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Gerhard Stief

Explora-Museum erntet Shitstorm

Explora-Museum wegen Fremdenfeindlichkeit in der Kritik

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„Zeigt denen doch erstmal wie man richtig scheisst. Refugees out (Flüchtlinge raus)“ – das klingt nicht nach Museum, das klingt nach fremdenfeindlicher Propaganda.

„Zeigt denen doch erstmal wie man richtig scheisst. Refugees out (Flüchtlinge raus)“ – das klingt nicht nach Museum, das klingt nach fremdenfeindlicher Propaganda. Und doch fand sich genau dieser Kommentar am Samstag auf der Twitter-Seite des privaten Frankfurter Explora-Museums im Nordend. Die Empörung ließ nicht lange auf sich warten. Mittlerweile ist der Tweet von der Seite gelöscht. Dennoch: Fremdenfeindliche Inhalte und allerlei andere politische Kommentare finden sich beinahe täglich auf der Twitter-Seite des Museums, etwa am 8. Januar: „Hätte man die syrischen verbrecher nicht ins land gelassen wäre alles so gut wie früher. refugies not welcome.“ Verantwortlich für Inhalt und Orthografie der Twitter-Seite des privaten Museums ist dessen Betreiber Gerhard Stief. Er war am Sonntag weder telefonisch noch schriftlich für die FNP zu erreichen. Eine Mitarbeiterin des Museum sagte auf Anfrage, er sei verreist.

Immerhin werden kritische Kommentare auf der Twitter-Seite beantwortet, etwa der eines Nutzers, der sich angesichts „sexistischer und rassistischer Exponate“ im Museum wenig verwundert über den jüngsten Kommentar zeigt und das Explora zu „einem der widerlichsten Orte Frankfurts“ kürt. „Ihr Kommentar ist unqualifiziert und widerlich“ entgegnet darauf das Explora.

Der ehemalige Foto-Designer Stief hatte das Museum im Glauburgbunker in der Lortzingstraße 15 im Jahr 1995 eröffnet. In dem privat finanzierten Museum sind vor allem Exponate zu sehen, die sich mit optischen Effekten beschäftigen – 3D-Fotografien, Stereoskopien (Bilder, die einen räumlichen Eindruck von Tiefe entstehen lassen), Hologramme und optische Täuschungen. Viele der Werke sind Originale, unter anderem von Künstlern wie M. C. Escher, Antonio Marra und Oscar Reutersvörd.

Das Museum richtet sich mit seinem Angebot auch an Kinder. Angeboten werden spezielle Kinderführungen sowie Programme für Kindergeburtstage.

(stef )

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