1. Startseite
  2. Frankfurt

Rätsel um Pelikan in Frankfurt gelöst – Experten hatten „keine Ahnung“ 

Erstellt:

Von: Florian Dörr, Thomas Stillbauer

Kommentare

Ein Rosapelikan sorgte in der vergangenen Woche für Aufregung am Main in Frankfurt. Nun ist er wieder weg. Doch verschwunden ist er nicht.

Update vom Montag, 23. Januar, 13.16 Uhr: Es war das große Rätsel der vergangenen Woche in Frankfurt. Ein Pelikan hatte sich an der Griesheimer Staustufe am Main niedergelassen - und niemand wusste, wo das Tier herkam. Sicher war: Aus dem nahen Frankfurter Zoo war er nicht getürmt. Denn die Tiere hier können nicht fliegen, ihre Flügel sind kupiert, wie man es vor fast 40 Jahren noch praktiziert hat, als sie an der Bernhard-Grzimek-Allee einzogen waren.

Doch nun ist der Rosapelikan (Pelecanus onocrotalus) wieder weg - und das Rätsel um seine Herkunft ist gelöst. Denn wie der HR berichtet, ist das Tier zurückgeflogen in den Mannheimer Luisenpark. Hier teilen sich die Pelikane eine Vogelinsel mit einer Gruppe von Flamingos. Warum der Ausflügler das Weite suchte und Frankfurt einen Besuch abstattete? Unklar.

Frankfurt: Experten haben „keine Ahnung“, wo Pelikan plötzlich herkommt

Erstmeldung vom Montag, 16. Januar, 18.00 Uhr: Es gibt Scherze, deren Originalität sich mittlerweile in Grenzen hält, etwa: „Schau, Hans – a lila Kuh!“ Das ist dermaßen 1998 und war ein schlechter Schokolade-Werbegag. Aber wir müssen umdenken. 25 Jahre später heißt es seit Freitag in Frankfurt: „Ei, gugg ema da – en Rosapelikan!“

Und das ist nicht gelogen, das ist die Wahrheit und nichts als die ganz natürliche Wahrheit. An der Griesheimer Staustufe am Main hält sich ein Pelikan auf, genauer: ein Rosapelikan (Pelecanus onocrotalus), und findet das offenbar ganz in Ordnung. Logisch, dass der erste Anruf dem Frankfurter Zoo gilt. „Wenn ich noch bis zwei zählen kann, ist das nicht unserer“, sagt Kommunikationschefin Christine Kurrle. Beide Rosapelikane des Zoos sind also noch dort, wo sie wohnen. Aber wer ist dann der Vogel am Main?

„Wir haben bisher keine Ahnung“, sagt Stefan Stadler, zuständiger Kurator für die Vögel im Frankfurter Zoo. Er sei bereits am Freitag vom Dachverband Deutscher Avifaunisten auf das ungewöhnliche Ereignis hingewiesen worden und habe sich vor Ort mit der Situation vertraut gemacht. „Der Rosapelikan ist sehr konstant da und fühlt sich wohl, gemeinsam mit vielen Kormoranen. Er fliegt da auch in der Gegend herum.“

Pelikan in Frankfurt: „Befragungen des Vogels sind in der Regel schwierig“

Mehr als 60 Ornithologen und Ornithologinnen sollen inzwischen am Main das Verhalten des seltenen Gastes studiert haben. Einer von ihnen erklärte am Montag, es gebe dort viele Fische, was dem Rosapelikan durchaus gelegen komme.

Nein, das ist nicht der Zooweiher, sondern der Main in Griesheim. Und ja: ein Rosapelikan.
Nein, das ist nicht der Zooweiher, sondern der Main in Griesheim. Und ja: ein Rosapelikan. © Peter Jülich

Aber ist das denn das typische Verhalten eines typischen Bewohners der Subsahara, Indiens, Kleinasiens und Osteuropas? Einfach nach Frankfurt fliegen, den Kormoranen und Mainfischern die Karauschen, Barsche und Karpfen wegfuttern? Nein, ist es nicht, sagt Stadler. „Aber es kommen immer wieder mal einzelne Vögel, die nicht in unsere Fauna passen.“ Mitunter würden bei starkem Wind gar Angehörige kleinerer Vogelarten zu uns verdriftet, die eigentlich in Nordamerika oder weit im Osten zu Hause seien.

Die plausibelste Erklärung für den Besuch in Griesheim: Es gebe Rosapelikanvorkommen auf dem Balkan, sagt Stefan Stadler. Manche machten sich von dort auf die Reise. Aber ob unserer auch von dort kommt? „Befragungen des Vogels sind in der Regel schwierig“, sagt der Kurator, und er kennt sich schließlich aus.

Fest steht zumindest eines: Die Frankfurter Zoo-Pelikane hätten es gar nicht bis nach Griesheim geschafft. Sie können nicht fliegen – ihre Flügel sind kupiert, wie man es vor fast 40 Jahren noch praktiziert hat, als sie einzogen. Heute, sagt Stadler, würde man das so nicht mehr machen. Es entspreche nicht wirklich dem Tierschutzgedanken. Befragungen würden das sicher bestätigen. (Thomas Stillbauer)

Nilgänse sind in den Frankfurter Bädern mittlerweile ein gängiger Anblick. Badegäste ekeln sich vor dem Kot, dem Personal machen die Tiere zusätzliche Arbeit.

Auch interessant

Kommentare