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Stadtredaktion Frankfurt

Frankfurter Feuerwehr

Experte berichtet über Behinderungen für Einsatzkräfte und klärt über Brandschutzmaßnahmen auf

Rund 10 000 Einsätze hat die Frankfurter Feuerwehr im Jahr. Viele davon ließen sich vermeiden, würden die Bürger sich an einige Regeln halten.

Dass Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste, das gilt vor allem auch in Bezug auf den Brandschutz. Um Bewohner der Nordweststadt über Missstände aufzuklären, lud der Ortsbeirat 8 (Heddernheim, Niederursel, Nordweststadt) einen Vertreter der Feuerwehr zur Sitzung ein. „Besonders problematisch sehen wir, dass Brandschutzhinweise von Menschen aus anderen Ländern oft nicht verstanden werden“, erklärte Holger Spuck. Handele es sich bei Gebäuden nicht um Sonderbauten, also etwa um ein Hochhaus, eine Schule oder eine Klinik, habe die Feuerwehr keine Rechtsgrundlage. „Dann ist der Eigentümer verantwortlich, die Mieter mit Aushängen oder einer Hausordnung über den Brandschutz zu informieren“, so Spuck.

„Die Eigentümer können tätig werden, müssen es aber leider nicht“, appellierte der Feuerwehrmann an Immobiliengesellschaften, aktiv zu werden. Sie könnten mehrsprachige Aushänge im Treppenhaus anbringen oder eine Broschüre mit dem Mietvertrag aushändigen, so wie man es auch mit dem Sperrmüll tue.

Absolutes Halteverbot

Besonders problematisch seien zugeparkte Rettungswege. „Wenn die Zufahrt versperrt ist, können wir nicht über den zweiten Rettungsweg mit Drehleiter herankommen“, erklärt Spuck. Auch hier seien die Eigentümer in der Pflicht. „Man kann die Zufahrt beispielsweise abpollern oder mit Schranken versehen“, schlägt er vor. Sofern Feuerwehrschilder mit Siegeln der Stadt angebracht seien, gelte absolutes Halteverbot. „Da können wir die Ordnungsbehörden auffordern, Fahrzeuge abzuschleppen“, erklärt Spuck. Bei Zufahrten zu Hochhäusern gilt das gleiche. „Da können wir die Fahrzeuge wegverfügen, erfahrungsgemäß stehen sie aber am nächsten Tag wieder da“, bedauert der Feuerwehrmann.

Oft würden allerdings Schilder aufgestellt, für die gar keine Rechtsgrundlage gebe. „Es existieren viele illegale Schilder, durch die oftmals ein Parkverbot bewirkt werden soll“, betont Spuck. Nur wenn das Schild mit einem amtlichen Siegel habe, sei es auch tatsächlich legal – bestehen Zweifel sollten die illegalen Schilder sicherheitshalber gemeldet werden.

Auch im Innenraum gibt es Einiges zu beachten. „Hindernisse im Treppenhaus eines Sonderbaus sind nicht zulässig“, betont Spuck. Falls also entsprechende Gegenstände im Weg stehen, könne die Feuerwehr sie ebenfalls entfernen. „Aber hier ist es sinnvoller, wenn die Eigentümer eingreift.“ Da sich auch Piktogramme und andere Zeichen über die Jahre ändern, überprüfe die Feuerwehr diese in regelmäßigen Abständen – allerdings auch wieder nur in und an Gebäuden, die unter die Kategorie Sonderbau fallen.

Doch ab wann ist ein Hochhaus eigentlich ein Hochhaus, fragte sich Daniel Grund (BFF). „Wenn die Fußboden-Oberkante höher als 22 Meter über der Geländeoberfläche liegt, spricht man von einem Hochhaus. Also etwa ab dem siebten Obergeschoss“, erklärte Spuck. Andere Sonderbauten definierten sich ebenfalls über die Höhe. „Im Zweifelsfall können Sie sich an uns wenden und wir überprüfen es“, bot der Feuerwehrmann an.

Wechselnde Klientel

„Im Sonderbau ist es verständlich, dass es solche Richtlinien gibt, aber wieso nicht bei normalen Häusern?“, wollte Erik Harbach (Grüne) wissen. Er sehe darin eine gesetzliche Lücke. „Im Sonderbau gilt aufgrund der wechselnden Klientel eine erhöhte Anforderung des Brandschutzes, da viele sich nicht im Gebäude auskennen und so nicht wissen, wie sie sich verhalten müssen“, sagte Spuck. Im Gegensatz zum eigenen Wohnhaus, wo die Bewohner in der Regel die Fluchtwege kennen.

Weitere Informationen zum Thema gibt es per Mail an feuerwehr-frankfurt.de. Auf der Homepage finden sich Brandschutzhinweise in mehr als 20 Sprachen.

von ELISA KAUTZKY

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