In den vergangenen Sommerwochen ist die Insektenwiese richtig hoch gewachsen, manches ist schon wieder verblüht, doch viele Blumen sprießen jetzt in voller Blüte. Bienen und Hummeln summen und laben sich an den Blüten - viele sind es aber nicht. Kein Wunder, es regnet zwischendurch immer wieder. Viel mehr Geräusch machen die vielen Vögel, die zwitschernd über Wiese und Blätterdach der Bäume hinwegflattern.

"Mit der Insektenwiese wollen wir unseren Beitrag zu mehr Biodiversität und Nachhaltigkeit leisten", erklärt Michael Mayer-Marczona. Der Leiter der Abteilung Freiflächenmanagement bei der Nassauischen Heimstätte hat sein Büro gleich um die Ecke und freut sich jeden Morgen über den Anblick der gelungenen Blumenwiese. "Sie soll Insekten und damit auch den Vögeln Lebensraum bieten", sagt er. Vergangenes Jahr wurde die Blumenwiese angepflanzt. Gepflegt wird sie seitdem von den Mitarbeitern des Gartenbetriebshofs der Wohnungsbaugesellschaft.

Die Nassauische Heimstätte habe für das Projekt mit dem Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) kooperiert, um zunächst drei Grünstreifen in der Heimatsiedlung zu pflanzen, insgesamt eine Fläche von 1700 Quadratmetern. "Die Helfer vom BUND haben die Samen besorgt und ausgesät, wir haben die Wiesen zur Verfügung gestellt", berichtet Mayer-Marczona.

Die Blumenwiese wird zwei Mal im Jahr gemäht. Noch im Juli soll der Rasenmäher zum Einsatz kommen. Das Gras bleibt dann zwei Wochen liegen, damit die Samen herausfallen können. Dann wird der Abschnitt entfernt. Die Wiese wächst dann neu und wird erst wieder im Oktober gemäht.

Zu dunkel unterm Blätterdach

Solche üppigen Blühstreifen können nur dort angelegt werden, wo es sonnig sei, sonst könnten sie sich nicht entwickeln. Der Grünstreifen unter den großen Platanen etwa in der gleichnamigen Straße "Unter den Platanen" sei nicht geeignet, weil es meist zu dunkel unter dem Blätterdach ist. Blumen wachsen deshalb in den Straßen "Unter den Eschen" und "Unter den Akazien".

Extra angefertigt wurde das Schild, das an mehreren Stellen an der Seite der Wiese platziert wurde und das die Bewohner aufklären soll über Sinn und Zweck der Aktion: "Insektenwiese - Hier blüht, wächst und lebt Natur" steht darauf.

Bei den Bewohnern komme die Wiese gut an. "Die meisten finden die Blumenwiese sehr schön, die Resonanz ist überwiegend positiv", berichtet Mayer-Marczona. "Manche finden allerdings, es sehe ungepflegt aus. Nörgler gibt es eben immer", meint er. Auf Facebook hat ein Bewohner mit "Daumen hoch" kommentiert: "Ich schaue jeden Morgen aus meinem Schlafzimmerfenster darauf." Ein anderer schreibt: "Toll gemacht, davon sollte es mehr in unseren Liegenschaften geben. Ich bin begeistert."

Geplant sei, auch in der frisch aufgestockten Fritz-Kissel-Siedlung eines Tages Blühstreifen anzulegen. Blumen kämen dort jedoch nur auf kleineren Flächen als in der Heimatsiedlung infrage. "Die Feuerwehrzufahrten können wegen des Brandschutzes nur mit normalem Rasen bepflanzt werden", erklärt der Landschaftsarchitekt. Die Kissel-Siedlung solle aber nach der Aufstockung wieder grüner werden.

Café öffnet bald wieder

Das Café Heimat grenzt übrigens auch direkt an einen der Blühstreifen in der Straße "Unter den Eschen" an. Dort soll für die Gäste das Außengelände hergerichtet werden. Geöffnet ist mittwochs von 15 bis 18 Uhr. Betrieben wird das inklusive Café von Bewohnern des Konrad-von-Preysing-Hauses im Ziegelhüttenweg, einem Wohnverbund der Caritas für Menschen mit geistiger Behinderung. Stefanie Wehr

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