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Wiederaufbau

95 000 Euro für Goetheturm gespendet

Die Frankfurter wollen ihren Goetheturm zurück - und zwar schnell und originalgetreu. Für seinen Wiederaufbau haben sie bereits mehr als 95 000 Euro gespendet. Doch die Summe wird wohl nicht reichen.

Für Sabine Schuler ist der Wiederaufbau des Frankfurter Goetheturms eine Herzensangelegenheit. Deshalb hat die Wirtin der Kneipe „Zur Straßenbahn“ kürzlich die Einnahmen eines kompletten Tages für diesen Zweck gespendet. Beinahe 1100 Euro. Schuler ist nicht die Einzige, die in Geberlaune ist – zumindest wenn es um den Wiederaufbau des abgebrannten Wahrzeichens geht. Privatpersonen und Unternehmen haben mittlerweile 95 000 Euro für den Goetheturm gespendet. Eine beachtliche Summe, die jedoch nicht reichen wird, sagt Bernd Messinger vom Umweltdezernat.

Zwar wird wohl die Versicherung den Hauptteil der Baukosten für das hölzerne Bauwerk tragen. Sie müsse, da der Turm neuwertversichert war, eine Rekonstruktion nach gleicher Art und Güte bezahlen, sagt Messinger. Extrawünsche, die Zuwegung und Mehrkosten durch neue Brandschutzauflagen muss die Stadt aus eigener Tasche übernehmen.

Sollte der neue Goetheturm übrigens barrierefrei werden – CDU, Grüne und SPD haben Anfang November die Prüfung dieser Option durch den Magistrat beantragt –, müsste die Stadt auch die Mehrkosten, etwa für einen Aufzug, selbst tragen. „Es wird eine so große finanzielle Lücke bleiben, dass wir davon ausgehen, dass wir noch mehr Spenden brauchen“, erklärt Messinger. Über die genaue Höhe könne derzeit allerdings nur spekuliert werden.

Unabhängig davon startet die Binding-Brauerei nun zwei Spendenaktionen, um den Wiederaufbau zu unterstützen. Zum einen wird das Unternehmen für jeden in Frankfurt verkauften 20er Mehrwegkasten Binding Römer Pils 50 Cent spenden. Diese Aktion läuft bis

23. Dezember.

Zum anderen verkauft das Unternehmen speziell angefertigte, streng limitierte Goetheturm-Steinkrüge. Erhältlich sind sie vom 2. Dezember an sowohl auf dem Sachsenhäuser Weihnachtsmarkt als auch im Restaurant „Goetheruh“ – in unmittelbarer Nähe des ehemaligen Turmstandorts. Der Verkaufserlös fließe als Spende vollständig in die Neuerrichtung des Turms, verspricht das Unternehmen. „Sein Wiederaufbau ist für uns eine Herzensangelegenheit, die wir mit zwei Aktionen begleiten möchten“, sagt Claudia Geisler von der Binding-Brauerei.

Zuletzt hatten sich in der Mainmetropole die Brandstiftungen gehäuft. Im Juni etwa stand der Chinesische Pavillon im Bethmannpark in Flammen, genau einen Monat vorher ein Pavillon im Koreanischen Garten. Die Polizei sprach in beiden Fällen von Brandstiftung. In der Nacht zum 12. Oktober brannte dann der Goetheturm vollständig nieder. Die Ermittler gehen hier ebenfalls von Brandstiftung aus – auch wenn sie am Tatort keine Hinweise auf Benzin oder Brandbeschleuniger gefunden haben. Kurz darauf war eine Kita im Stadtteil Dornbusch abgebrannt. Die Ursache war ebenfalls Brandstiftung. Es entstand ein Schaden von rund 1,5 Millionen Euro.

Donnerstag vergangene Woche stand nun schon wieder eine Kita in Flammen, diesmal im Gallus. Inzwischen hätten Spezialisten die sichergestellten Spuren ausgewertet. Das Ergebnis der kriminaltechnischen Untersuchung könnte in der kommenden Woche vorliegen, sagte eine Sprecherin der Polizei am Freitag. Es soll Hinweise liefern, mit welchem Brandbeschleuniger das Feuer entzündet wurde – und ob ein Serientäter am Werk war. Konkrete Hinweise für diese Theorie gibt es aktuell nämlich nicht.

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