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Im Vordergrund rechts ist Baumschule Lukas zu sehen, dahinter die Anne-Frank-Siedlung.

Keine Erschließungsstraße

Eschersheim: Neues Baugebiet wird nicht an die Jean-Monnet-Straße angeschlossen

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850 neue Wohneinheiten sollen nördlich der Anne-Frank-Siedlung entstehen. Um den zusätzlichen Verkehr besser abfließen zu lassen, fordert der Ortsbeirat 9 einen direkten Anschluss an die Jean-Monnet-Straße, bekommt von der Stadt aber eine Absage erteilt.

Frankfurt - Noch ist es ein recht idyllisches Plätzchen, das 21 Hektar große Areal zwischen der Autobahn A 661 und der Anne-Frank-Siedlung. Bäume und Wiesen sowie das kleine Wäldchen werden von den Anwohnern in ihrer Freizeit als Naherholungsgebiet genutzt. Sie gehen spazieren, die Kinder streunen durchs Gehölz. Doch damit wird schon in ein paar Jahren Schluss sein, denn der Bebauungsplan sieht auf elf Hektar des Gebietes 850 Wohneinheiten vor – in jeweils vier- und fünfgeschossigen Bauten.

Zweite Erschließung

Dass zumindest das kleine Wäldchen erhalten bleibt, dafür haben sich der Ortsbeirat 9 (Dornbusch, Eschersheim, Ginnheim) und die Anwohner bereits erfolgreich eingesetzt. Doch nun treibt sie die nächste Sorge um: das steigende Verkehrsaufkommen. Deswegen wünschen die Stadtteilpolitiker eine zweite Erschließung des neuen Wohngebietes – derzeit ist diese ausschließlich über den Berkersheimer Weg geplant.

Doch diese Tatsache bereitet dem Ortsbeirat Bauchschmerzen. Stattdessen schlugen sie deswegen vor, das Areal zusätzlich an die Jean-Monnet-Straße anzubinden. „Unabhängig davon, ob zwei oder drei Straßen sich an den Berkersheimer Weg anschließen, bestehen Bedenken, dass dessen Kapazitäten, sowie die der Zehnmorgenstraße und der Eschersheimer Landstraße am Weißen Stein ausreichen, um den zusätzlichen Verkehr aufzunehmen“, so die Begründung der SPD-Fraktion, deren Antrag einstimmig verabschiedet wurde. Zumal auch der Verkehr vom Frankfurter Berg und aus Bonames über den Berkersheimer Weg verlaufe.

Eine direkte Anbindung an die Jean-Monnet-Straße, die nicht über die Amöneburger Straße führt, könnte zudem auch von den Bewohnern „Im Geeren“ genutzt werden und so für noch mehr Entlastung sorgen, so die weitere Argumentation. Diese wird es jedoch nicht geben, teilt der Magistrat jetzt in einer aktuellen Stellungnahme mit.

Rund 300 Fahrzeuge pro Stunden mehr – zumindest in den Spitzenzeiten – so die Schätzungen des Magistrats, werde es durch das neue Baugebiet geben. Diese zusätzliche Belastung werde sich allerdings gleichmäßig auf den Straßen verteilen. Eine direkte Anbindung an die Jean-Monnet-Straße würde einen gravierenden Eingriff in den Freiraum und die dort bestehenden Parkanlagen und Naherholungsgebiete bedeuteten, heißt es. Darüber hinaus bestehe die Wahrscheinlichkeit, dass eine derartige Straßenverbindung „gebietsfremden Durchgangsverkehr“ anziehen könnte.

Zu hoher Aufwand

Als weiteren Punkt erklärt der Magistrat, dass ein Direktanschluss an die Jean-Monnet-Straße sich aufgrund der Topographie und der dann zu dicht aufeinanderfolgenden Knotenpunkte – in unmittelbarer Nähe zur Anschlussstelle „Eckenheim“ – nur unter „extrem hohem technischem Aufwand“ realisieren lassen. Hinzu komme, dass solch ein Anschluss nur die Zufahrt zum Baugebiet aus nordöstlicher und die Ausfahrt in südwestliche Richtung ermögliche. Ein Vollknoten, der alle Fahrtrichtungen möglich macht, sei technisch sehr schwierig.

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