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Jan Petersen und Youssef El Machit sind enttäuscht: Wegen vier Bewohnerparkplätzen dürfen sie keinen Sommergarten vor ihrem Restaurant „Fleischeslust“ in Frankfurt-Sachsenhausen errichten. 

Gastronomie

Steakrestaurant „Fleischeslust“ darf keine Außengastronomie betreiben

Die Stadt Frankfurt untersagt dem Restaurant "Fleischeslust" Außengastronomie in der Textorstraße in Sachsenhausen. „Das ist ein existenzielles Problem“, sagen die Gastronomen.

Frankfurt - Jan Petersen und Youssef El Machit sehen dem Sommer mit Sorge entgegen. Die Betreiber des Steakrestaurants "Fleischeslust" an der Ecke Schweizer Straße 77 und Textorstraße hatten bei der Stadt Frankfurt beantragt, im Sommer Tische vor dem Haus aufstellen zu dürfen. Dafür würden in der Textorstraße vier Parkplätze wegfallen.

Jetzt kam der Bescheid, dass das nicht gehe. Für das Restaurant ist das ein herber Schlag, denn die Betreiber hatten fest mit der Möglichkeit gerechnet: "Unser Vorgänger hat hier jahrelang im Sommer Tische aufgestellt. Plötzlich heißt es, auf die Parkplätze könne nicht verzichtet werden", sagt Youssef El Machit.

Frankfurt-Sachsenhausen: Fest mit den Plätzen kalkuliert

Vor einem Jahr eröffnete "Fleischeslust". Die Betreiber, die derzeit zwei Restaurants am Offenbacher Wilhelmsplatz führen, freuten sich auf die neue Location, El Machit ist in Sachsenhausen aufgewachsen. Der Vorgänger, die Cantina Mezcal, hatte 2017 nach 20 Jahren Insolvenz angemeldet und geschlossen. Ein Jahr lang stand das Lokal leer, ehe die neuen Mieter es renovierten.

"Wir haben fest mit den Sitzplätzen an der Textorstraße kalkuliert, weil wir wussten, dass die Vorgänger sie 20 Jahre lang nutzten", sagt Jan Petersen. "Wenn uns die Plätze wegbrechen, wird es eng. Für uns ist das ein existenzielles Problem, denn im Sommer sind wir auf die Bewirtschaftung draußen angewiesen. Wenn es warm ist, will niemand drinnen sitzen." Auf dem privaten Grundstück des Hauses zur Schweizer Straße hin hat das Restaurant bereits ein Podest gebaut. Darauf passen aber nur 30 Gäste. Die jetzigen Parkplätze entlang der Textorstraße wäre die größere Außenfläche von beiden geworden.

Die Stadt lehnte den Antrag ab, weil dem Restaurant bereits private Flächen für Außengastronomie zur Verfügung stehen. In diesem Fall sehe der Leitfaden zum Betreiben von Wirtschafts- und Sommergärten in Frankfurt vor, dass keine zusätzlichen öffentlichen Flächen genutzt werden können. "Dementsprechend kann auch keine Genehmigung in Aussicht gestellt werden", teilt die Leiterin des Amts für Straßenbau und Erschließung, Michaela Kraft, auf Anfrage mit.

Zudem handele es sich um vier Bewohnerparkflächen. Man könne nicht von Genehmigungen aus den Vorjahren ableiten, dass sie weiterhin gelten, so Kraft. Bei Betreiberwechsel werde ein Erstantrag gestellt, der geprüft werde.

Frankfurt-Sachsenhausen: Der Ortsbeirat 5 unterstützt die Idee

El Machit versteht das nicht, zumal anderen Lokalen an der Schweizer Straße sehr wohl zusätzliche öffentliche Flächen genehmigt würden. "Wir würden gern den Ämtern entgegenkommen und Fahrradstellplätze finanzieren", so El Machit.

Gar nicht einverstanden mit der Ablehnung ist auch der Ortsvorsteher des Ortsbeirats 5 (Sachsenhausen, Niederrad, Oberrad), Christian Becker (CDU). "Sommergärten sind Teil des urbanen Lebens und prägen gerade in den Sommermonaten das Bild in vielen Stadtteilen", findet er.

Die CDU-Fraktion bringt auf der Sitzung des Ortsbeirats am Freitag einen Antrag ein. Die vier Parkplätze sollen dem Lokal "Fleischeslust" als Sommergarten zugesprochen werden. Denn wenn an dieser Stelle Restauranttische stünden, würde ein anderes Problem behoben: Die Autos, die dort parken, fahren oft so nah an die Hauswand heran, dass weniger als 80 Zentimeter Platz auf dem Bürgersteig bleibt. Mütter mit Kinderwagen seien oft gezwungen, auf die Straße auszuweichen, Senioren mit Rollatoren kämen an den Autos nicht vorbei. "Nicht einmal mehr die vorgeschriebene Mindestbreite von 1,50 Meter für den Gehweg ist gegeben", moniert Becker. 

stw

Frankfurt-Sachsenhausen: Sitzung des Ortsbeirates 5

Das Stadtteilparlament tagt am Freitag, 13. März, ab 19 Uhr im Konrad-von-Preysing-Haus im Ziegelhüttenweg 151

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