Stück für Stück bricht der Bagger das Gebäude in der Haeberlinstraße ab.
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Stück für Stück bricht der Bagger das Gebäude in der Haeberlinstraße ab.

Wohnbau

Eschersheim: Altes Zentrum weicht neuen Wohnungen

  • Judith Dietermann
    vonJudith Dietermann
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Auf dem Areal an der Haeberlinstraße entstehen fünf Mehrfamilienhäuser. Einst war dort das Evangelische Jugendwerk beheimatet.

Beherzt beißt der Bagger mit dem langen gelben Hals zu, knirschend packt er die bereits angeknabberte Mauer, ein Wasserstrahl verhindert, dass es zu sehr staubt. Stück für Stück werden so die Wände mit den hohen schmalen Fenstern eingerissen und abgetragen.

Es ist das Gebäude in der Haeberlinstraße 40, in dem bis vor knapp zwei Jahren noch das Evangelische Jugendwerk (EJW) beheimatet war, durch das sich seit einigen Tagen der Bagger frisst. Gebaut worden war es 1969, als zweites Gemeindehaus in der Emmaus-Gemeinde, in dem auch sonntags Frühgottesdienste gehalten wurden, nachdem die 1935 auf dem Nachbargrundstück in der Haeberlinstraße erworbene und als Gemeindehaus eingerichtete Exerzierhalle des Bezirkskommandos vom Platz her nicht mehr ausreichte. 1998 schließlich bezog die Gemeinde, die mittlerweile deutlich weniger Mitglieder hatte, ihr neues Domizil an der Kirche, das EJW übernahm das leerstehende Gebäude an der Haeberlinstraße.

Jugendwerk zog schon 2019 aus

Und nun stehen schon wieder Veränderungen an - große Veränderungen. Denn auf dem Areal sollen fünf Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 52 Wohnungen und Tiefgarage entstehen. "Der Großteil des Grundstücks wurde im Erbbaurecht an die Frank-Heimbau-Main/ Taunus GmbH vergeben. Das vormalig dort untergebrachte EJW ist bereits 2019 in das neu sanierte Haus am Weißen Stein, dem 'Zentrum für Beratung und Therapie' umgezogen", sagt Bettina Behler, Sprecherin des Evangelischen Regionalverbandes. Zum Großteil, weil für einen kleineren, an der Heylstraße gelegenen Teil des Grundstücks kein Erbbaurecht vergeben wurde. Dort wurde 2018 der Neubau der Kindertagesstätte der Emmaus-Gemeinde errichtet. Das Projekt am Weißen Stein war letztlich auch der Auslöser der Vermarktung und Entwicklung der kirchlichen Liegenschaften in der Heyl- und Haeberlinstraße.

Bis Mitte, Ende nächster Woche, so die Prognose von Daniel Mirkov, Projektleiter bei Frank, würden die Abbrucharbeiten dauern. Es gebe nahe des Kita-Geländes noch einen unterkellerten Bereich, in dem zahlreiche Leitungen verlaufen, zudem müssten die abgebrochenen Materialien anschließend noch abgefahren werden. Dann folgt der Erdaushub. In zwölf Wochen, meint er, könnte mit dem eigentlichen Bau begonnen werden. Wenn die Baugenehmigung vorliegt, denn darauf warte man noch. "Wir sind aber sehr guter Dinge, dass das funktioniert", sagt Mirkov und erklärt die Verzögerung durch den Baumbestand auf dem Gelände. Für das Bauvorhaben müssten einige Bäume gefällt werden, mit der Unteren Naturschutzbehörde und der Bauaufsicht stünde man deswegen in engem und gutem Kontakt. "Wir sind in den letzten Zügen", versichert der Projektleiter. Die gefällten Bäume würden freilich nachgepflanzt.

Viel Grün und ein Spielplatz

Ohnehin seien die fünf Mehrfamilienhäuser mit den zwischen 40 und 100 Quadratmeter großen Ein- bis Vierzimmerwohnungen in "aufgelockerter Atmosphäre" geplant. Soll heißen: Zwischen ihnen soll es viele grüne Freiflächen, Bäume und auch einen Spielplatz geben. Als Beispiel, wie es am Ende aussehen könnte, nennt er das Projekt im Park der Villa Mumm an der Kennedyallee, das die Frank Heimbau realisiert hat.

Gebaut würden die Wohnungen, die allesamt vermietet werden, für den Eigenbestand des Unternehmens, die Verwaltung übernehme die gleichnamige Siedlungsbaugesellschaft. Bezogen werden könnten sie, so Daniel Mirkovs Schätzung, Anfang 2023, vielleicht auch schon Ende 2022. judith dietermann

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