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Prof. Ivan Dikic gilt als Pionier auf dem Gebiet der Biochemie.

Diese Wissenschaftler sind Millionen wert

Europäischer Forschungsrat unterstützt neue Projekte der Frankfurter Professoren

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Zwei renommierte Frankfurter Wissenschaftler können sich über je 2,5 Millionen Euro neue Forschungsmittel freuen: Der Europäische Forschungsrat fördert damit die Arbeit des Biochemikers Ivan Dikic und des Mikrobiologen Volker Müller.

Der eine beschäftigt sich damit, wie er Bakterien dazu bringen kann, Biotreibstoffe zu produzieren, der andere will den Infektionskrankheiten an den Kragen. Eins haben die Professoren der Goethe-Universität Volker Müller und Ivan Dikic gemein: Beide erhalten je 2,5 Millionen Euro vom Europäischen Forschungsrat für ihre Forschung. Beim neusten Projekt des Mikrobiologen Müller steht das Bakterium Acetobacterium woodii im Mittelpunkt, welches Methanol und Ameisensäure verwertet. Dieses will Müller genauer unter die Lupe nehmen, um zu ergründen, wie Bakterien gentechnisch so modifiziert werden können, „dass sie aus verschiedenen Ausgangsstoffen umweltfreundliche Treibstoffe und Basischemikalien herstellen können“, heißt es in einer Pressemitteilung der Goethe-Uni. Ein weiterer Schwerpunkt von Müllers Forschung sind Bakterien, die Kohlendioxid verarbeiten, ohne dabei Sauerstoff zu verbrauchen und die in der Industrie zum Einsatz kommen, um den Ausstoß von Treibhausgasen zu verringern.

Dikics Fachgebiet ist die Biochemie. Seit Jahren schon erforscht er das Signalmolekül Ubiquitin. Dieses steuert viele verschiedene Prozesse in den Zellen – es kümmert sich darum, dass Zellabfall entsorgt und kaputte DNA repariert wird, es übermittelt Signale und löst im Notfall den Zelltod aus. Auch bei der Abwehr von Infektionskrankheiten spielt Ubiquitin eine wichtige Rolle. „In seinem neuen Projekt erforscht Dikic, wie Bakterien das Ubiquitin-System ihres Wirtsorganismus zu ihrem eigenen Vorteil manipulieren“, erklärt die Goethe-Uni.

Unter anderem will Dikic ergründen, wie die Bakterien über Enzyme neue Signalwege in den Zellen aktivieren, die für Verlauf und Schwere einer Infektion entscheidend sein können. So kann es etwa vorkommen, dass ein Antibiotikum gegen einen Erreger anschlägt, es aber wegen bereits angestoßener Prozesse in der Zelle zu mitunter lebensbedrohlichen Folgeschäden kommt. „Ultimatives Ziel ist es, die Rolle des Ubiquitin-Systems grundlegend zu verstehen und neue Strategien zur Bekämpfung von Infektionskrankheiten zu entwickeln.“

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