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Ex-Höchster wird Klinikchef am Krankenhaus Nordwest

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Von: Stefanie Liedtke

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Unter anderem das Krankenhaus Nordwest hat nun einen Chef, der in der Frankfurter Gesundheitslandschaft bestens bekannt ist. FOTO: Rainer Rüffer
Unter anderem das Krankenhaus Nordwest hat nun einen Chef, der in der Frankfurter Gesundheitslandschaft bestens bekannt ist. © Rainer Rüffer (Rueffer)

Der ehemalige Geschäftsführer des Höchster Klinikums übernimmt die Leitung zweier anderer Frankfurter Krankenhäuser. Der Schritt kommt unerwartet, gab es doch bei der Trennung einige Unstimmigkeiten.

Frankfurt -Es ist eine Personalie, die für Aufsehen sorgen dürfte: Ralph Freiherr von Follenius wird zum 1. Januar 2022 neuer Direktor der Stiftung Hospital zum Heiligen Geist und somit Geschäftsführer sowohl des Nordwestkrankenhauses als auch des Hospitals zum Heiligen Geist. "Ich freue mich darauf. Das ist eine schöne, aber auch eine anspruchsvolle Aufgabe", sagt von Follenius auf Anfrage dieser Zeitung.

Nun ist der 63-Jährige in Frankfurt kein Unbekannter. Knapp elf Jahre ist es her, da musste der Krankenhausmanager als Chef des städtischen Klinikums in Höchst seinen Hut nehmen. Gekommen war er 2007 als Hoffnungsträger, der das Haus wirtschaftlich sanieren sollte. Die Zahlen sprachen für ihn, doch dann trennte sich nach dreieinhalb Jahren die damalige Gesundheitsdezernentin Manuela Rottmann (Grüne) überraschend von ihrem Klinikmanager, im "besten Einvernehmen", wie es hieß. Seinerzeit gab es viele Spekulationen über das Ausscheiden von Follenius', im Wesentlichen soll es um Querelen innerhalb der Klinik-Geschäftsführung, aber auch um Differenzen zwischen Rottmann und von Follenius gegangen sein.

Nun kehrt der 63-Jährige, der in Neu-Isenburg lebt, beruflich wieder nach Frankfurt zurück - als Geschäftsführer zweier Krankenhäuser (und weiterer Tochtergesellschaften der Stiftung Hospital zum Heiligen Geist), die über die komplexe Stiftungstruktur eng mit der Stadt verwoben sind. Der Gesundheitsdezernent der Stadt Frankfurt ist - qua Amt - auch Major der Stiftung Hospital zum Heiligen Geist und wacht in dieser Funktion über das Vermögen der Stiftung, die wiederum Träger unter anderem des Nordwestkrankenhauses und des Hospitals zum Heiligen Geist ist.

Frankfurts Gesundheitsdezernent: "Er ist ein krisenerprobter Manager"

"Die Stadt würde mich jetzt nicht einsetzen, wenn sie davon nicht überzeugt wäre", gibt sich von Follenius mit Blick auf die Vergangenheit gelassen. "Die Trennung damals war zwei Wochen vor der Kommunalwahl, da spielten andere Fragen eine Rolle."

Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Grüne), Rottmanns NachNachfolger im Amt, will von den einstigen Querelen ohnehin nichts wissen. "Ich glaube, dass der damalige Konflikt eine andere Bewertung verdient hätte", sagt er. "Herr von Follenius ist ein krisenerprobter Krankenhausmanager", und genau so jemanden brauche es angesichts der aktuellen Herausforderungen. Die finanzielle Situation der Krankenhäuser bundesweit sei angespannt, auch, aber nicht nur wegen der Corona-Pandemie. Von Follenius besitze "sehr viel Erfahrung darin, Krankenhäuser in einer schwierigen Lage zu stabilisieren". Wie schwierig genau sich die Lage der Stiftungskrankenhäuser Nordwest und Heilig Geist aktuell darstellt, dazu wollte Majer keine Angaben machen.

Frankfurter Stiftung hat ihre Strukturen modernisiert

Nach dem Ausscheiden von Rafaela Korte als Geschäftsführerin der Stiftung Hospital zum Heiligen Geist im vergangenen Jahr wurden die Stiftung und ihre Tochtergesellschaften übergangsweise von einem externen Dienstleister gemanagt, dessen Vertrag zum Ende des Jahres ausläuft. In dieser Zeit habe man die Stiftungstrukturen modernisiert, um die operativen Aufgaben künftig besser bewältigen zu können, erläutert Majer.

Als Teil dieser Modernisierung wurde im September erstmals auch ein Aufsichtsrat eingesetzt, dem neben dem Aufsichtsratsvorsitzenden Bernd Weber, dessen Stellvertreter Horst Franke, der Betriebsratsvorsitzende des Krankenhauses Nordwest, Ruben Müller, die Geschäftsführerin der Kreisklinik Groß-Gerau, Erika Raab, und Gesundheitsdezernent Majer angehören. Das neu geschaffene Gremium habe sich einstimmig für die Verpflichtung von Follenius' ausgesprochen, betont Majer.

Neuer Chef will Mitarbeiter mitnehmen

Der Klinikmanager blickt seiner neuen Aufgabe erwartungsfroh entgegen. Zwar seien die komplexen Strukturen eine Herausforderung, so von Follenius, doch genau das sei seine Stärke: Passgenaue Lösungen für die jeweiligen Strukturen zu finden. "Gemeinsam mit den Mitarbeitern", betont der 63-Jährige. Zunächst einmal aber gelte es, die Stiftung und ihre Gesellschaften kennenzulernen.

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